Beistelltisch selber bauen

Mein Schwiegervater hat von uns zwei Sessel geschenkt bekommen, die wir nicht mehr nutzen. Dazu hat er sich einen kleinen Beistelltisch gewünscht. Mein erster Gedanke: “so einen Beistelltisch kann ich doch selber bauen…!” Allerdings habe ich im Moment recht wenig Zeit, deshalb musste die ganze Konstruktion sehr simpel und schnell zu bauen sein.

Der Aufbau

Ich entschied mich für die Taschenbohrungen als Verbindungsmethode. Mein “Undercover-Jig” von Wolfcraft hatte ich schon lange nicht mehr benutzt und das obwohl ich vor geraumer Zeit die passenden Schrauben gefunden habe.

Der Beistelltisch sollte eine Platte von 50×50 cm vorweisen und eine Höhe von etwa 55 cm haben. Zusätzlich sollte ein Zwischenboden eingebaut werden. Hier meine hochprofessionelle technische Zeichnung…

So wollte es mein Schwiegervater – nur in gerade…

Zuerst dachte ich, ich schräge die Beine unten etwas an, um den Tisch fragiler wirken zu lassen, ich bin aber davon abgekommen…

Leimplatten

Da ich keine Leimplatten in der passenden Größe hatte, suchte ich mir Abschnitte heraus und leimte sie zu zwei Platten zusammen. Dabei habe ich zwei unterschiedliche Techniken benutzt: Die eine Platte leimte ich einfach nur zusammen, ohne Flachdübel oder sonstige Verstärkung. Die andere Platte verleimte ich und setzte zusätzlich Taschenbohrungen an.

Ich wollte mal ausprobieren, ob es mit dieser Verbindungsart irgendwelche Vorteile beim Herstellen von Leimplatten gibt.

Beide Platten habe ich in meine selbstgebauten Schraubzwingen gespannt und den Leim abbinden lassen.

Ich liebe meine Zwingen! Sie sind wirklich sehr praktisch, unglaublich stabil und wenn man sie an die Wand stellt, äußerst platzsparend. Die Kanthölzer kann ich einfach mit einer Schraubzwinge an die Korpuszwinge befestigen und verhindere damit ein Durchbiegen der Leimplatte.

Mein Fazit: Wahrscheinlich kannst du mit den Taschenbohrungen das Zwingen sparen. Ich würde mich darauf allerdings nicht verlassen. Ich bin aber überrascht, wie gut das Verleimen ohne jegliche Hilfe vonstatten ging. Zukünftig werde ich das bei kleineren Leimholzplatten immer so machen und mir die Arbeit mit den Flachdübeln sparen.

Bein und Unterkonstruktion

Da ich den ganzen Tisch aus Restholz bauen wollte, suchte ich in meinem Holzlager nach  geeignetem Material.

Ich fand Bretter von einem alten Bett und eine lange Vierkantleiste, die ich mal auf dem Sperrmüll fand. Alles Kiefer oder Fichte.

Ich sägte alles grob so zurecht, dass die Seiten gerade waren und bei der Leiste die abgerundeten Kanten verschwanden.

Da ich nun stolzer Besitzer eines Dickenhobels bin, musste natürlich auch alles gehobelt werden…

Die Leimholzplatten schliff ich jetzt schon mit 80er und mit 120er Schleifpapier und sägte die Tischplatte auf die richtigen Maße (50×50 cm).

Der Zusammenbau

Nun konnte ich die Beine anordnen und dadurch die Länge der Zargen bestimmen, denn so genau war meine Planung offensichtlich nicht, obwohl die technische Zeichnung (siehe oben) doch eigentlich recht professionell wirkt…

Nachdem ich die Beine und die Zargen auf Länge gesägt habe, setzte ich die Taschenbohrungen. Die Beine sollten mit jeweils zwei Schrauben an jeder anliegenden Zarge befestigt werden. Die Zargen wiederum sollten mit zwei Schrauben an der Tischplatte verschraubt werden.. Also pro Zarge sechs Taschenbohrungen.

Das ging recht zügig von der Hand und dem Zusammenbau stand nichts mehr im Wege.

Sogleich schraubte ich alles mit ausreichend Leim ordentlich zusammen und war schwer beeindruckt, wie schnell das Ganze ging…

Da die Kanten offensichtlich alle gerade waren, standen auch die Beine winklig. Das erste mal in meiner Heimwerkerkarriere….

Das Einlegebrett habe ich dann auch zurechtgesägt (42 x 42 cm) und die Ecken so ausgeklinkt, dass es zwischen die Beine passt. Ich fragte mich sogleich, wie ich es an den Beinen befestigen solle, da erschien mir wieder der Geist der Taschenbohrungen und flüsterte mir sanft ins Ohr:   ” Mach doch schräge Taschenbohrungen …” Und genauso tat ich es…

ausrichten und dann eine schräge Bohrung ansetzen…

einem Einbau steht nun nichts mehr im Wege…

mit Zwingen sichern, damit nichts verrutscht

Durch dieses Brett ist der Tisch nochmal erheblich stabiler geworden.

Da ich ja seit Kurzem auch einen neuen Kantenfräser habe, musste natürlich in die Tischplattenkante ein Profil eingefräst werden. Dadurch wurde der Tisch nochmals deutlich aufgewertet…

Zum Schluss habe ich mit meinem Tellerschleifer noch die Beine angefast.

Lackieren

Mit dem Schwingschleifer schliff ich nochmal alles ab, wobei ich die Tischplatte besonders gründlich schliff. Allerdings sind mir dabei einige Unebenheiten nicht aufgefallen, die ich später erst nach dem Lackieren bemerkt habe.

Nach dem Schleifen (80er, 120er und die Tischplatte zusätzlich mit 240er Schleifpapier) lackierte ich alles mit Vorstreichfarbe. Das habe ich sonst nicht so gemacht, aber bei der Lackieraktion während des Umbaus meines Dachgeschosses, habe ich die Vorzüge von Vorstreichlack kennengelernt. Kleinere Unebenheiten werden aufgefüllt und das spätere Lackieren geht deutlich schneller mit besserer Deckeigenschaft.

Vorstreichlack trocknet sehr schnell und nach einer Nacht austrocknen, habe ich alles mit 120er Schleifpapier von Hand angeschliffen, alles entstaubt und mit Lack lackiert.

Auch diese Lackschicht ließ ich eine Nacht trocknen. Nun ist er bereit für die Auslieferung!

Falls du auch so einen tollen Beistelltisch bauen willst, habe ich hier die Material- und Sägeliste für Dich:

Sägeliste Beistelltisch
Beine Vierkantholz 30 x 30 x 530 mm
Zargen Brett 65 x 385 x 20 mm
Tischplatte Leimholzplatte 500 x 500 x 20 mm
Einlegebrett Leimholzplatte 420 x 420 x 20 mm

2 Gedanken zu „Beistelltisch selber bauen

  1. Hans-Dieter

    Hallo Frank,
    ein wunderschöner Tisch. Wenn man bedenkt, mit welchen “bescheidenen” Hilfsmittel du hier gearbeitet hast, kann ich nur sagen: Hut ab!
    Eine Frage zu den Schrauben bei den Taschenlochbohrungen: Ich habe auch von Wolfcraft die Vorrichtung, jedoch noch sehr wenig damit gearbeitet. Du schreibst, du hättest vor geraumer Zeit passende Schrauben dafür gefunden. Welche Schrauben sind das und wo kann man diese beziehen?
    Dank vorab für eine kurze Info.

    Antworten
    1. Frank Rath Beitragsautor

      Hallo Hans-Dieter,
      du brauchst im Internet nur den Suchbegriff Panhead-Schrauben eingeben. Es handelt sich hierbei um Schrauben mit einem Halbrundkopf, der an der Gewindeseite flach ist. Sie werden unter anderem von Spax angeboten, es gibt sie aber auch von anderen Herstellern.
      Das mit dem Panhead ist wichtig, denn mit Senkkopfschrauben spaltet man häufig das Material. Ich habe zusätzlich extra-lange Bits (T15, T20, T25) bei Amazon gekauft und die Schrauben mit Torxantrieb bestellt. Dadurch verringert sich die Gefahr des Überdrehens des Bits beim Einschrauben.
      Mit dieser Kombination funktioniert das Ganze hervorragend!
      Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen.
      Herzliche Grüße
      Frank

      Antworten

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