Stationärer Blechknabberer

Für meinen Wurfinator 3000 benötigte ich sechs gleich große Blechplatten, die ich aus einem großen Stück Abfallblech herausschneiden wollte.

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das Rohmaterial stammt vom Schrott

Dafür habe ich mir eigens einen Blechknabberer gekauft, den man mit einer handelsüblichen Bohrmaschine betreiben kann.

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das Schneidwerk des Knabberers, aus dem Loch kommen die “Halbmonde” – also die Späne des Bleches heraus

Der Vorteil so eines Blechknabberers ist der, dass sich Blech bis etwa 2-3 mm sehr einfach und sauber schneiden lässt – viel besser als z.B. mit dem Winkelschleifer. Die “richtigen” Blechknabberer kosten alle ab 100€ aufwärts, da ist diese 40 €-Variante für mich absolut ausreichend.

Im Freihandbetrieb lässt sich das Blech sehr leicht, schnell und vor allem gratfrei schneiden. Es ist ziemlich laut, aber nicht ansatzweise so laut wie mit einem Winkelschleifer.

Allerdings ist es ziemlich schwierig gerade Schnitte auszuführen.

Da ich nun sechs identische Teile benötigte, dachte ich mir, es wäre ganz nett, dafür etwas stationäres zu entwickeln, was mir eben jene geraden Schnitte ermöglichen sollte.

Also ab ins Kellerwerker-Forschungslabor und frisch ans Werk!

Für Arbeitsflächen stehe ich ja voll auf Siebdruckplatten. Ich habe in meinem Lager noch Reststücke einer 12 mm Siebdruckplatte übrig und schnitt diese mit der Tischkreissäge auf 400×400 mm zurecht.

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12 mm Brettstärke ist genau richtig

Etwa Mittig bohrte ich eine 16 mm Loch für den Schaft des Knabberers.

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Die Aufnahme des Knabberers muss bündig mit dem Arbeitstisch sein. Dann liegt aber der Auswurf für die Blechspäne (Halbmonde) in der Platte und das Material kann nicht ausgeworfen werden.

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Ich fräste also eine Art Dreieck in die Unterseite der Platte, so dass die Auswurföffnung frei liegt. Das ging mit meiner neuen Einhell-Oberfräse sehr gut. Ich bin völlig begeistert von der gut funktionierenden Staubabsaugung!

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Damit ich den Knabberer stabil befestigen kann, habe ich eine weitere Brettstärke unten eingesetzt, die dann mit der Unterseite des Arbeitstisches verschraubt wird. Damit auch hier die Späne gut abfließen können, habe ich den Bereich vor der Auswurföffnung mit einem Stechbeitel abgeschrägt.

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Das Loch entspricht dabei dem Durchmesser des Schaftes des Knabberers, so dass ich das vorhandene Gewinde nutzte und das Brettchen quasi aufschraubte. Dadurch sitzt der Knabberer bombenfest.

Nun wird das Brettchen mit dem Knabberer unter die Arbeitsplatte verschraubt, nachdem alles ausgerichtet wurde.

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Deutlich zu erkennen, dass die Späne bequem aus der vorgesehenen Öffnung herausfallen können.

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Die nächste Frage, die sich förmlich aufdrängte, war die der Befestigung der Bohrmaschine.

Zuerst wollte ich sie mit hochkant angebrachten Brettern befestigen. Das sah aber nicht nur total blöd aus, es war auch keine wirklich clevere Idee.

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Die Bohrmaschine verfügt aber vorne über einen 44 mm Schaft, den ich mir schließlich zu Nutze machte. Für die Schaftaufnahme nahm ich ein Stück Multiplex-Birke zeichnete mit dem Zirkel einen 44 mm Kreis und sägte ein Rechteck zurecht.

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Über und unter dem Kreis ließ ich etwa 10 mm stehen. Ich zeichnete die Mitte des Rechteckes an, zerteilte es mit der Bandsäge und schnitt die Halbkreise aus.

 

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Durch den unteren Teil bohrte ich eine Durchgangsbohrung für die Befestigung an der Arbeitsplatte.

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Auch durch das Oberteil setzte Durchgangsbohrungen für Holzbauschrauben an, die Ober- und Unterteil verbinden sollten.

Was soll ich sagen… es klappte richtig gut! Die Bohrmaschine hält wie verrückt!

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Um das Konstrukt zum Arbeiten zu befestigen, schraubte ich ein Stück Dachlatte an das hintere Ende, das dann im Schraubstock sitzt.

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Das Schneiden kleinerer Teile ging jetzt schon sehr gut, leider war es nahezu unmöglich gerade Schnitte hinzubekommen.

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Es setzte also einen Parallelanschlag in Form eines Siebdruckplatten-Reststückes mit der Schraubzwinge an.

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Und siehe da: super gerade Schnitte!

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Ich probierte noch mit Aluleisten und anderen Anschlagsvarianten herum. Klappte alles hervorragend.

Nun konnte ich meine 6 Blechstücke zurechtschneiden.

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Für das Bauen habe ich etwa zwei Stunden benötigt. Alle verwendeten Materialien kommen aus meinen Restbeständen, somit war dieses “Jig” sehr günstig… 🙂

Ähnlich wie bei meinem Minifrästisch, geht es mit rein um die Funktion. Deshalb habe ich weder auf genaue Maße, noch auf die Optik geachtet. Es gibt auch keinen zugeordneten Anschlag. Wenn ich einen brauchte, nehme ich das, was ich gerade finde.

Das Teil wird erfahrungsgemäß sowieso mehr im Weg stehen, als das es sich im Einsatz befindet… Egal, ich freue mich trotzdem darüber! 🙂

Ich wünsch Dir einen tollen Tag!

Herzliche Grüße

Frank

– der Kellerwerker

3 Gedanken zu „Stationärer Blechknabberer

  1. Daniel

    Hey Frank,
    danke für die Beschreibung.
    Das Teil fand ich beim Wurfinatot ja schon cool und wusste auch nicht,
    dass es die Knabberer für die Bohrmaschine gibt.
    … Muss ich wohl bald mal was aus Blech bauen 😉
    Grüße
    Daniel

    Antworten
    1. Frank Rath

      Hallo Daniel,
      das Teil ist echt gut. Du kriegst es für 40€ bei Westfalia.
      Übrigens danke nochmal für Deinen Kommentar zum Wurfinator!
      Ich bin auch immer wieder erstaunt, was am Ende bei solchen “Hauruck-Projekten” herauskommt… 🙂
      Herzliche Grüße

      Antworten
  2. Pingback: Unterschrank selber bauen - Der Kellerwerker

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