Archiv des Autors: Frank Rath

Rustikalen Gartentisch günstig selber bauen

Meine Schwiegereltern haben sich einen neuen Gartentisch gewünscht – einen rustikalen und massiven und möglichst einen günstigen. Also ran ans Werk und einen rustikalen Gartentisch günstig selber bauen.

Die Maße waren wie folgt vorgegeben: Höhe etwa 80 cm, Breite etwa 200 cm und die Tiefe etwa 80 cm.

So sah mein Entwurf aus:

Ich entschied mich für 4 x 20 cm Baubohlen aus Fichte und 10×10 cm Konstruktionsvollholz (KVH), die ich im örtlichen Baumarkt kaufte.

Im ersten Schritt schob ich die Bohlen durch den Dickenhobel.

Ich bin echt sehr zufrieden mit meinem Dickenhobel von Makita. Die Kanten hobelte ich mit meiner alten Hobelmaschine, bis alles plan und im Winkel war. Im Anschluss setzte ich mit der Oberfräse ein leichte Fase an der Oberkante die Bohlen, um später den rustikalen Effekt zu verstärken.

Da die Bohlen viele Äste und unschöne Stellen vorwiesen, habe ich sie mir so zurechtgelegt, bis das Bild einigermaßen passte. Bei diesem günstigen Holz darf man halt nicht zuviel erwarten.

Ich zeichnete die Sägekanten an und fräste mit der Flachdübelfräse die entsprechenden Fräsungen ein.

Im Anschluss verleimte ich die Bohlen mit Flachdübeln und D3-Leim. Ja ich weiß, dass D3-Leim eigentlich nur bedingt wasserfest ist und somit nicht für Gartenmöbel ideal ist. Allerdings wollte ich die Tischplatte von vornherein so behandeln, dass das eigentlich kein Thema sein sollte. Dazu später mehr.

Ich ließ den Leim über Nacht abbinden und längte die Platte auf Maß. Dazu nahm ich meine Handkreissäge und die selbstgebaute Führungsschiene. Ich war etwas genervt, weil dieser Schnitt recht exakt werden musste. Schließlich sollten noch zwei Stirnbretter angeleimt werden, die das Verwerfen der Bohlen minimieren sollten.

Während ich also mit der Handkreissäge und der Führungsschiene kämpfte, entschloss ich mich für den Kauf einer vernünftigen Tauchsäge. Aber dazu kommen wir später…

Die Bohlen waren nicht wirklich exakt verleimt, sondern wiesen teilweise erheblichen Versatz auf. Den  beseitigte ich mit einem Handhobel. Auch dabei kreisten meine Gedanken um eine bessere Flachdübelfräse, die ich als Ursache für diese Ungenauigkeiten ausmachte.

Es folgten die Stirnbretter. Da mein Vertrauensverhältnis zu meiner Flachdübelfräse nachhaltig gestört war, habe ich für die Verbindung jeweils eine Nut eingefräst und die Stirnbretter mit einer 4 mm Leiste verleimt. Das ging wiederum erstaunlich genau… Ich nahm dau einen Scheibennutfräser mit Anlaufkugellager und meine kleine Makita-Oberfräse. Ich liebe das Teil! Sie ist relativ leise, leicht, kraftvoll und genau.

Zum Ablängen der Stirnbretter nahm ich wieder meine Handkreissäge und meinen selbstgebauten Anschlag.

Dabei wünschte ich mir eine vernünftige Kappsäge… Ich glaube, so langsam merkst du, in welche Richtung das Ganze geht… Es wird teuer…

Meine selbstgebauten Korpuszwingen kann ich verbinden und somit auch lange Werkstücke zum Verleimen zwingen.

Mit Kanthölzern sorgte ich dafür, dass beim Verleimen alles schön gerade blieb.

Ich war mit dem Ergebnis wirklich zufrieden. Leider war die Oberfläche nicht wirklich eben und musste noch ordentlich bearbeitet werden.

Da ich überhaupt keine Lust hatte, stundenlang mit meinem Exzenterschleifer auf der Platte herumzuspielen, bestellte ich mir einen neuen Exzenterschleifer… einen richtigen…

Ladies and gentlemen der Makita Exzenter-/Rotationsschleifer BO5060J!!!

Neben dem geschmackvollen Namen hat diese Maschine noch andere Vorzüge. Es ist ein richtiges Biest, an das man sich als verweichlichter Exzenter-User erstmal gewöhnen muss.

Man kann ihn als normalen Exzenterschleifer nutzen und bei Bedarf auf “Grobschliff” umstellen. Das bedeutet, dass die Scheibe “zwangsgeführt” wird. Das Wörtchen “Zwang” ist dabei ein klarer Hinweis auf den Arbeitsauftrag des Nutzers, der die Maschine erstmal bezwingen muss… 🙂

rechts Schongang – links Schleudergang…

Kurzum: die Maschine ist der Hammer und damit konnte ich die Oberfläche in kurzer Zeit so herrichten, dass ich ans Beizen gehen konnte. Ich schliff zuerst im Grobschliff mit 80er Schleifpapier, danach mit 120er (auch Grobschliff) und dann mit 120er im Feinschliff-Modus.

Vor dem Beizen habe ich die Zargen und die Beine angeordnet, ausgerichtet, ausgemessen und zurechtgesägt.

Da ich die Zargen mit Taschenbohrungen befestigen wollte, habe ich die Bohrungen zu diesem Zeitpunkt schon gesetzt.

Kommen wir nun zur Beize:

Ich verwendete eine herkömmliche Wasserbeize von Clou, die ich mit heißem Wasser anmischte.Ich mag diese Beizen. Sie sind sehr ergiebig und man kann sich den Ton so anmischen, wie man möchte.

Ich machte auf einem Reststück eine Probebeizung und stimmte den Farbton mit meinen Auftraggeber (meinen Schwiegereltern) ab.

Sie entschieden sich für “Nußbaum mittel”.

Ich trug die Beize auf die mit 120er Schleifpapier geschliffene Platte und ließ sie etwas einwirken, bevor ich mit einem Tuch den Überschuss abrieb.

Anfangs war ich etwas erschrocken, weil alles so sehr dunkel aussah, aber nachdem alles trocken war, ging es.

Da ich nur Fichtenbohlen und D3-Leim genommen habe, wollte ich die Oberfläche richtig versiegeln. Dazu verwendete ich Bootslack. Und zwar nicht nur einmal, sondern fünfmal!

Dabei ging ich wie folgt vor: ich lackierte erst die Unterseite der Platte zweimal, ohne die Kanten zu lackieren. Nachdem alles jeweils einen Tag getrocknet hatte, drehte ich die Platte um und legte sie auf Kanthölzer und Dreiecksleisten.

Dadurch kam ich gut an die Kanten ran und die Platte lag fest auf den Leisten, die keinen großen Schaden an der Lackierung anrichteten.

Jetzt kam die Oberseite dran, wie bereits erwähnt fünfmal… natürlich zwischen jedem Lackiergang mit einem Zwischenschliff und einem Tag Trocknungszeit…

Den Zwischenschliff führte ich mit 240er Papier durch. Den Staub wischte ich mit einem Lappen ab, der mit Spiritus befeuchtet war.

Das Ergebnis sah so aus:

Ich lies die Platte draußen noch ein paar Tage trocknen, bevor ich mich der Unterkonstruktion widmete.

Die Zargen und die Beine habe ich ja bereits vor dem Beizen zurechtgesägt. Leider habe ich davon keine Bilder mehr gefunden. Aber ich zeige dir mit den bereits lackierten Teilen, wie ich mir das gedacht habe.

Die Zargen werden mit Taschenbohrungen an der Platte verschraubt.

Die Beine stehen zwischen den Längs- und den Querzargen und sind nicht mit den Zargen verschraubt. Die Verbindung wird über ein Querholz hergestellt, dass jeweils die Quer- und Längszargen verbindet und dann mit zwei Holzbauschrauben das Bein fixiert.

Damit dieses Querstück nicht zu groß wird, habe ich die Beine etwas ausgeklinkt. So konnte das Querstück näher an die Bein gesetzt werden.

Das Ausklinken habe ich an der Tischkreissäge gemacht. Damit die Balken sicher hielten, habe ich zwei Dreicksleisten auf ein Brett gepinnt und den Balken dazwischen gelegt.

Das ging sehr schnell und ich musste eigentlich nichts nacharbeiten. Die Beine schliff ich wieder ordentlich ab und lackierte sie in weiß, wie die Zargen. Dafür habe ich einen Außenlack genommen.

Die Querleisten habe ich zurechtgesägt, vorgebohrt und gesenkt.

Nun setzte ich die Beinen an ihren Platz und befestigte zuerst die Querleisten.

Die Beine sollten später abnehmbar sein. Zum einen, weil der Tisch sich leichter transportieren lässt, zum anderen, weil er sonst nicht durch die Tür meiner Werkstatt passt…

Ich bohrte die Löcher für die Holzbauschrauben vor. Zum Glück habe ich einen Winkelaufsatz für meinen Akkuschrauber, sonst wäre das alles etwas knapp geworden…

Jetzt schraubte ich jedes Bein mit zwei 8 x 100er Holzbauschrauben fest. Das Bein zieht sich an die Querleiste und gleichzeitig an die Zargen.

Da der Tisch direkt auf den Beinen aufliegt steht er bombenfest und nichts wackelt.

Das ganze Teil ist richtig schwer und ich weiß bis heute nicht, wie ich den Gartentisch ganz alleine von der Werkbank auf den Boden gestellt habe…

Aber nun ist er fertig und meine Schwiegereltern glücklich. Ich finde die Kombination aus Nußbaum, Hochglanz und dem weißen Untergestell richtig gut. Ich habe auch gleich den Auftrag für eine entsprechende Bank bekommen, aber die baue ich wohl erst zum Anfang des Jahres.

Dieses Projekt hat mir aber wieder mal vor Augen geführt, dass man sich mit der Zeit entwickelt und die eigenen Ansprüche höher werden. So habe ich also beschlossen, dass ich meine Werkstatt umorganisiere und in bessere Maschinen investiere.  Das habe ich übrigens auch bereits gemacht, aber das erzähle ich dir später etwas detaillierter.

Solltest du mir auf Instagram folgen (kellerwerker), kriegst du regelmäßig Bilder aus meiner neu strukturierten Kellerwerkstatt. Schau doch mal rein und gib mir ein Abbo!

Die Materialkosten für den Tisch liegen so bei etwa 120 €, wobei der Bootslack das teuerste war.

Ich hoffe, es hat dir gefallen und ich konnte die einige Anregungen geben.

Herzliche Grüße

Frank

-der Kellerwerker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Messergriff selber bauen

Seit Jahren haben wir ein Brotmesser, von dem wir eigentlich gar nicht so genau wissen, wo es herkommt. Irgendwann war es plötzlich da und es ist das einzige Brotmesser in unserem Messerfundus, das den Namen “Brotmesser” wirklich verdient.

Es schneidet ganz hervorragend aber eines Tages lösten sich die Schalen des Messergiffs und so lag es lange mahnend auf unserem Kühlschrank, um repariert zu werden. Nun war es soweit: ich wollte einen neuen Messergriff selber bauen…

Dem ging voraus, dass ich versuchte, den alten Messergriff mit Epoxydkleber und neuen Messingbuchsen zu reparieren. Die drei alten Nieten, die am Griff sichtbar waren, waren nur Dekoration und hielten den Griff nicht wirklich zusammen.

Ich schlug mit einem Durchschlag die Nietenimmitate heraus und wollte durch den Stahl neue Löcher bohren, um dort Messingbuchsen einzuschlagen, die wirklich durchgingen.

Auf dem Bild ist klar zu erkennen, dass es mir gelungen ist, drei Löcher in das Messer zu bohren. Was du nicht siehst, ist ein ziemlich frustrierter Kellerwerker, der drei 5mm Bohrer verglühen ließ, um dieses Ergebnis zu “erzwingen”. Warum ging das so schwer? Klar, weil der Stahl gehärtet wurde… Was macht man, um den Stahl im Griffbereich wieder zu enthärten? Man bringt ihn zum Glühen und lässt ihn langsam abkühlen.

Jetzt ging das Bohren ganz leicht und ich erzielte saubere Löcher mit nur einem Bohrer…

Jetzt brauchte ich nur noch die Löcher in den Griffschalen auf 6 mm aufbohren, um die Messingbuchsen einzuschlagen.

Ich mischte Epoxydkleber an und klebte die Schalen mit den Messingbuchsen zusammen.

Nachdem ich die Griffe zusammengesetzt habe, schlug ich mit dem Hammer auf die Messingbuchsen, damit diese sich etwas weiten und zusätzlich zum Kleber die Griffe fixieren.

Leider war das Holz der Griffschalen schon ziemlich in die Jahre gekommen und ist beim zweiten Schlag gerissen…

Ich hielt mich nur kurz mit Schimpfen und Fluchen auf und es ist auch nichts durch die Werkstatt geflogen. Man wird eben ruhiger im Alter… Aber mir war sehr schnell klar, dass ich einen neuen Messergriff selber bauen muss.

In meiner Restekiste fand ich ein Stück Teak und mit dem alten Griff zeichnete ich die Umrisse darauf an.

Mit der Bandsäge sägte ich den neuen Griff grob aus und teilte ihn längs in der Mitte.

Damit die beiden Schalen später ohne sichtbare Fuge zusammengesetzt werden können, musste ich bei einer Schale innen Platz für den Klingengriff schaffen.

Das machte ich mit meiner kleinen Oberfräse. Die Schale fixierte ich auf meinem Werktisch mit Keilen.

Mit dem Stechbeitel räumte ich die Stellen, die zu eng für den 6 mm Fräser waren.

Mit Teppichklebeband setzte ich die Griffschalen zusammen und sägte an der Bandsäge die Konturen weiter nach.

Auch die Stärke des Griffes habe ich mit der Bandsäge angepasst. Dabei musst du darauf achten, dass die Klinge später mittig im Griff sitzt.

Im Anschluss bohrte ich die drei Löcher erst durch die eine und dann durch die zweite Griffschale. Auch für die zweiten Bohrungen klebte ich die Griffschalen mit doppelseitigem Klebeband zusammen.

Ich sägte mir schnell drei Messingbuchsen zurecht und mischte erneute Epoxykleber an.

Sowohl die Innenseiten der Griffschalen, als auch die Messingbuchsen schmierte ich mit ausreichend Kleber ein, setze alles zusammen und schlug (deutlich vorsichtiger als vorher) mit dem Hammer auf die Messingbuchsen. Dann fixierte ich den Griff mit drei Schraubzwingen.

Nach etwa einer Stunde setze ich meinen Bandschleifer auf den Werktisch und schliff die Konturen nach.

Die Feinarbeit erledigte ich dabei mit 120er Schleifpapier von Hand.

Also ich bin mit den Ergebnis durchaus zufrieden. Man erkennt keine Fuge zwischen den Griffschalen.

Zu guter Letzt habe ich den Griff mit Mineral-Öl eingeölt und den Überschuss ordentlich abgerieben.

Und nun ist unser Lieblingsbrotmesser wieder im Einsatz!

Das ganze Projekt hat etwa drei Stunden gedauert und hat wirklich Spaß gemacht. Meine Nachbarin hat gerade etwas von ihrem Lieblingsmesser erzählt, das auch einen neuen Griff braucht… ich geh mal lieber wieder ins Haus…

Ein schönes Wochenende wünscht dir

Frank

-der Kellerwerker

Neue Schubladen für ein altes Regal

Da ich ja gerade dabei bin, meine Werkstatt neu zu organisieren und vor allem mal auszumisten, fiel mein Augenmerk auf mein altes Regal. Ich glaube jeder hat so ein Regal, wo sich im Laufe der Jahre ganz viele Dinge ansammeln, die man irgendwann “bestimmt mal brauchen wird” oder die woanders einfach nicht hinpassen. Mein Regal war jedenfalls total zugemüllt und es war an der Zeit diesen toten Raum neu zu organisieren.

das war alles in dem Regal… übrigens rechts außen zu sehen

Ich beschloss Schubladen einzubauen, die sich ganz herausziehen lassen. Dabei sollten in dem obersten und im untersten Fach jeweils nur eine große Schublade mit offener Seite für größere Gegenstände sitzen. In den beiden mittlerern Fächern wollte ich jeweils zwei Schubladen einbauen. Die Schubladen sollten den Inhalt vor Staub und Schmutz schützen und ein übersichtliches Verstauen ermöglichen.

Es gab nur ein Problem. Das Regal steht in der hintersten Ecke meiner Werkstatt und davor steht der Schweißplatz, der fest verbaut ist. Außerdem ist das Regal nicht ganz gerade und die Fächer haben teilweise unterschiedliche Breiten. Das Einbauen der Auszüge und der Schubladen wäre also unglaublich aufwändig und ich würde mir nur wieder weh tun, wenn ich aus Wut irgendwo gegentrete… 🙂

Die Lösung fiel mir wie so oft beim Duschen ein. Ich baue einfach Einschübe, in die ich die Schubladen vorher einbaue. Dadurch erreiche ich exakte Maße für die Schubladen und kann die fertigen Einheiten bequem in die Fächer schieben und fixeren.

Da ich noch 15 mm OSB-Platten übrig hatte, baute ich alles aus diesem Material.

Die Einschübe

Zuerst wollte ich komplett geschlossene Boxen bauen. Allerdings mussten ja nur die inneren Abstände gleich sein, damit die Schubladen vernünftig laufen. Also habe ich die Seitenteile so zurechtgesägt, dass sie von der Höhe her genau in die Fächer passten. Für die exakten Abstände habe ich 10 cm breite OSB-Streifen auf der Tischkreissäge mit einem Stopblock gesägt. Die Streifen habe ich mit Leim oben und unten angepinnt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schubladen

Die vier mittleren Schubladen baute ich ganz unspektakulär, in dem ich die auf Maß gesägten Seitenteile an den Boden mit Leim und Pins befestigte.

Das ging sehr schnell und die Stabilität ist völlig ausreichend.

Nun montierte ich die Vollauszüge mit Hilfe von Abstandshaltern in den Einschüben. Der untere Abstandshalter ist 55 mm, der obere 140 mm hoch.

Ich probierte dabei meine neuen Zentrierbohrer aus und war total enttäuscht. Zwei Bohrer waren total schief, so dass sie beim Bohrern herumeierten und ein exaktes Arbeiten unmöglich war. Dabei sind diese Zentrierbohrer eigentlich eine tolle Sache. Der Bohrer steckt dabei in einer versenkbaren Hülse, die auf die Bohrung des zu verschraubenden Teils aufgesetzt wird. Die Hülse zentriert den Bohrer und mit leichtem Druck bohrt man dann vor. So die Theorie…

Bevor ich die erste Schublade an die Auszüge schraubte, legte ich 5 mm Abstandshalter darunter, damit sie nicht auf dem Einschubboden aufliegt.

Die Schublade wird etwas herausgezogen, der Auszug auch und dann wird ganz vorne die erste Schraube gesetzt. Nun wird die Schublade weiter ausgezogen – sie liegt immer noch auf den Abstandshaltern- und die nächsten Schrauben werden gesetzt.

Jetzt können die Abstandshalter entfernt werden und die Schublade sitzt gerade im Einschub. Mit der zweiten Schublade wird genauso verfahren.

 

Damit ich die Schubladen ohne Griffe erstmal leichter aufziehen kann, habe ich einfach Klebestreifen angeklebt. Den fertigen Einschub konnte ich nun ja…äh einschieben.

Im Anschluss wollte ich die Schubladenfronten anfertigen – also im März 2018, allerdings habe ich das bis heute (August 2018) noch nicht gemacht… Aber habe ich die Schubladen eingerichtet und sie erweisen sich im Werkstattalltag als äußerst nützlich.

 

In der obersten Schublade habe ich mir vier günstige Sortimentskoffer besorgt, in die ich die vielen Kleinteile geordnet habe.

Durch diese und weitere Organisationsmassnahmen kriege ich das Chaos in meiner kleinen Werkstatt allmählich in den Griff. Es ist erstaunlich, wie positiv sich die Ordnung auf die Arbeitsabläufe und meine Kreativität auswirken. Aber man ist ja nie fertig… 🙂

Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig mit dieser Lösung inspirieren und wünsche dir alles Gute!

 

Herzliche Grüße

Frank

-der Kellerwerker

Neuigkeiten vom Kellerwerker

Meine Güte, wie die Zeit vergeht…

Mein letzter Blogbeitrag ist nun schon sehr lange her. Ich hatte aber auch eine Menge zu tun. Beruflich und privat standen eine menge Sachen auf meinem Zettel, der nun allmählich kleiner zu werden scheint.

Zum Beispiel schreibe ich nun Testberichte für die Seite allesbeste.de. Es handelt sich um eine Testseite, die alles Mögliche – vom Smartphone bis zur Küchenmaschine testet und dabei den Anspruch hat, wirklich die jeweils besten Geräte zu finden. Anfangs hatte ich Bedenken wegen Befangenheit oder einseitigen Testbedingungen. Diese Bedenken konnten aber glaubwürdig ausgeräumt werden. Ich soll nun die Testberichte für Werkzeuge neu erstellen und habe dabei absolut freie Hand. Es gibt weder Vorgaben noch Einschränkungen und vor allem keine Favorisierung einzelner Hersteller oder Marken.

Im ersten Testbericht testete ich knapp 30 verschiedene Akkuschrauber und war doch überrascht, wie aufwändig so ein Test sein kann… Hier findest du den Testbericht.

Weiterhin habe ich ein neues Buch mit dem frechverlag aus Stuttgart geschrieben. Hier der Amazon-Link (kein affiliate-Link)

Es kommt mir vor, als wenn ich die erste Projektbesprechung für das zweite Buch erst letzte Woche hatte. Und nun ist es im Handel erhältlich…

Es handelt sich um das “Aufpimpen” von Kommoden und anderen Möbeln, die im Buch zwar nicht namentlich genannt werden dürfen, aber allesamt von einem schwedischen Möbelhaus stammen… 🙂 Es hat 80 Seiten – ist also deutlich kleiner ausgefallen, als das Trick 17-Buch, und richtet sich an absolute Einsteiger im DIY-Bereich.

Ich habe hierbei einfache Veränderungen durchgeführt – die Füße bearbeitet, Zierleisten auf die Schubladen geklebt und drei Kommoden unterschiedlich farbig lackiert. Kleine Schränkchen wurden auch umgebaut, sowie ein Hocker und ein Stuhl aufgewertet. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es begleitendes Videomaterial gibt, welches sich der geneigte Leser herunterladen kann.

Für mich war das sehr spannend, habe ich doch das erste mal bei professionellen Videoaufnahmen in einem Studio des frechverlages mitwirken dürfen.

Es war wahnsinnig warm im Studio und wir hatten auch nur einen Tag Zeit. Allerdings hatte ich eine hervorragende Betreuung durch meine Produktmanagerin Lara, sowie dem Studioleiter Joel – vielen Dank nochmal an euch beide! Es hat wirklich Spaß gemacht.

Ich bin sehr gespannt, wie dir das Buch gefällt. Aus alter Tradition verlose ich hier mal wieder ein Exemplar an den Leser oder die Leserin, die mir den besten Grund dafür bietet… 🙂 Schreibe einfach in die Kommentare, warum du unbedingt dieses Buch brauchst.

Aktuell baue ich einen rustikalen Gartentisch aus Fichtenbohlen für meine Schwiegereltern, danach folgt ein Regal aus Buchenleimholz für einen guten Freund.

Selbstverständlich werde ich über diese Projekte hier berichten.

Morgen kommt übrigens ein Beitrag, der sich auf ein etwas älteres Projekt bezieht: Chaosbeseitigung in meiner Werkstatt – ich habe Schubladen in ein altes Regal gebaut. Aufgrund von Platzproblemen war das etwas knifflig…

Es geht also weiter hier beim Kellerwerker. Wenn du auf dem Laufenden bleiben möchtest, findest du mich auch auf Instagram. Hier poste ich unregelmäßig über meine aktuellen Projekte.

Ich wünsche dir noch eine tolle Restwoche!

Herzliche Grüße vom Kellerwerker

French Cleat – Aufhängung für Wanddeko

Vielleicht kennst die diese Dekoelemente von IKEA, die an die Wand gehängt werden. Ich glaube sie werden nicht mehr bei IKEA verkauft aber sie sind immer noch im Umlauf. Vor allem bei einer Freundin von mir, die acht Stück davon in ihrer neuen Wohnung aufhängen will.

Das Problem dabei: es gibt irgendwie keine richtig durchdachte Lösung zum Aufhängen dieser Teile. Vor allem, wenn man mehrere Elemente gleichmäßig anordnen will. Weiterhin gibt es dort im Hause keinen versierten Heimwerker, der sie aufhängen könnte.

Die Lösung: French Cleat und den voll motivierten Kellerwerker! Ich versehe die Elemente jeweils mit French Cleat Aufhängungen, fertige eine Bohrschablone an und sorge so für einen ausgeglichenen Hausfrieden. (Happy Wife Happy Life…)

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Bett selber bauen

Ich hatte ja bereits für meine Schwiegereltern ein Bett mit einer großen Schublade gebaut. Die Besonderheit lag darin, dass der Korpus des Bettes aus einfachen Multifunktionsplatten – also 28 mm “dünnen” Arbeitsplatten besteht.

Nun hat eine Freundin aktuell großen Bedarf an einem günstigen Bett mit 140 cm Breite. Ihr Schlafzimmer ist satte 7 m² groß und für eine Schublade gibt es keinen Platz.  Ich entschied mich für einfache Lamellentüren aus dem Baumarkt. Durch das erhöhte Bett entstand ein ziemlich großer Stauraum darunter, den sie dringend braucht. So sah die Planung aus:

Aktuell leide ich an totaler Zeitknappheit. Deshalb fehlen auch von einigen Arbeitsschritten entsprechende Bilder. Ich versuche dir trotzdem die einzelnen Abläufe plastisch zu beschreiben… 🙂

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Obstkiste selber bauen

Vor einigen Tagen baute ich für eine gute Freundin zwei stabile Obstkisten, die sie als Ständer für einen Wohnzimmertisch nutzen wollte. Das Projekt habe ich gemeinsam mit ihrem 10-jährigen Sohn in etwa 3 Stunden aus Restholz gebaut.

Wie ich nun so in meiner Werkstatt stehe, fällt mein Blick auf Abschnitte, die ich gar nicht mehr auf dem Zettel hatte. Es waren etwa 10 mm starke und 60 mm breite Bretter, die bei einem anderen Projekt übrig geblieben sind. Außerdem fand ich noch eine etwa 2 Meter lange Leiste, die einen 45 Grad Winkel aufwies – also ein Eckprofil.

Das war die perfekte Materialkombination, um mal zu testen, wie lange ich für eine typische Obstkiste brauche. Es musste schnell gehen, denn ich hatte in etwa eineinhalb Stunden einen Termin… wie so oft erwischte ich das perfekte Timing mit meinen supertollen Einfällen…

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Das 60 Minuten Regal

Wie so oft ergeben sich die meisten meiner Projekte während ich andere Projekte bearbeite oder einfach nur tatenlos in der Werkstatt sitze. Gestern war letzteres der Fall. Ich saß also so herum und ärgerte mich über das Gewusel auf der Werkbank, den Farbdosen, die auf dem Boden in der Ecke standen, usw. Das wollte ich ändern! Ich brauche Stauraum! JETZT!!!

Schnell habe ich mir überlegt, dass ich eine Nische in dem angrenzenden ehemaligen Kohlekeller mit einem Regal füllen kann. Dort sollte alle meine Farbdosen und Kartuschen usw. gelagert werden. Eine für mich typische Skizze war schnell erstellt und schon fand ich mich wie von Geisterhand im Baumarkt wieder. Mein Regal sollte 1100 mm breit und 1150 mm hoch sein, dabei eine Tiefe von 300 mm haben. Ruckzuck waren 8 Leimholzplatten (300×1200) und zwei Sperrholzplatten (600×1200) eingepackt und rumsdibums war alles in der Werkstatt und wartete ungeduldig auf die Verarbeitung.

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Die Verlosung und ein Update

Nachdem ich mich einigermaßen von meiner Kiefer-OP erholt habe- danke Dr. Kling- freue ich mich nun den Gewinner der letzten Verlosung bekanntgeben zu dürfen.

Das neueste Standardwerk der Heimwerker “Trick 17 – Heimwerken” hat gewonnen….

Rene Jung

Herzlichen Glückwunsch!

Bitte schreibe mir an info@kellerwerker.de deine Adresse, dann sende ich dir dein persönliches Exemplar zu.

Alle anderen Teilnehmer danke ich herzlich für ihr Interesse.

Im Übrigen druckt der Verlag gerade die zweite Auflage, weil sich die erste Auflage bereits verkauft hat! WOW!

Ich muss nun noch eine Woche Zwangspause einhalten, dann darf ich wieder herumwerkeln…

Zuletzt habe ich an einem rollbaren Unterschrank für meinen Schweißplatz gearbeitet. Das Gestell aus Winkelprofilen und die Schubladen sind bereits fertig uns es muss nur noch alles zusammengebaut werden. Vielleicht mache ich diesmal auch ein Video davon, mal sehen.

Seit einiger Zeit treibe ich mich auch auf Instagram herum (rath.frank). Hier poste ich immer mal wieder Bilder oder kurze Clips von meinen aktuellen Projekten. Schau doch mal vorbei.

Demnächst schreibe ich noch einen Beitrag über meine neue mobile Metallbandsäge – eine Flex 2908. Ich habe sie auf Ebay-Kleinanzeigen gekauft und ich bin total begeistert! Sie macht zwar viel Lärm, allerdings deutlich weniger Dreck – also herumfliegende Späne, als meine Metall-Kappsäge. Um Sie auch stationär betreiben zu können, habe ich einen ganz einfachen Ständer aus Resten meiner Metallabschnittskiste gebaut. Das ist eine wirkliche Bereicherung für meine Werkstatt. Den Bau dieses Ständers habe ich mir ein wenig von Jimmy Diresta abgeguckt – aber das ist ja keine Schande, oder…? 🙂

Dann habe ich ja meine Werkstatt umgeräumt. Zum Beispiel habe ich meine Kapp- und Gehrungssäge mit dem großen Gehäuse entfernt und meine alte Hobelmaschine wieder reaktiviert. Allerdings nur den Abrichthobel, denn zum dickenhobeln habe ich ja den Dickenhobel von Makita. 🙂 Den Unterschrank der Kappsäge und die Hobelmaschine haben ihre Plätze getauscht, so dass ich jetzt wohl wieder öfter den Abrichthobel nutzen werde.

Als Folge davon habe ich meinen Arbeitstisch nicht nur anders angeordnet, sondern auch mit eine abklappbaren Arbeitsfläche versehen.

Ich nutze ihn nun als Verlängerungstisch für die Tischkreissäge und als Aufbewahrung für meinen Werkstattsauger. Sollten die zusätzlichen 140 cm nicht ausreichen, habe ich immer noch meine riesige 40 mm Siebdruckplatte, die ich als Unterlage für mein Tresenprojekt genutzt habe. Sie ist aber für den Dauereinsatz einfach zu groß.

Für den Bau des rollbaren Unterschranks musste ich mehrere OSB-Platten ablängen. Dafür habe ich mir auf die Schnelle eine Führungsschiene gebaut, um mit meiner Akku-Handkreissäge gerade Schnitte zu erzielen. Als Grundlage habe ich eine Laminatdiele aus dem Dachgeschoss-Umbau genommen. Ganz simpel und effektiv.

Dann habe ich noch einige neue Sachen bestellt, z.B. den Starret-Winkel, den Gluebot, Silikonpinsel…

… und einen verstellbaren Kreisschneider…

Zuletzt habe ich noch einen verstellbaren Anschlag für meine Tischkreissäge gebaut. Die Idee stammt von Stephan Pöhnlein, dessen Youtube-Kanal ich euch wirklich ans Herz legen möchte. Er hat sehr kreative Ideen!

So das war es jetzt erstmal von mir. In den nächsten Wochen gibt es wieder Projektbeschreibungen. Bis dahin wünsche ich dir ein tolles Wochenende!

Herzliche Grüße

Frank