Archiv für das Jahr: 2014

Vorderzange selber bauen

Das Glück ist mit dem Suchenden… in meinem Fall nach dem Sperrmüll-Ausschauendem.

Ich fand auf einem verlassenem Sperrmüllhaufen die Seitenteile eines alten Kiefernbettes. Die stachen mir deshalb gleich ins Auge, weil es sich um 4 cm starke, 20 cm breite und 2 Meter lange Seitenteile handelte, die ich kurzerhand zusammen mit dem auseinandergenommenen Lattenrost in meinen Wagen legte.

Nun da ich beschloss eine Vorderzange selber zu bauen, kam mir mein abendlicher Fund sehr zugute.

Ich sägte mir von den Seitenteilen zwei Stücke á 40 cm ab. Das waren meine beiden Vorderzangen-Backen.

 

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schön gerade abgesägt mit meinem Sägeschlitten für die Tischkreissäge…

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Das sind die beiden Backen

 

 

 

 

 

 

 

Die beiden Backen habe ich jeweils mit zwei 25mm Löchern versehen, durch die die Gewindestangen geführt werden.

Als nächstes sägte ich mir die Multiplexplatte als Basis zurecht. Ich orientierte mich dabei an der Platte meines Schraubstocks.

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Die Grundplatte bereits mit Löchern versehen

Die Löcher für die Gewindestangen der Werkbank wurden gebohrt. An die Vorderkante der Grundplatte habe ich ein Stück Douglasie geleimt und von unten geschraubt. Da wird die feste Backe gegengesetzt.

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Die festehende Backe wird nicht nur geklebt (PU-Kleber)…

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… sondern auch geschraubt…das wird halten!

 

 

 

 

Für die Gewindestangen, benötige ich für die feste Backe ein Gegenstück, also für jede Stange eine Mutter.

Dazu leimte ich ein zwei Stück Multiplex-Birke zu einem Stück zusammen und bohrt passend zwei 25mm Löcher hinein. Die Muttern passte ich mit dem Stechbeitel entsprechend ein.

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Die Muttern werden eingepaßt

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Das Gegenstück zu den Gewindestangen habe ich hier vor dem Bohren angehalten

Bis hierher war alles echt einfach und eine Kleinigkeit. Doch dann kam es…

Für die vordere Backe wollte ich vorne ein 5mm-Flacheisen versenken, durch das die Gewindestangen geführt werden. Auf dem Flacheisen werden die Griffe festgedreht und somit entsteht an der Vorderseite kein Verschleiß.

Ich stand also jetzt vor der Aufgabe in ein 5mm Flacheisen zwei 25mm Löcher zu bohren… ohne Bohrer… Der größte Bohrer den ich hatte war 13mm. Kein Problem, dann feilen wir den Rest eben auf…

Ich habe bis zu diesem Punkt einen kleinen Teil meine leidvolle Erfahrungen während meiner Lehrzeit völlig verdrängt…: U-Stahl-Feilen!!!

Zwei oder drei Wochen haben wir während der Metallausbildung nichts weiter gemacht, als mit einer Flachfeile ein großes Stück U-Stahl zurechtzufeilen. Es war die Hölle! Nicht nur, weil wir uns schmerzhaft Hornhaut erarbeiteten (dem gehen immer Blasen voraus…), sondern es ging alles so langsam und die Erfolge nach jedem Arbeitstag betrugen immer nur ein bis zwei Millimeter Abtrag…

Aber auch kein Problem… wir haben ja Elektrowerkzeuge. Zum Beispiel… den Dremel-Ersatz von Aldi…mit Fräser. Das ging ganz gut, bis der irgendwann abbrach… nach zwei Minuten… Also Rundfeile raus und loslegen. Nach einer Stunde Feilen mit Aufzählung sämtlicher Schimpfwörter, die ich jemals in meinem Leben gelernt habe (das Hobby soll Spaß machen…!), waren die beiden Löcher auf die richtige Größe aufgefeilt. Deshalb arbeite ich auch lieber mit Holz als mit Stahl!

Genug gejammert.

Die Löcher waren drin und ich brauchte jetzt noch zwei Griffe, um die vordere Backe festzuziehen. Dazu sägte ich mangels Alternativen zwei Stücke von einer Dachlatte ab, bohrte erst ein 30mm Loch etwa 30 mm tief. Im nächsten Schritt bohrte ich ein 25 mm Loch in die Stirnseite und passte jeweils eine M25 Mutter ein. Die Ecken rundete ich mit meinem Tellerschleifer ab und formte sie griffig.

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Der Absatz zeigt vorne das 30mm Loch und weiter hinten das 25 mm Loch

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Muttern mit M5-Gewinde

Die Muttern, die für die Griffe vorgesehen waren, bohrte ich von der Seite mit einem 3,5 mm Bohrer an. Ich schraubte die Gewindestange zusammen mit etwas Epoxykleber rein und bohrte durch das vorhandene Loch auch durch die Gewindestange durch. Jetzt konnte ich ein M5-Gewinde reinschneiden und die Gewindestange mit einer Schraube gegen drehen sichern. Das hört sich jetzt alles so einfach und reibungslos an. War es aber nicht, denn ich brach beim Bohren in die Gewindestange zwei Bohrer und später einen Gewindeschneider ab…

JUHUU, jetzt bin ich fertig!

Ich setzte die Gewindestangen vorsichtig ein und schraubte die Backen zusammen und spannte mein erstes Werkstück ein.

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Es funktionierte nicht… jedenfalls nicht so, wie ich es haben wollte… Das Problem war schnell klar:

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Dadurch das die vordere Backe nicht durch Stangen geführt wird, “hängt” sie quasi an der Gewindestangen. Spannt man oben ein Werkstück ein, verzieht sich die Backe so, dass sie unten näher an der festen Backe liegt, als oben, wo sie vom Werkstück begrenzt wird. Dadurch kann aber auf das Werkstück kein gleichmäßiger Druck aufgebaut werden. Außerdem sind die Innenseiten der Backen zu rutschig.

Ich war enttäuscht… aber auch fest entschlossen, dieses Problem zu lösen…!

Da ich ja fast alle Werkstücke im oberen Bereich einspanne, muss ich im unteren Bereich also Abstandshalter haben. Abstandshalter, die man verstellen kann. Also Gewindestangen…!

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Durch die vordere Backe bohrte ich unten rechts und links ein 8mm Loch. Auf der Innenseite der Vorderbacke, passte ich jeweils rechts und links eine M8 Mutter ein.

Da wo die Gewindestangen gegen die feststehende Backe kommen, passte ich ein Stück Flachstahl ein und fixierte es mit Epoxykleber.

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Weil es doch sehr aufwändig ist die Backen von “ganz schmal” zu “weit auseinander” zu drehen, überlegte ich mir, das diese Arbeit ja mein Akkuschrauber übernehmen könnte. Also “epoxierte” ich in die Stirnseite der Griffe M6 Schrauben, in die ich meinen Akkuschraube spannen konnte und die Griffe somit schneller drehen und das Ganze schneller zusammen oder auseinander drehen konnte.

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Eine Schraube mit Mutter

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…wird mit Epoxykleber eingeschlagen

 Um die Innenflächen griffiger zu machen, klebte ich dünne Korkmatten ein.

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Vorsicht beim Zusammenleimen…

Ich leimte sie mit Holzleim fest, legte Backpapier zwischen die Backen und spannte die Backen über Nacht fest. Das Backpapier ist wichtig, weil der Leim durch die Löcher im Kork quillt und sonst die beiden Korkplatten zusammenkleben…

Jetzt hält die Vorderzange alles bombenfest und es rutscht gar nix mehr. Das Einstellen ist etwas aufwändig, weil die Abstandshalter immer neu eingestellt werden müssen, aber das nervt mich jetzt noch nicht so stark, dass ich eine neue Vorderzange bauen muss.

Der einzige gravierende Nachteil war der, dass ich mir drei Hosen an den “Drehhilfen” aufgerissen habe. Nun sind sie weg… die Drehhilfen und die Hosen.

Sollte ich nochmal eine Vorderzange bauen, würde ich wahrscheinlich wenigstens eine Führungsstange einsetzen, damit ich die Abstandshalter nicht mehr brauche.

Vorderzange selber bauen

Vor vielen Jahren habe ich durch einen großen Zufall für 2 DM (ups.. tatsächlich vor vielen Jahren…) einen 100 mm breiten Schraubstock gekauft.

Den Schraubstock habe ich auf eine Multiplexplatte geschraubt, die ich an vier M10 Gewindebolzen, die aus meiner Werkbank ragen montieren kann. Die Montage erfolgt mit Flügelmuttern, so dass der Abbau schnell von statten geht.

 

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Bei der Arbeit mit Holz weist so ein normaler Schraubstock erhebliche Nachteile auf. Man benötigt Backenschoner, um einzuspannende Holzteile nicht zu beschädigen und die Auflagefläche ist mit 100 mm Breite häufig zu gering.

 

Was mir fehlte war eine Vorderzange an meiner Werkbank!

 

Nun ist meine Werkbank ca. 200 Jahre alt und hat eine Hinterzange und eine einfache Spannvorrichtung mit einer Spindel (ich weiss nicht, wie man so etwas nennt…)

 

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Spindeldings…

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Hinterzange…

 

Die Idee war, eine einfache Vorderzange mit zwei M24 Gewindestangen (diese Lösung fiel mir im Baumarkt ein), einem feststehenden Teil und einer verstellbaren Backe. Die Vorderzange sollte so wie der Schraubstock auf einer Multiplexplatte montiert sein, damit ich sie schnell auf- und abbauen kann.

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Also ab in den Keller…

 

 

Das Balkondeck-Projekt

Jetzt ist es endlich fertig… Das Balkondeck, welches ich für meine Nachbarn gebaut habe.

Es zog sich über einen sehr langen Zeitraum hinweg. Von der ersten Planungen 2013, bis zum ersten Spatenstich April 2014, bis zur endgültigen Fertigstellung August 2014.

Ich habe viel gelernt und nebenbei nützliche Werkstatthelfer (Frässchablone) für mich entwickelt, die ich auch bei anderen Projekten einsetzen kann.

Alles in allem bin ich mit dem Ergebnis zufrieden und habe hier die einzelnen Bauabschnitte aufgelistet.

Vorgarten umgestalten

Unser Vorgarten war in all den Jahren nicht gerade der entscheidende Beitrag zu “Unser Dorf soll schöner werden”… Eigentlich wurde er seit dem der erste Container für Bauschutt darauf stand, sträflich vernachlässigt – und das war 2006…

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Bei meiner Baumfällaktion vor ein paar Jahren wurde der Zaun beschädigt, der Rasen war gar keiner, sondern Moos, die Büsche und Sträucher wucherten willkürlich, genauso wie die heimische Brennesseln und das gemeine Efeu.

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Unsere schöne Ulme war vom Ulmensplintkäfer befallen und musste kurzfristig gefällt werden

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das ist der Rest der Ulme…

 

 

 

 

 

 

 

Meine Frau war sehr unzufrieden, was in etwas heißt:”Mach was!” Also war das Motto: Vorgarten umgestalten!

Eine gute Bekannte meiner Frau ist Garten- und Landschaftsarchitektin. Nach langer Bestandsaufnahme und Analyse der Pflanzenstruktur und deren Anordnung (etwa 35 Sekunden) lautete ihre fachliche Meinung:”Das muss alles raus! Am besten mit nem Bagger”

Das war mein Stichwort! BAGGER!!! Jo, wir schaffen das!

Eigentlich ist der Kellerwerker ein Kellerwerker und kein Gartenwerker, aber wenn ein Bagger im Spiel ist, machen wir mal eine Ausnahme…

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Tellerschleifer selbst gebaut

Hier nun die Beschreibung, wie ich meinen Tellerschleifer selbst gebaut habe.

Nachdem ich den Motor angeschlossen hatte und dieser zu meiner Zufriedenheit lief (Steinmetzschaltung), machte ich mich an den Rest.

Aus einem Ausverkauf hatte ich mir Schleifscheiben mit Klettverschluss mit einem Durchmesser von 405mm gekauft. Urspünglich wurden diese für Fußbodenschleifmaschinen verkauft.

Im Internet erwarb ich eine selbstklebende Haftscheibe in der passenden Größe.

Für die Scheibe leimte ich zwei 6mm Siebdruckplatten zusammen, die ich vorher mit meiner Bandsäge und der selbstgebauten Kreisschneidevorrichtung aussägte. Dabei entstand ein Loch genau in der Mitte, mit dem ich die Scheibe später ausbalancierte. Dazu legte ich eine Stahlkugel auf die Werkbank und legte die Scheibe mit dem Loch auf die Kugel. Die Scheibe kippte dabei immer zu einer Seite, was bedeutet, dass auf der gegenüberliegende Seite Material abgetragen werden musste. Das bewerkstelligte ich mit einem Forstnerbohrer, mit dem ich immer nur etwas Material entfernte. Dieser Prozess dauert ein wenig, ist aber für den späteren Rundlauf sehr wichtig.

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gut zu erkennen: die Löcher die ich zum Ausbalancieren der Scheibe bohrte

Nachdem die Scheibe also ausbalanciert ist, bohrte ich das mittlere Loch auf 8 mm auf. Ich hatte Glück, denn beim Motor war zum einen ein Flansch an der Welle montiert an der ich meine Tellerscheibe befestigen konnte und die Welle hatte an der Stirnseite ein M8-Innengewinde. Der Flansch hatte Zähne, die ich kürzte und für die ich Löcher in die Scheibe rund um das mittlere Loch bohrte. Ich schraubte also den Flansch auf den Teller, schob das Ganze auf die Welle und schraubte von vorne durch das Loch im Teller eine versenkbare M8 Schraube an die Welle, so dass sich nichts lösen kann. Auch das war Fummelkram, aber nachher passte alles wunderbar.

Jetzt kam der schwierigere Teil. Ich musste die Scheibe am Rand abdrehen.

Dazu befestigte ich den Motor auf meiner Werkbank und baute mir eine Auflage für das Abdrehwerkzeug – in meinem Fall ein Beitel von meiner Drechselbank.

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Ich ließ den Motor laufen und nahm vorsichtig von der Seite Material ab. SIe lief nicht so unrund wie ich befürchtete, weil ich die Scheibe ja mit der Kreisschneidevorrichtung schon recht rund aussägte.

Es entstand aber ein fürchterlicher Staub von der Siebdruckplatte, der meine ganze Werkstatt einhüllte. Zwei Beitel habe ich bei dieser Aktion durchgeglüht…

Als alles rund lief, klebte ich die Haftscheibe auf den Teller und setzte das Schleifpapier an.

Es funktionierte super!

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Es folgte nun der Tisch und der Rahmen.

Der Tellerschleifer sollte einen festen Platz in der Werkstatt bekommen. Also baute ich einen kleinen Tisch, der auf zwei Balken lagert und an der Wand angeschraubt ist.

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der eigentliche Tisch lagert auf zwei Balken, die an der Wand verschraubt sind

Um den Teller wollte ich ursprünglich einen Rahmen aus Alu setzen. Dazu sägte ich ein Brett 2 cm größer im Durchmesse als den Teller und sägte es in der Mitte durch. Ein Loch für die Welle kam noch rein und ich montierte diesen Schutz zwischen Motor und Teller.

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Der Rahmenhalter mit Auflage als Baugruppe

 

 

 

 

 

 

 

Ich stellte aber später für mich fest, dass ein Rahmen nur stört und nahm ihn wieder ab.

Mir war nicht ganz so wichtig unterschiedliche Winkel damit zu schleifen, deshalb entschied ich mich für eine einfache Auflage, die allerdings abgeklappt werden kann. Diese baute ich aus den Resten der Siebdruckplatte, weil die Oberfläche sehr glatt ist.

Die Auflage wird von zwei Bolzen rechts und links vom Tellerschleifer gehalten, an denen sie auch abgeklappt werden kann.

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Die Auflage wird vorne von zwei Riegeln gehalten, die so ausgelegt sind, dass die Auflage exakt 90 Grad zum Tellerschleifer steht.

Damit war ich erstmal zufrieden, allerdings störte mich die teilweise erhebliche Staubentwicklung schon, so dass ich mich ziemlich kurzfristig entschloss, den Schleifer an meine zentrale Staubabsaugung anzuschließen.

Ein Rohr war schnell gelegt und ich musste den unteren Teil des Tellers staubdicht einhausen und ein flexibles Stück Schlauch dort anschließen.

 

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Der Staubfangkasten

 

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Ein flexibler Schlauch fest an den Kasten angeschlossen

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Der Tellerschleifer angeschlossen an die zentrale Staubabsaugung

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Den Spalt oben rechts am Kasten musste ich nachträglich abkleben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich benutze den Tellerschleifer sehr häufig und ich bin sehr froh, dass ich ihn gebaut habe. Das Schleifpapier in der Körnung 80 hält bereits seit einem halben Jahr und muss nun demnächst ausgetauscht werden. Auch die Absaugung funktioniert sehr gut.

Was jetzt noch fehlt, ist ein Schalter zum Ein- und Ausschalten, sowie ein Schalter für die Drehrichtung. Aber jetzt wird das Wetter ja allmählich schlechter…

Mein Tellerschleifer

Ich wollte einen Tellerschleifer haben!

Es nervte mich, dass ich an Werkstücken die Stirnseiten mit der Feile oder dem Bandschleifer abschrägen / begradigen musste und das Ergebnis immer unregelmäßig aussah.

In den youtube Videos unserer angloamerikanischen Freunde sahen solche Arbeitsschritte immer so spielend einfach aus. Das wollte ich auch.

Da so ein Tellerschleifer wie ich ihn haben wollte im Verhältnis ziemlich teuer ist, kam nur ein Eigenbau in Frage. Anleitungen im Internet gab es dazu genug. Was mir fehlte war ein vernünftiger Motor. Bei Ebay kostete ein gebrauchter Drehstrommotor, der an 230 V betrieben werden kann um die 100€. Das war mir zuviel, also weitersuchen.

Einige Tage später rief mich ein Freund an und erzählte mir, er hätte da zwei Drehstrommotore bekommen, die vielleicht für mich interessant wären. Es waren 1,1 Kw Motore, die für große Ventile genutzt wurden, die aber als komplette Baugruppe entsorgt werden sollten. Gefühlte 47 Sekunden später war ich da und baute die Motore von den Ventilen ab. Sie hatten nicht nur die richtige Leistung, sondern auch die richtige Drehzahl 1450 Umdr./Min.!

Flugs nach Hause, das richtige Youtube Video rausgesucht, angeschaut und ab in die Kellerwerkstatt!

Hier beschreibe ich, wie ich den Drehstrommotor so umbaute, dass er mit 230 V läuft

Hier gehts zur Baubeschreibung!

 

Kreisschneidevorrichtung für die Bandsäge selbst gebaut

Für die Projekte Tellerschleifer und später Wikingerschilde brauchte ich runde Holzscheiben.

Vor langer Zeit fand ich bei youtube ein Video, wo sich jemand so eine Kreisschneidevorrichtung selbst baute. Ich finde es nicht wieder deshalb habe eine nach meinen Vorstellungen gebaut.

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Wie betreibe ich einen 400 V Motor an 230 V – Die Steinmetzschaltung

ACHTUNG: Alle Arbeiten an elektrischen Geräten erfordert ein gewisses Maß an Umsicht und Sorgfalt. Fachkenntnisse wären natürlich sehr hilfreich, sind aber erfahrungsgemäß eher selten. Deshalb ist dieser Artikel keine Anleitung, sondern ich beschreibe hier nur meine Vorgehensweise. Nebenbei habe ich aber auch mal Energieelektroniker gelernt…

Tja, nun habe ich einen tollen 400 V Drehstrommotor für mein Projekt gefunden und habe aber zu Hause nur 230 V Steckdosen.

Jetzt wäre der ideale Zeitpunkt eine Elektrofirma anzurufen und sich einen Drehstromanschluß installieren zu lassen… oder man nutzt die Steinmetzschaltung!

Die Steinmetzschaltung ist eine Art einen Drehstrommotor anzuschließen, damit er mit 230 V betrieben werden kann. Das klappt aber nicht mit allen Motoren!

Nur Motore, die auf dem Typenschild ausweisen, dass sie sowohl mit der Stern-, als auch mit der Dreieckschaltung (230V/400V bzw. 220/380V) betrieben werden können, laufen auch mit 230 V. Motore die mit 400V/690V gekennzeichnet sind funktionieren damit nicht.

Das sieht zum Beispiel so aus:

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klar zu erkennen: der Hinweis auf die Möglichkeit den Motor sowohl in der Stern- als auch in der Dreieckschaltung mit 230V zu betreiben

Der große Vorteil dieser Anschlußart ist natürlich, dass ich keine Drehstromsteckdose benötige. Der Nachteil ist, dass der Motor im 230 V-Betrieb beim Anlaufen wesentlich weniger Kraft hat. Klar es fehlt ja quasi eine Phase. Diese fehlende Phase wird mit einem sogenannten MP-Kondensator ausgeglichen, den man sich besorgen muss.

In den Fällen, in denen schon beim Anlauf des Motors ein hohes Drehmoment benötigt wird, kann man zusätzlich einen sogenannten Anlaufkondensator nutzen, der nur solange geschaltet ist, bis der Motor seine Nenndrehzahl erreicht hat. Diese Anforderung stelle ich aber nicht an meinen Tellerschleifer.

Der MP-Kondensator (Metallpapierkondensator) muss eine ausreichende Spannungsfestigkeit vorweisen (mind. 400 V), weil er sonst zu schnell kaputt geht.

Kondensatoren gibt es in allen möglichen Größen. Für die Ermittlung des richtigen Kondensators gilt die Fausformel:

Motorleistung in KW x 60 bis 80µF

Zum Beispiel hat mein Motor 1,1 KW x 80µF = 88 µF

Da ich keinen 88 µF Kondensator gefunden habe, nahm ich den in der nächst kleinere Größe – in diesem Fall 80 µF. Ich achtete darauf, dass der Kondensator mit einem Anschlußkabel  versehen war. Im Internet findet man diese Kondensatoren als Motorkondensator oder eben MP-Kondensator. Mich hat dieser Kondensator rund 20,00 € inkl. Versand gekostet.

Anschließen des Kondensators und des Motors

Der Motor hat einen kleinen Kasten, in dem sich die Anschlußklemmen befinden. Es sollten mindestens 6 Klemmen – also Gewinde mit Muttern vorhanden sein, in etwa so:

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Motor in Sternschaltung

Es handelt sich bei diesen Klemmen um die Anschlüsse der Motorwicklungen.

An den Klemmen befinden sich normalerweise kleine Plättchen, die die Klemmen untereinander verbinden. Um den Motor mit einer Dreieckschaltung zu betreiben, müssen die Plättchen in diesem Fall hochkant verbunden werden und zwar so:

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Motor in Dreieckschaltung mit Kondensator

 

Die Anschlußkabel werden gemäß der nachfolgende Schaltung angeschlossen:

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Der Kondensator ist an der Stirnseite des Gehäuses mit einem M6 Gewinde ausgestattet. Ich bog einen Winkel aus Flacheisen zurecht und schraubte ihn mit dem Kondensator an den Motor. Wichtig ist, dass der Winkel und damit der Kondensator entweder direkt mit dem Metallgehäuse des Motors verbunden ist oder dass man den Kondensator über das Gewinde erdet.

Wie auf dem Schaltplan zu erkennen ist, kann man bestimmen. ob der Motor recht oder links laufen soll.

Ich werde in der nächsten Zeit zusätzlich einen Schalter für Rechts-/Linkslauf anbauen. Vorerst betreibe ich den Motor nur über ein Anschlußkabel mit Stecker.

 

 

 

 

 

Die Steinmetzschaltung oder wie betreibe ich einen 400V Motor mit 230V?


Demnächst erscheint hier der Beitrag, wie ich meinen Tellerschleifer baute.

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Mein Tellerschleifer fast fertig

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Mein Tellerschleifer in der Rohfassung…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ergänzend dazu beschreibe ich hier schon mal, wie ich den 400V Drehstrommotor so umbaute, dass ich ihn mit 230V betreiben kann.

Diese Drehstrommotore findet man zum Teil sehr günstig im Internet vor allem bei Ebay-Kleinanzeigen. Es macht also durchaus Sinn, sich mit der Thematik des Anschlusses zu beschäftigen, wenn mann so wie ich keine 400 V Kraftstromsteckdose hat.

Ich erinnerte mich an meine Ausbildung und … die Steinmetzschaltung. Nachdem ich mein altes Tabellenbuch ausgegraben hatte, war ich wieder im Thema und konnte den zum Betrieb notwendigen Kondensator berechnen und bestellen.

Ich habe bei diesem Artikel bewußt auf fachmännisches Kauderwelsch verzichtet. Sollte jemand Fragen zu diesem Thema haben, könnt Ihr mir gerne eine Mail (frank.rath@kellerwerker.de) schicken oder über die Kommentarfunktion schreiben.

Hier gehts zum Artikel über die Steinmetzschaltung

Balkondeck – Endspurt

Das Gerüst, das die Arbeiten an dem Balkondeck blockierten ist nun abgebaut und ich began mit den Restarbeiten.

Zum einen habe ich die restliche Beplankung gelegt.

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Es folgten die ersten drei Geländerelemente, die ich anbaute.

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Nun folgte das Treppengeländer. Der untere und der obere Pfosten sollten einfach mit zwei Latten verbunden werden, wobei die obere Latte als Handlauf dient und entsprechend gerundet und geschliffen werden soll.

Um die richtige Länge zu ermitteln, befestigte ich eine Latte mit zwei Zwingen an den Pfosten und wollte die Sägekanten anzeichnen.

Zu meinem Erstaunen stellte ich fest, dass das Geländer viel zu niedrig war… Auch stimmten die Höhen nicht.

Beide Pfosten hatten die gleiche Länge von der Oberkante der Treppen aus gemessen. Trotzdem passte es nicht… Die Lösung kam wieder einmal beim Duschen…

Weiterhin habe ich endlich die restlichen Arbeiten erledigt, so dass das Balkondeck-Projekt nun abgeschlossen ist.

Hier gehts zum letzten Teil der Balkon-Story