Das Thema “Zeit beim Heimwerken”

Ich wurde vor Kurzem von Andreas in einem Kommentar zu meiner Gartenbank gefragt, wie lange ich für das Projekt gebraucht habe.

Da der Bau dieser Bank schon über ein Jahr zurücklag, habe ich einfach mal geschätzt.

Als ich nebenbei meine Frau danach fragte, wie lange ich denn für die Bank wohl gebraucht habe, kam sie auf das dreifache meiner Einschätzung!

Ich will hier auf die Unterschiede in der Wahrnehmung von Mann und Frau nicht näher eingehen. Ich denke aber, so ganz unrecht hat meine Frau nicht…

Im Laufe des Abends unterhielten wir uns über dieses Thema und ich muss gestehen, wenn ich in der Werkstatt bin, bin ich in einem anderen Zeitkontinuum unterwegs. Für mich gefühlte 30 Minuten, sind in Wahrheit zwei Stunden. Geht es Euch auch so?

Wenn meine Frau fragt, wie lange ich noch in etwa für das Projekt brauche, liege ich in meiner Einschätzung immer falsch. Aus “Ach, inner Stunde ist das Ding fertig!” werden zwei Wochenenden…

Klar, ich betreibe hier ein Hobby und keinen gewerbsmäßigen Bau irgendwelcher Dinge, aber trotzdem finde ich die Tatsache, dass meine “Werkstattuhr” immer langsamer geht als die “Echte” bemerkenswert. Selbstzweifel kommen auf, ob ich in der Lage bin, mich und meine Arbeit korrekt einzuschätzen. Beruflich klappt das sehr gut, im Keller nicht…

Auch mit diesem Blog verhält es sich so. Werde ich gefragt,  wie viel Zeit ich für das Erstellen / Bearbeiten von Bildern und Artikeln aufwende, antworte ich natürlich wahrheitsgemäß. Steht meine Frau daneben, lacht sie kurz, aber laut auf. Das Blöde ist, sie kann ihre Einschätzung zu meinem tatsächlichen Zeitaufwand meistens belegen…

Die Konsequenz aus dieser Erkenntnis ist die, dass ich einfach keine konkreten Einschätzungen und Prognosen mehr abgebe. Damit ist für mich das Problem – wenn es denn eins wäre- gelöst.

Ich mache das Ganze ja zum Spaß, als Ausgleich, zur Freude für mich und Andere. Warum sollte ich mich also selber unter Druck setzen.

Es ergeben sich aber doch Fragen zu diesem Thema:

Ist Zeit doch relativ oder handelt es sich bei meiner Kellerwerkstatt um ein geheimes Forschungsprojekt der Regierung? Wenn ja, welcher Regierung und warum meine Werkstatt? Hängt meine Frau da mit drin? Sollte ich mal mit einem Priester drüber reden oder mit dem Wirt meiner Lieblingskneipe?

Fragen über Fragen….;-)

3 Gedanken zu „Das Thema “Zeit beim Heimwerken”

  1. Marc

    Eieiei… Das kommt mir bekannt vor. Erst beim Projekt völlig verschätzt und dann noch beim Erstellen des Artikels. Selbst mal drei Bretter zu sägen und abzuschleifen dauert wesentlich länger als man denkt. Es kommt ja immer noch Vorbereitung, Reinigung usw. dazu – Bei mir auch noch Werkzeug aus seinem Abstellplatz befreien und danach wundern, wie es da hinein passen konnte.

    Und dann das Schreiben – Selbst bei einem normalen Artikel wie der, bei dem es um das Abkanten von Aluminium ging (http://www.ich-bin-heimwerker.de/2014/11/02/aluminium-epic-fail-der-biegefront/), habe ich inkl. redigieren etwa zwei Stunden benötigt. Und da hatte ich nicht einmal die Bilder bearbeitet.

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  2. Frank Rath

    Hier ein Kommentar von Stefan (http://holz-und-metall.blogspot.de/), der leider aus welchen Gründen auch immer nicht durchging – ich hab damit nichts zu tun Stefan….ehrlich…;-)

    Ich war auch entsetzt, als ich letztens den Bericht zur Handkreissäge (http://holz-und-metall.blogspot.co.at/2014/11/handkreissage-einhell-rt-cs-1901.html) geschrieben habe.
    Fotos machen, Videos drehen und Bericht schreiben hat alles in allem 3 bis 4 Stunden Zeit beansprucht, und das für die Allgemeinheit.
    Im vorhinein hatte ich 1,5 Stunden geschätzt …

    Es ist schon viel Zeit, die man investiert. Daher finde ich es auch nicht verwerflich wenn ein Blogger-Kollege einen Holz-Shop eröffnet oder einen “Spenden Button” in seinen Blog einbaut. Ebenfalls ist es für mich auch nachvollziehbar, Werbung einzubetten, bzw. einen persönlichen Vorteil aus einem Blog zu ziehen.

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  3. Pingback: Ein Regal für die Besserbrauer (2) | Niels kleine Werkstatt

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