Stahlböcke reparieren

Seit vielen Jahren besitzen wir zwei Stahlböcke, die für mich eine besondere Bedeutung haben. Sie gehörten dem leider viel zu früh verstorbenen Onkel meiner Frau.

Er hat mich ganz erheblich bei meinen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen unterstützt, als wir unser Haus neu gekauft haben. Jeder, der selbst einmal in so einer Situation war, kann sicherlich gut nachvollziehen, wie wertvoll jede Art von Hilfe ist – vor allem, wenn man den tatsächlichen Aufwand stark unterschätzt hat… 🙂

Durch einen Zufall fand ich die Böcke beim Aufräumen in unserem Garten wieder und brachte es nicht übers Herz, sie zu entsorgen.

Da in unserem Haus Renovierungsarbeiten in Sicht sind, habe ich mich entschlossen die Böcke wieder fit zu machen.

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versteckte Schätzchen

Die Böcke bestehen aus zwei Stahlrahmen, die oben an den Beinen mit Zungen zusammengesteckt werden. Damit sie nicht auseinander fallen, sind die Zungen, die in die Schlitze der Beine gesteckt werden, gebogen.

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die gebogene Zunge – in diesem Fall keine Kung-Fu-Figur… 🙂

Zusätzlich befinden sich im unteren Bereich zwei Scharniere, die aus einfachen Blechstreifen bestehen. Sie sorgen zusätzlich dafür, dass die Böcke sich nur bis zu einem bestimmten Punkt auseinanderklappen lassen.

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Bei einem Bock war die Zunge komplett abgerissen, so dass ich eine neue anschweißen musste.

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Vorher musste ich die alte Zunge mit dem Winkelschleifer abtrennen, weil der Bock sonst kippeln würde.

Ich nutzte dafür meinen neuen Akku-Winkelschleifer von Einhell mit einer extra dünnen Trennscheibe. Da dieser Winkelschleifer lediglich 8800 Umdr./Min. aufweist ist der Einsatz dieser dünnen Trennscheiben von Vorteil. Das Handling mit diesem leichten Winkelschleifer ist dabei sehr angenehm.

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Ich bog ein auf Länge gebrachtes Stück Flacheisen so, dass es der Form der alten Zunge entsprach und schweißte es oben auf das Profil.

Damit dieses leichte Stück Eisen nicht verwackelt oder herunterfällt, fixierte ich es mit einem Schweißmagneten.

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Nachdem ich noch etwas von der einen Seite abgefeilt hatte, passten beide Zungen perfekt in die dafür vorgesehenen Schlitze.

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Nun mussten die Scharniere ausgetauscht werden. An beiden Böcken waren diese nämlich abgerissen.

Ich bohrte die alten Scharniere raus, damit ich die Maße ermitteln konnte.

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Ein Scharnier war nur an einer Seite abgerissen, so dass ich nach dem Begradigen, dieses als Schablone nutzen konnte.

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Die Umrisse zeichnete ich auf ein Stück 3 mm starkes Flacheisen und schnitt die einzelnen Streifen mit dem Winkelschleifer zurecht.

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Damit die Scharniere arretiert werden können, wird bei dem einen Streifen eine Kerbe eingelassen und in dem anderen Streifen eine Zunge so umgebogen, dass diese in die Kerbe greift.

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Einfach aber effektiv.

Mit der Feile, dem Winkelschleifer und mit dem Schleifbock formte ich die Konturen, die Kerben und entgratete die einzelnen Streifen. Zum Schluss bog ich die kleine Zunge mit einem Hammer um.

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Es folgten die 4 mm Löcher.

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Wo die beiden Streifen miteinander verbunden werden, habe ich das eine Loch gesenkt, damit dort eine Senkkopfschraube bündig sitzt.

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Der Schraubenkopf stört sonst, wenn die Scharniere geschlossen werden und stößt an die Beine der Böcke.

An den Beinen habe ich das Loch auf- und durchgebohrt.

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Eine 4 mm Schraube steckte ich durch und die Scharniere auf der anderen Seite auf. Mit selbstsichernden Muttern wurde das ganze befestigt.

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Was soll ich sagen… wie neu! Onkel Raini wäre stolz darauf gewesen!

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Bei Gelegenheit entroste ich die Teile mit meiner Lackfräse und lackiere sie neu.

Die Reparatur der beiden Böcke hat etwa 2 Stunden gedauert. Ich finde diese Zeit ist gut investiert, zumal die Böcke nicht nur nützlich,sondern auch sehr stabil sind.

Also: nicht gleich entsorgen, sondern reparieren! 🙂

Was liegt bei Dir noch herum und wartet auf eine fachmännische (-frauische) Reparatur?

Herzliche Grüße

Frank

-der Kellerwerker

 

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Stahlböcke reparieren

  1. Hauke

    Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen! Solche Schätzchen habe ich auch noch im Keller stehen, das wäre doch mal eine Aufgabe für den Winter 🙂

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    1. Frank Rath

      Absolut! Ich bin momentan richtig im Reparaturfieber, weil ich überall solche Dinge sehe, die ich entweder schon immer mal reparieren wollte oder die entsorgt werden sollen, es aber eigentlich nicht nötig ist. Der Aufwand ist häufig viel geringer, als man im ersten Moment denkt.
      Hier kann man seine ganze Kreativität ausspielen…

      Antworten

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