Neue Schubladen für ein altes Regal

Da ich ja gerade dabei bin, meine Werkstatt neu zu organisieren und vor allem mal auszumisten, fiel mein Augenmerk auf mein altes Regal. Ich glaube jeder hat so ein Regal, wo sich im Laufe der Jahre ganz viele Dinge ansammeln, die man irgendwann “bestimmt mal brauchen wird” oder die woanders einfach nicht hinpassen. Mein Regal war jedenfalls total zugemüllt und es war an der Zeit diesen toten Raum neu zu organisieren.

das war alles in dem Regal… übrigens rechts außen zu sehen

Ich beschloss Schubladen einzubauen, die sich ganz herausziehen lassen. Dabei sollten in dem obersten und im untersten Fach jeweils nur eine große Schublade mit offener Seite für größere Gegenstände sitzen. In den beiden mittlerern Fächern wollte ich jeweils zwei Schubladen einbauen. Die Schubladen sollten den Inhalt vor Staub und Schmutz schützen und ein übersichtliches Verstauen ermöglichen.

Es gab nur ein Problem. Das Regal steht in der hintersten Ecke meiner Werkstatt und davor steht der Schweißplatz, der fest verbaut ist. Außerdem ist das Regal nicht ganz gerade und die Fächer haben teilweise unterschiedliche Breiten. Das Einbauen der Auszüge und der Schubladen wäre also unglaublich aufwändig und ich würde mir nur wieder weh tun, wenn ich aus Wut irgendwo gegentrete… 🙂

Die Lösung fiel mir wie so oft beim Duschen ein. Ich baue einfach Einschübe, in die ich die Schubladen vorher einbaue. Dadurch erreiche ich exakte Maße für die Schubladen und kann die fertigen Einheiten bequem in die Fächer schieben und fixeren.

Da ich noch 15 mm OSB-Platten übrig hatte, baute ich alles aus diesem Material.

Die Einschübe

Zuerst wollte ich komplett geschlossene Boxen bauen. Allerdings mussten ja nur die inneren Abstände gleich sein, damit die Schubladen vernünftig laufen. Also habe ich die Seitenteile so zurechtgesägt, dass sie von der Höhe her genau in die Fächer passten. Für die exakten Abstände habe ich 10 cm breite OSB-Streifen auf der Tischkreissäge mit einem Stopblock gesägt. Die Streifen habe ich mit Leim oben und unten angepinnt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Schubladen

Die vier mittleren Schubladen baute ich ganz unspektakulär, in dem ich die auf Maß gesägten Seitenteile an den Boden mit Leim und Pins befestigte.

Das ging sehr schnell und die Stabilität ist völlig ausreichend.

Nun montierte ich die Vollauszüge mit Hilfe von Abstandshaltern in den Einschüben. Der untere Abstandshalter ist 55 mm, der obere 140 mm hoch.

Ich probierte dabei meine neuen Zentrierbohrer aus und war total enttäuscht. Zwei Bohrer waren total schief, so dass sie beim Bohrern herumeierten und ein exaktes Arbeiten unmöglich war. Dabei sind diese Zentrierbohrer eigentlich eine tolle Sache. Der Bohrer steckt dabei in einer versenkbaren Hülse, die auf die Bohrung des zu verschraubenden Teils aufgesetzt wird. Die Hülse zentriert den Bohrer und mit leichtem Druck bohrt man dann vor. So die Theorie…

Bevor ich die erste Schublade an die Auszüge schraubte, legte ich 5 mm Abstandshalter darunter, damit sie nicht auf dem Einschubboden aufliegt.

Die Schublade wird etwas herausgezogen, der Auszug auch und dann wird ganz vorne die erste Schraube gesetzt. Nun wird die Schublade weiter ausgezogen – sie liegt immer noch auf den Abstandshaltern- und die nächsten Schrauben werden gesetzt.

Jetzt können die Abstandshalter entfernt werden und die Schublade sitzt gerade im Einschub. Mit der zweiten Schublade wird genauso verfahren.

 

Damit ich die Schubladen ohne Griffe erstmal leichter aufziehen kann, habe ich einfach Klebestreifen angeklebt. Den fertigen Einschub konnte ich nun ja…äh einschieben.

Im Anschluss wollte ich die Schubladenfronten anfertigen – also im März 2018, allerdings habe ich das bis heute (August 2018) noch nicht gemacht… Aber habe ich die Schubladen eingerichtet und sie erweisen sich im Werkstattalltag als äußerst nützlich.

 

In der obersten Schublade habe ich mir vier günstige Sortimentskoffer besorgt, in die ich die vielen Kleinteile geordnet habe.

Durch diese und weitere Organisationsmassnahmen kriege ich das Chaos in meiner kleinen Werkstatt allmählich in den Griff. Es ist erstaunlich, wie positiv sich die Ordnung auf die Arbeitsabläufe und meine Kreativität auswirken. Aber man ist ja nie fertig… 🙂

Ich hoffe, ich konnte dich ein wenig mit dieser Lösung inspirieren und wünsche dir alles Gute!

 

Herzliche Grüße

Frank

-der Kellerwerker

Neuigkeiten vom Kellerwerker

Meine Güte, wie die Zeit vergeht…

Mein letzter Blogbeitrag ist nun schon sehr lange her. Ich hatte aber auch eine Menge zu tun. Beruflich und privat standen eine menge Sachen auf meinem Zettel, der nun allmählich kleiner zu werden scheint.

Zum Beispiel schreibe ich nun Testberichte für die Seite allesbeste.de. Es handelt sich um eine Testseite, die alles Mögliche – vom Smartphone bis zur Küchenmaschine testet und dabei den Anspruch hat, wirklich die jeweils besten Geräte zu finden. Anfangs hatte ich Bedenken wegen Befangenheit oder einseitigen Testbedingungen. Diese Bedenken konnten aber glaubwürdig ausgeräumt werden. Ich soll nun die Testberichte für Werkzeuge neu erstellen und habe dabei absolut freie Hand. Es gibt weder Vorgaben noch Einschränkungen und vor allem keine Favorisierung einzelner Hersteller oder Marken.

Im ersten Testbericht testete ich knapp 30 verschiedene Akkuschrauber und war doch überrascht, wie aufwändig so ein Test sein kann… Hier findest du den Testbericht.

Weiterhin habe ich ein neues Buch mit dem frechverlag aus Stuttgart geschrieben. Hier der Amazon-Link (kein affiliate-Link)

Es kommt mir vor, als wenn ich die erste Projektbesprechung für das zweite Buch erst letzte Woche hatte. Und nun ist es im Handel erhältlich…

Es handelt sich um das “Aufpimpen” von Kommoden und anderen Möbeln, die im Buch zwar nicht namentlich genannt werden dürfen, aber allesamt von einem schwedischen Möbelhaus stammen… 🙂 Es hat 80 Seiten – ist also deutlich kleiner ausgefallen, als das Trick 17-Buch, und richtet sich an absolute Einsteiger im DIY-Bereich.

Ich habe hierbei einfache Veränderungen durchgeführt – die Füße bearbeitet, Zierleisten auf die Schubladen geklebt und drei Kommoden unterschiedlich farbig lackiert. Kleine Schränkchen wurden auch umgebaut, sowie ein Hocker und ein Stuhl aufgewertet. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es begleitendes Videomaterial gibt, welches sich der geneigte Leser herunterladen kann.

Für mich war das sehr spannend, habe ich doch das erste mal bei professionellen Videoaufnahmen in einem Studio des frechverlages mitwirken dürfen.

Es war wahnsinnig warm im Studio und wir hatten auch nur einen Tag Zeit. Allerdings hatte ich eine hervorragende Betreuung durch meine Produktmanagerin Lara, sowie dem Studioleiter Joel – vielen Dank nochmal an euch beide! Es hat wirklich Spaß gemacht.

Ich bin sehr gespannt, wie dir das Buch gefällt. Aus alter Tradition verlose ich hier mal wieder ein Exemplar an den Leser oder die Leserin, die mir den besten Grund dafür bietet… 🙂 Schreibe einfach in die Kommentare, warum du unbedingt dieses Buch brauchst.

Aktuell baue ich einen rustikalen Gartentisch aus Fichtenbohlen für meine Schwiegereltern, danach folgt ein Regal aus Buchenleimholz für einen guten Freund.

Selbstverständlich werde ich über diese Projekte hier berichten.

Morgen kommt übrigens ein Beitrag, der sich auf ein etwas älteres Projekt bezieht: Chaosbeseitigung in meiner Werkstatt – ich habe Schubladen in ein altes Regal gebaut. Aufgrund von Platzproblemen war das etwas knifflig…

Es geht also weiter hier beim Kellerwerker. Wenn du auf dem Laufenden bleiben möchtest, findest du mich auch auf Instagram. Hier poste ich unregelmäßig über meine aktuellen Projekte.

Ich wünsche dir noch eine tolle Restwoche!

Herzliche Grüße vom Kellerwerker

Tapezieranleitung: Vliestapeten in 6 Schritten richtig anbringen

Hier mal eine Anleitung von Frau von Bergen:

Was sind Vliestapeten?

Vliestapeten liegen auch bei passionierten Heimwerkern voll im Trend, denn sie haben im Vergleich zu herkömmlichen Tapeten viele unschlagbare Vorteile.

Vliestapeten müssen beispielsweise nicht eingekleistert werden, von daher ist die Verarbeitung vollkommen problemlos ohne Tapeziertisch möglich, denn lediglich die Wand wird mit einem speziellen Vliestapetenkleister eingestrichen. Da das Einkleistern der Tapetenbahnen wegfällt, dehnen sich Vliestapeten nicht aus und können deshalb anschließend auch nicht zusammenschrumpfen.

Vliestapeten werden also trocken und bahnenweise auf eine Wand aufgebracht, die vorher mit einem speziellen Wandkleber für Vliestapeten eingestrichen wird. Da die Klebewirkung dieses Kleisters geringer ist als der Zugbelastungskoeffizient der Vliestapete, lässt sich das Gewebe bei Bedarf bahnenweise und trocken abziehen.

Weitere Vorzüge der Vliestapete sind:

  • ihre enorme Strapazierfähigkeit
  • die schwere Entflammbarkeit
  • die Eigenschaft, selbst Risse im Wandputz zu überdecken
  • lässt sich bei Bedarf sehr leicht wieder abziehen

Wie werden Vliestapeten richtig tapeziert?

Die folgende Tapezieranleitung beschreibt in 6 Schritten anschaulich, welche Vorbereitungen getroffen werden müssen, welche Vorarbeiten erforderlich sind und wie das Tapezieren im Detail erfolgt.

  1. Schritt: Was und wie viel darf es denn sein? – Die Checkliste für Baumarkt und Fachgeschäft

Vliestapeten sind aufgrund des strapazierfähigen Zellstoffträgermaterials teurer als einfache Raufaserqualität. Es lohnt sich deshalb, zunächst den genauen Tapetenbedarf zu ermitteln. Dieser ergibt sich aus den zu tapezierenden Wandflächen (Breite x Höhe), abzüglich der Flächen für Fenster und Türen. Bei jeder handwerklichen Arbeit, so auch hier beim Tapezieren von Vliestapeten, hängt der Erfolg ebenso maßgeblich davon ab, ob Qualität oder Billigware gekauft wird und ob alle notwendigen Hilfsmittel für das fachgerechte Ausführen der Tapezierschritte parat liegen. Deshalb folgt hier eine Liste mit den notwendigen Tapeziermaterialien:

  • Vliestapetenrollen
  • Spezialwandkleber für Vliestapeten
  • Kleistereimer
  • Holzstab oder elektrisches Rührgerät (eventuell leihweise)
  • Malerbürste oder Lammfellrolle für das Aufbringen des Wandklebers
  • Bürste mit weichen Borsten um die Bahnen der Vliestapete zu glätten
  • Nahtroller
  • grobe Schere oder spezielles Tapetenmesser
  • Lot für das lotrechte Aufbringen der ersten Tapetenbahn und Bleistift (die Lotlinie ist mit einem Bleistift auf dem Wandputz anzuzeichnen)
  • Kreppband zum Abdecken von Türen, Fenstern und Steckdosen
  • Abdeckfolie für Boden, Möbel und Lampen
  • Material zum Entfernen der alten Tapete (Spülmittel, Schwamm und Spachtel)
  • Material für die Glättung der Wand und zum Verfüllen von Wandrissen (Spachtel und Spachtelmasse)
  1. Schritt: Vorarbeiten erleichtern das spätere Tapezieren

Bei abgeschalteten Sicherungen werden nun zunächst die Abdeckungen von Wandlichtschaltern und Steckdosen entfernt. Die dadurch entstehenden Wandlöcher werden später zunächst mit übertapeziert. Alte Tapetenschichten sollten mit Wasser und Spülmittel aufgeweicht und dann abgezogen werden, gegebenenfalls unterstützend mit einem breiten Spachtel. Um Teppiche oder Böden dabei nicht zu befeuchten oder zu verschmutzen, ist eine Abdeckfolie auszulegen, die mit Kreppband im Bereich der Fußleisten zu fixieren ist.

Nach dem Entfernen der alten Tapeten ist besonderer Wert darauf zu legen, Unebenheiten sowie Löcher und Risse im Wandputz mithilfe von Spachtelmasse und Spachtel zu verfüllen, damit die dünnschichtigen Vliestapeten später glatt und gleichmäßig aufgebracht werden können.

  1. Schritt: Richtiges Zuschneiden der Vliestapete

Das Zuschneiden ist gar nicht so schwer, eine grobe Schere kann helfen. (© Kelvinjay – Istockphoto.com)

Beim Zuschneiden der trockenen Bahnen mit einem Tapetenmesser oder einer groben Schere muss man zwei Dinge besonders beachten.

Erstens schneidet man die Bahnen auf Überlänge, also so, dass die Bahn etwa 10 cm länger, als die zu tapezierende Wandlänge ist (Überstand wird später passend gekürzt).

Zweitens schneidet man sie so, dass bei Mustertapeten die Muster bei nebeneinanderliegenden Bahnen zueinanderpassen. Bewährt hat sich dabei eine Vorgehensweise, bei der man die vorangegangene Bahn neben die nächste Bahn legt und auf diese Weise den Zuschnitt kontrolliert. Weiterführende Informationen speziell zum Zuschneiden von Tapeten bieten im Übrigen auch die Tapezieranleitungen auf dieser Webseite zum Thema.

  1. Schritt: Nicht kleckern, sondern kleistern!

Wenn man keinen Flüssigkleister verwenden möchte, sondern den Kleister aus Pulver und Wasser zusammenrühren will, sollte man peinlich genau darauf achten, dass keine Kleisterklumpen in der angerührten Masse verbleiben, denn diese würden später die Vliestapete ausbeulen.

Verklumpungen verhindert man am besten so, dass man das Pulver kontinuierlich in warmes Wasser streut und das Pulver dabei gleichzeitig mit einem Holzstab oder mit einem elektrischen Rührgerät umrührt.

Auch bei dieser Arbeit sollte darauf geachtet werden, dass der Kleber nicht auf einen eventuell vorhandenen Teppichboden etc. kleckert, um dort bloß keine irreversiblen Flecken zu verursachen.

Tipp: Wenn man den angerührten Kleister am nächsten Tag weiterverwenden möchte, kann man den Kleister haltbar machen, indem man die Kleisteroberfläche mit einer dünnen Wasserschicht überdeckt und den Eimer mit einem Deckel oder einer reißfesten, elastischen Folie abschließt.

  1. Schritt: Perfektes Tapezieren von Vlies – selbst für Gelegenheitsheimwerker

 

Tapeten werden immer von innen nach außen glatt gestrichen, um Luft entweichen zu lassen und um Blasen zu vermeiden. Dies kann mit einer Tapetenbürste oder mit einem weichen Tuch geschehen. (© Yunava1 – Fotolia.com)

Der angerührte Kleister wird nun für eine Breite von gut 2 oder 3 Bahnen auf die Wand aufgetragen und die Tapetenbahnen werden anschließend aufgelegt. Man beginnt mit der ersten Bahn an einer angezeichneten Lotlinie und streicht dann die Bahn mit einer weichen Bürste zunächst von oben nach unten und dann zu den Seiten glatt. Danach wird die nächste Trockenbahn passgenau und gegebenenfalls auch mustergenau an die erste Bahn angelegt, wobei anschließend die Stoßkante mit einem Nahtroller angedrückt wird.

Auf diese Weise lösen sich die Bahnkanten nicht wieder ab. Innenecken von Zimmerwänden sind nicht immer lotrecht, was dazu führt, dass die dort aufgebrachte Bahn leicht schräg liegt. Durch anschließendes Ausloten und Anzeichnen kann die Schräge abgeschnitten und damit wieder eine lotrechte Tapezierkante geschnitten werden.

Steckdosen und Lichtschalter werden zunächst übertapeziert und danach wird der Bereich der Schalter sorgfältig freigeschnitten. Vorher muss unbedingt geprüft werden, dass die entsprechenden Sicherungen abgeschaltet sind, um möglichen Unfällen vorzubeugen. Fensterkanten werden erst überständig tapeziert und danach passgenau zugeschnitten. Holzrahmen müssen hingegen geschützt werden, damit es nicht zu Verfärbungen kommt.

  1. Schritt: Trocknen der Vliestapete – nur zum Zuschauen!

Nach Beendigung der Tapezierarbeiten müssen die Bahnen noch etwa einen Tag lang durchtrocknen, allerdings ohne Zuhilfenahme eines Heizlüfters, denn sonst könnten sich die Bahnen durch zu schnelles Trocknen wieder ablösen.

Wichtig ist es deshalb, ab und zu seine Tapezierarbeiten in Augenschein zu nehmen und sich eventuell ablösende Partien erneut mit dem Nahtroller anzudrücken.

Welche Vliestapeten bieten Baumärkte und Tapetenshops aus dem Internet an?

Baumärkte und Tapetenshops aus dem Internet bieten ein riesiges Angebot hochwertiger und einzigartiger Vliestapeten aus der ganzen Welt an, so zum Beispiel auch aus den USA und Australien. Unterschiedlichste Stile und modernes Tapetendesign ermöglichen die Verwirklichung selbst extravaganter und sehr individueller Wohnideen, sodass mit Sicherheit jeder seine individuelle Wunschtapete finden kann, sowohl im Baumarkt als auch über einen der zahlreichen Tapetenshops im Internet.

Fazit:

Vliestapeten schlagen ein ganz neues Tapezierkapitel auf. Sie sind auch für den Hobbyhandwerker und natürlich auch für die ambitionierte Handwerkerin sicher und sauber aufzutragen. Durch die Wahl zwischen glatten und rau geprägten sowie vielfältig gemusterten Vliestapeten besteht die Möglichkeit, sein Heim ganz nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten.

French Cleat – Aufhängung für Wanddeko

Vielleicht kennst die diese Dekoelemente von IKEA, die an die Wand gehängt werden. Ich glaube sie werden nicht mehr bei IKEA verkauft aber sie sind immer noch im Umlauf. Vor allem bei einer Freundin von mir, die acht Stück davon in ihrer neuen Wohnung aufhängen will.

Das Problem dabei: es gibt irgendwie keine richtig durchdachte Lösung zum Aufhängen dieser Teile. Vor allem, wenn man mehrere Elemente gleichmäßig anordnen will. Weiterhin gibt es dort im Hause keinen versierten Heimwerker, der sie aufhängen könnte.

Die Lösung: French Cleat und den voll motivierten Kellerwerker! Ich versehe die Elemente jeweils mit French Cleat Aufhängungen, fertige eine Bohrschablone an und sorge so für einen ausgeglichenen Hausfrieden. (Happy Wife Happy Life…)

Zuerst hobelte ich eine Leiste aus meinem Fundus auf etwa 18 mm Stärke. Warum 18 mm erkläre ich gleich.

Dann zerteilte ich die Leiste mit einem 45 Grad-Schnitt auf der Tischkreissäge längs in zwei gleiche Teile.

Für die acht Wandelemente sägte ich 16 Stücke á 100 mm zurecht.

Als Unterlage für die Aufhängungen sägte ich eine 9 mm starke Multiplexplatte in 60 mm breite Streifen und zerteilte sie in 16 Stücke á 150 mm. Wofür eine Unterlage? Da komme ich gleich zu.

Nun hatte ich folgende Grundmaterialien zur Verfügung:

Die Unterlagen und die Aufhängung ergibt eine Gesamthöhe von 26 mm. Der Zwischenraum zwischen Wandelement und Wand beträgt 27 mm. Durch die French Cleat-Aufhängung zieht sich das Element durch sein Eigengewicht Stramm an die Wand. Aber das zeige ich dir später nochmal.

Nun habe ich die Aufhängungen mit Sekundenkleber und Aktivator auf die Unterlagen geklebt. Wichtig ist, dass das alle Teile mit den gleichen Seitenabständen verklebt werden, damit die Schablone für alle Wandelemente einsetzbar ist. Das bedeutete für mich, dass ich eine Vorrichtung bauen musste. Und das tat ich auch:

Damit konnte ich sicherstellen, dass die Aufhängung oben bündig anliegt und seitlich sowohl rechts als auch links immer 30 mm Abstand eingehalten wird.

Also Serienfertigung mit Sekundenkleber…

Im Anschluss habe ich von hinten jeweils zwei Klammern mit dem Drucklufttacker eingeschlagen. Nur zur Sicherheit…

Warum aber die Unterlagen? Nun die Wandelemente bestehen aus Kunststoff (PP). Dieser Kunststoff lässt sich mit normalem Kleber nicht gut kleben. Damit die Aufhängungen halten, habe ich die Kunststoffoberfläche mit Schleifpapier angeraut und mit Aceton entfettet.

Dann trug ich Sekundenkleber auf und sprühte die Unterlage mit der Aufhängung von unten mit Aktivator ein. In dieser Kombination hält das Ganze. Ich habe die beiden Teile mit einer Federklemme kurz fixiert, aber der Kleber heißt ja nicht umsonst “Sekundenkleber”…

Kommen wir nun zum Wandstück und zur Bohrschablone.

Die Wandstücke habe ich aus der anderen Leiste gesägt. Sie sind etwas kürzer (80 mm), damit man das Wandelement noch etwas nach rechts und links verschieben kann. Ich sägte also wieder 16 Stück zurecht und bohrte in die Mitte ein 4,5 mm Loch hinein. Auch dazu nutzte ich meine Universalschablone, um allen Teilen identische Bohrungen zu verpassen.

Im Anschluss senkte ich die Bohrung.

Die Bohrschablone sägte ich aus einem Stück der Multiplexplatte. Sie ist genau so breit wie die Wandelemente (552 mm) und 80 mm hoch.

Nun setzte ich die Wandstücke ein und richtete sie so aus, dass sie an beiden Seiten den gleichen Abstand vorwiesen.

Diesen seitlichen Abstand übertrug ich auf die Bohrschablone.

Nun übertrug ich den Abstand von der Oberkante des Elementes bis zur Bohrung des Wandstückes und bohrte zwei 6 mm Löcher in die Schablone.

Jetzt braucht meine Freundin nur noch die Bohrschablone an die Wand halten, sie so ansetzen, wie das Wandelement hängen soll, mit der Wasserwaage ausrichten und die Löcher anzeichnen. Ganz simpel. Und damit nichts schief gehen kann, lege ich dem Paket noch Schrauben und Dübel bei… der Fullservice sozusagen… 🙂

Ich bin gespannt, ob das alles so funktioniert, wie ich mir das ausgedacht habe… ich werde berichten.

Herzliche Grüße

Frank

-der Kellerwerker

 

 

 

 

Bett selber bauen

Ich hatte ja bereits für meine Schwiegereltern ein Bett mit einer großen Schublade gebaut. Die Besonderheit lag darin, dass der Korpus des Bettes aus einfachen Multifunktionsplatten – also 28 mm “dünnen” Arbeitsplatten besteht.

Nun hat eine Freundin aktuell großen Bedarf an einem günstigen Bett mit 140 cm Breite. Ihr Schlafzimmer ist satte 7 m² groß und für eine Schublade gibt es keinen Platz.  Ich entschied mich für einfache Lamellentüren aus dem Baumarkt. Durch das erhöhte Bett entstand ein ziemlich großer Stauraum darunter, den sie dringend braucht. So sah die Planung aus:

Aktuell leide ich an totaler Zeitknappheit. Deshalb fehlen auch von einigen Arbeitsschritten entsprechende Bilder. Ich versuche dir trotzdem die einzelnen Abläufe plastisch zu beschreiben… 🙂

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Obstkiste selber bauen

Vor einigen Tagen baute ich für eine gute Freundin zwei stabile Obstkisten, die sie als Ständer für einen Wohnzimmertisch nutzen wollte. Das Projekt habe ich gemeinsam mit ihrem 10-jährigen Sohn in etwa 3 Stunden aus Restholz gebaut.

Wie ich nun so in meiner Werkstatt stehe, fällt mein Blick auf Abschnitte, die ich gar nicht mehr auf dem Zettel hatte. Es waren etwa 10 mm starke und 60 mm breite Bretter, die bei einem anderen Projekt übrig geblieben sind. Außerdem fand ich noch eine etwa 2 Meter lange Leiste, die einen 45 Grad Winkel aufwies – also ein Eckprofil.

Das war die perfekte Materialkombination, um mal zu testen, wie lange ich für eine typische Obstkiste brauche. Es musste schnell gehen, denn ich hatte in etwa eineinhalb Stunden einen Termin… wie so oft erwischte ich das perfekte Timing mit meinen supertollen Einfällen…

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Das 60 Minuten Regal

Wie so oft ergeben sich die meisten meiner Projekte während ich andere Projekte bearbeite oder einfach nur tatenlos in der Werkstatt sitze. Gestern war letzteres der Fall. Ich saß also so herum und ärgerte mich über das Gewusel auf der Werkbank, den Farbdosen, die auf dem Boden in der Ecke standen, usw. Das wollte ich ändern! Ich brauche Stauraum! JETZT!!!

Schnell habe ich mir überlegt, dass ich eine Nische in dem angrenzenden ehemaligen Kohlekeller mit einem Regal füllen kann. Dort sollte alle meine Farbdosen und Kartuschen usw. gelagert werden. Eine für mich typische Skizze war schnell erstellt und schon fand ich mich wie von Geisterhand im Baumarkt wieder. Mein Regal sollte 1100 mm breit und 1150 mm hoch sein, dabei eine Tiefe von 300 mm haben. Ruckzuck waren 8 Leimholzplatten (300×1200) und zwei Sperrholzplatten (600×1200) eingepackt und rumsdibums war alles in der Werkstatt und wartete ungeduldig auf die Verarbeitung.

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Die Verlosung und ein Update

Nachdem ich mich einigermaßen von meiner Kiefer-OP erholt habe- danke Dr. Kling- freue ich mich nun den Gewinner der letzten Verlosung bekanntgeben zu dürfen.

Das neueste Standardwerk der Heimwerker “Trick 17 – Heimwerken” hat gewonnen….

Rene Jung

Herzlichen Glückwunsch!

Bitte schreibe mir an info@kellerwerker.de deine Adresse, dann sende ich dir dein persönliches Exemplar zu.

Alle anderen Teilnehmer danke ich herzlich für ihr Interesse.

Im Übrigen druckt der Verlag gerade die zweite Auflage, weil sich die erste Auflage bereits verkauft hat! WOW!

Ich muss nun noch eine Woche Zwangspause einhalten, dann darf ich wieder herumwerkeln…

Zuletzt habe ich an einem rollbaren Unterschrank für meinen Schweißplatz gearbeitet. Das Gestell aus Winkelprofilen und die Schubladen sind bereits fertig uns es muss nur noch alles zusammengebaut werden. Vielleicht mache ich diesmal auch ein Video davon, mal sehen.

Seit einiger Zeit treibe ich mich auch auf Instagram herum (rath.frank). Hier poste ich immer mal wieder Bilder oder kurze Clips von meinen aktuellen Projekten. Schau doch mal vorbei.

Demnächst schreibe ich noch einen Beitrag über meine neue mobile Metallbandsäge – eine Flex 2908. Ich habe sie auf Ebay-Kleinanzeigen gekauft und ich bin total begeistert! Sie macht zwar viel Lärm, allerdings deutlich weniger Dreck – also herumfliegende Späne, als meine Metall-Kappsäge. Um Sie auch stationär betreiben zu können, habe ich einen ganz einfachen Ständer aus Resten meiner Metallabschnittskiste gebaut. Das ist eine wirkliche Bereicherung für meine Werkstatt. Den Bau dieses Ständers habe ich mir ein wenig von Jimmy Diresta abgeguckt – aber das ist ja keine Schande, oder…? 🙂

Dann habe ich ja meine Werkstatt umgeräumt. Zum Beispiel habe ich meine Kapp- und Gehrungssäge mit dem großen Gehäuse entfernt und meine alte Hobelmaschine wieder reaktiviert. Allerdings nur den Abrichthobel, denn zum dickenhobeln habe ich ja den Dickenhobel von Makita. 🙂 Den Unterschrank der Kappsäge und die Hobelmaschine haben ihre Plätze getauscht, so dass ich jetzt wohl wieder öfter den Abrichthobel nutzen werde.

Als Folge davon habe ich meinen Arbeitstisch nicht nur anders angeordnet, sondern auch mit eine abklappbaren Arbeitsfläche versehen.

Ich nutze ihn nun als Verlängerungstisch für die Tischkreissäge und als Aufbewahrung für meinen Werkstattsauger. Sollten die zusätzlichen 140 cm nicht ausreichen, habe ich immer noch meine riesige 40 mm Siebdruckplatte, die ich als Unterlage für mein Tresenprojekt genutzt habe. Sie ist aber für den Dauereinsatz einfach zu groß.

Für den Bau des rollbaren Unterschranks musste ich mehrere OSB-Platten ablängen. Dafür habe ich mir auf die Schnelle eine Führungsschiene gebaut, um mit meiner Akku-Handkreissäge gerade Schnitte zu erzielen. Als Grundlage habe ich eine Laminatdiele aus dem Dachgeschoss-Umbau genommen. Ganz simpel und effektiv.

Dann habe ich noch einige neue Sachen bestellt, z.B. den Starret-Winkel, den Gluebot, Silikonpinsel…

… und einen verstellbaren Kreisschneider…

Zuletzt habe ich noch einen verstellbaren Anschlag für meine Tischkreissäge gebaut. Die Idee stammt von Stephan Pöhnlein, dessen Youtube-Kanal ich euch wirklich ans Herz legen möchte. Er hat sehr kreative Ideen!

So das war es jetzt erstmal von mir. In den nächsten Wochen gibt es wieder Projektbeschreibungen. Bis dahin wünsche ich dir ein tolles Wochenende!

Herzliche Grüße

Frank

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hurra, mein Buch ist da!

Heute ist ein besonderer Tag für mich! Warum?
Heute erscheint “mein” Heimwerker-Buch in den Buchläden, auf Amazon und den bekannten Buchhändlern.
Der frechverlag hat mich kurz nach dem Tod meiner Frau angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, als Autor an einem Buch für Heimwerkerhacks mitzuarbeiten.
Ich dachte nicht weiter darüber nach, sondern sagte zu – ohne dass ich etwas von dem Verlag jemals gehört hatte. Es erschien mir als ein “Zeichen des Universums” und somit wartete ich gespannt auf die Dinge, die da kommen mögen.
Na ja, der Titel war soweit schon klar “222 Lifehacks rund ums Bauen, Renovieren und Sanieren” deshalb war mein Job auch eigentlich schon soweit definiert.
Ich musste also innerhalb einiger Wochen die “Hacks” zusammensammeln, kategorisieren, näher beschreiben und alles zum Verlag schicken. Mir zur Seite stand die bezaubernde Produktmanagerin Janina – vielen Dank nochmal für deine Geduld…
Ich ging also in meine Werkstatt und ließ mich von der Umgebung inspirieren. Innerhalb weniger Stunden hatte ich etwa 180 Hacks zusammen, die ich auf einen werkstattüblichen Schmierzettel kritzelte. “Mensch, das geht ja leicht von der Hand!”, dachte ich.
Die eigentliche Arbeit begann aber erst, denn die letzten 60 Hacks waren wirklich schwer zu finden… Aber nach vielen Stunden der Internetrecherche und kontinuierliches Generve meines Heimwerkerumfeldes (“weißt du noch einen Trick?— Nee, hab ich schon…”) hatte ich alle Hacks zusammen.
Nun ging es ans Ausformulieren und zwar so, dass es ein absoluter Laie versteht… Janina war sozusagen meine Testperson und schob mich immer wieder in die richtige Bahn.
Dann kam das wirklich spannende: das Fotoshooting in meiner kleinen Kellerwerkstatt! Alleine die Planung der Reihenfolge der Hacks hat mir schlaflose Nächte bereitet…
Michael, der Fotograf und Janina, die Produktmanagerin kamen hier nach Lübeck und wir verbrachten zu dritt knapp drei Tage mit dem Nachstellen meiner Hacks. Geplant waren etwa 60-80 Hacks fotografisch festzuhalten. Da es aber wirklich gut lief, haben wir etwa 180 Hacks geschafft! Der Rest wurde im Studio in Stuttgart fotografiert oder gezeichnet.

ausnahmsweise mal aufgeräumt…

Übrigens wurden auch Aufnahmen von mir gemacht – ich habe mich kurzerhand entschieden, die angestrebte Modell-Karriere nicht weiter zu verfolgen…
Es folgten immer wieder Änderungen, Ergänzungen, Fotoauswahlen, Layout-Kontrollen bis dann endlich die Deadline erreicht wurde und wir nichts mehr machen konnten. Komisches Gefühl…
Und nun ist es endlich in den Buchläden! Auch ein komisches Gefühl, aber ein richtig gutes!
Ich habe mir vorgenommen, in jedes Buchgeschäft in Lübeck zu gehen und nach “meinem” Buch zu fragen… 😀
So, nun kennst du exklusiv die Hintergrundgeschichte des neuesten Bestsellers in Deutschland und kannst jedem erzählen: “…ja, den verfolge ich schon lange auf seinem Blog…” 😀
Wenn du ein Exemplar unterschrieben haben möchtest, schick es mir einfach zu oder komm vorbei und ich signiere es dir… !
Zur Feier des Tages verlose ich eines meiner persönlichen Exemplare! Schreibe einfach einen Kommentar, warum Du das Buch unbedingt brauchst – bis zum  02.02.2018!
Herzliche Grüße
Frank
– der Kellerbuchautorwerker

Beistelltisch selber bauen

Mein Schwiegervater hat von uns zwei Sessel geschenkt bekommen, die wir nicht mehr nutzen. Dazu hat er sich einen kleinen Beistelltisch gewünscht. Mein erster Gedanke: “so einen Beistelltisch kann ich doch selber bauen…!” Allerdings habe ich im Moment recht wenig Zeit, deshalb musste die ganze Konstruktion sehr simpel und schnell zu bauen sein.

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