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Notunterkunft für Hasen

In unserer Nachbarschaft lebt seit etwa 6 Jahren ein Hase in einem Käfig im Garten.

Aufgrund verschiedener Umstände hat sich die Qualität der Fürsorge seitens der Besitzer dramatisch verschlechtert. Der Hase wurde von allen anderen Nachbarn stillschweigend gefüttert und somit am Leben erhalten.

Vor ein paar Tagen fing es bei uns an zu frieren. Nach einem Blick in den Käfig, der völlig verdreckt und naß war, beschlossen wir kurzerhand den Hasen aus dieser unwürdigen Situation zu befreien.

Wir steckten ihn erstmal in eine trockene und saubere Transportbox. Dann „informierte“ ich die Besitzer über die bereits durchgeführte „Adoption“. Es kam kein großer Widerstand…

Jetzt musste ich auf die Schnelle einen der Größe des Hasens angepassten Hasenstall bauen. Es ging hier nicht wie bei der Hasenvilla um ein repräsentatives Haus, sondern um eine funktionelle Übergangslösung bis zum Frühjahr.

Ich habe ja immer noch die rohen Schalbretter liegen, die ich auch für diesen Bau nahm. Der Stall sollte mindestens 120 cm breit und 60 cm hoch / tief sein und mit einer 50×50 cm Tür ausgestattet werden.

Entgegen all meiner anderen Projekte benötigte ich für den gesamten Bau etwa 3 Stunden (siehe auch das Thema Zeit beim Heimwerken). Dadurch hat die fotografische Dokumentation etwas gelitten – aber ich habe hier andere Prioritäten gesetzt. Deshalb hier nur eine grobe Beschreibung des Baus:

Ich benötigte 4 Leimholzbretter mit den Maßen 120 cm x 60 cm – also Boden, Deckel, Vorder- und Rückseite. Für die Seiten leimte ich aus den Brettern zwei Platten mit jeweils 60 x 60 cm zusammen.

Da ich hier keinen Schönheitspreis gewinnen wollte, sägte ich alle Bretter mit der Kappsäge und einem Anschlag auf Länge.

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Ich legte die Bretter auf zwei Leisten, die auf der Oberseite mit Paketklebeband versehen sind und richtete sie aus.

Dann wurden die Kanten mit PU-Kleber versehen und wieder so hingelegt, wie sie nachher zusammengeleimt werden sollten.

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Für die beiden 60 x60 cm Platten nahm ich zwei – für die 120 x 60 cm Platten drei Querverbinder, die auch aus den Brettern zurechtgesägt wurden. Ich schraubte sie mit eine Schraube am obersten Brett fest, korrigierte den Sitz der anderen Bretter und spannte alle Bretter mit zwei Schraubzwingen fest.

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Boden und Rückseite sind bereits fertig

Jetzt verschraubte ich mit jeweils zwei Schrauben (5×35) von unten nach oben jedes Brett mit dem Verbinder. Nachdem alles verschraubt war, löste ich die Zwingen und verleimte die nächsten Bretter.

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die Vorderseite hat schmalere Querverbinder

Der Käfig sollte auf vier Beinen stehen und etwa 100 cm hoch sein. Für die vier Beine sägte ich vier Ausschnitte so in die Bodenplatte, dass ich an den Beinen die Seiten- sowie die Rückwand anschrauben konnte.

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Ich richtete alles aus und schraubte die Platten mit 5x60er Spax an die Dachlatten und von unten durch den Boden fest.

Es folgt die Vorderseite, die einen Ausschnitt für die Tür haben muss. Den Ausschnitt habe ich von vornherein berücksichtigt und die Querverbinder, die in diesem Fall viel schmaler sind, entsprechend positioniert.

Von innen an den Querverbindern maß ich die Tür aus und bohrte an den Ecken ein 5 mm Loch. Auf der anderen Seite der Platte zeichnete ich von Loch zu Loch die Sägelinien an.

Mit meiner Handkreissäge führte ich Tauchschnitte durch und sägte die letzten paar Zentimeter, die aufgrund der Rundung des Kreissägeblattes stehenblieben, mit der Stichsäge aus.

Für die, die noch nichts von einem Tauchschnitt gehört haben, hier eine kurze Beschreibung:

Wenn man nicht von der Außenkante, sondern irgendwo auf dem Werkstück einen Schnitt machen möchte, z.B. um eine Spüle einzulassen, dann ist die Handkreissäge dafür ideal. Man erzielt damit sehr saubere und gerade Schnitte und es geht recht zügig.

Der Schnitt wird angezeichnet und die Kreissäge aufgesetzt. Vorne haben alle Handkreissägen eine Markierung für den Nullpunkt, also die Mitte des Sägeblattes. Je nachdem von wo man sägt, muss dieser Nullpunkt links oder rechts vom Strich angesetzt werden. Die Kreissäge sitzt also nun vorne auf dem Rahmen auf, das Sägeblatt ist noch in der Luft.

Nun schiebt man den Sägeblattschutz nach vorne, so dass das Sägeblatt sichtbar ist. Wird der Nullpunkt rechts vom Strich angesetzt, muss nun das Sägeblatt auch rechts vom Strich angesetzt werden. Das Sägeblatt befindet sich kurz über dem Werkstück und nun schaltet man die Maschine an. Jetzt wird das Sägeblatt langsam in das Werkstück geführt, gleichzeitig wird die Maschine langsam nach vorne geschoben – wichtig ist, dass die Maschine vorne bündig auf dem Rahmen aufliegt und der Nullpunkt da ist wo er hingehört.

Nach ein paar Zentimetern ist das Sägeblatt komplett eingetaucht und es kann einfach bis zur Markierung gesägt werden – das heißt das Ende der Markierung wird von dem Sägeblatt gerade so erfasst. Allerdings bleibt ein Rest unterhalb des Werkstück stehen, weil das Sägeblatt ja rund ist. Diesen Rest kann man später bequem mit der Handsäge oder der Stichsäge entfernen.

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die Säge sitzt vorne auf dem Rahmen auf, das Sägeblatt ist noch in der Luft aber bereits ausgerichtet

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das Sägeblatt wird langsam eingetaucht und die Säge gleichzeitig nach vorne geschoben

Für die Tür sägte ich mit der Tischkreissäge aus den Schalhölzern 30 x 30 mm Leisten und mit der Kappsäge auf Länge. Es gab zwei Außenleisten und zwei Innenleisten, die mit Durchgangsbohrungen durch die Außenleisten verschraubt und verleimt wurden. Die Tür wurde mit Drahtgitter bespannt, das ich mit Klammern festgetackert habe.

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Zwei Scharniere und ein Schließer montierte ich im Anschluß und sägte als Anschlag für die Tür einen Aluwinkel zurecht, der am Innenpfosten verschraubt wurde.

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Zum Schluss schraubte ich den Deckel fest und fertig ist der Käfig.

Wir haben ihn mit ordentlich Stroh und Heu ausgelegt und eine Portion Grünzeugs dazugetan. Jetzt kann sich der Hase erstmal von den Strapazen erholen und wir haben ein neues Familienmitglied… 🙂

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Demnächst wird das Dach mit Dachpappe ausgelegt. Noch steht der Käfig unter unserem „provisorischen“ Dach, das ich mal über unserer Terrasse gebaut habe.  Nichts hält länger als ein Provisorium – in unserem Fall schon über ein Jahr…:-)

 

 

 

 

 

 

 

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