Pasta-Ständer selber bauen

Ich liebe Pasta! Am liebsten nur mit Öl, Chilli, einigen Cherrytomaten und Parmesankäse.
Nun habe ich vor kurzem erfahren, dass es gar nicht so schwer ist, Pasta selber zu machen, wenn man eine Nudelmaschine sein Eigen nennt. Dank Ebay war das Aneignen einer Nudelmaschine weder schwierig noch teuer. Auch das Rezept für die gemeine Nudel ist sehr simpel (200 gr. Mehl und 2 Eier). Die Handhabung der frischen Nudeln hingegen kann etwas tricky sein, da sie schnell wieder zusammenkleben.
Abhilfe schafft da ein professioneller Pasta-Ständer, den man aus Holz oder Kunststoff kaufen kann. Die frischen Nudeln werden an den abstehenden Armen aufgehängt und können dort bis zum Kochen gelagert werden, ohne dass sie zusammenbacken.
So ein Pasta-Ständer ist gar nicht mal so teuer, aber ich fand kein Modell wirklich ansprechend oder praktisch, da ich den ganzen Nudelproduktionskram nach getaner Arbeit wieder unsichtbar verstauen will. Auch finde ich, dass für eine traditionelle handwerkliche Arbeit wie der Pastaherstellung ein Hilfsmittel aus schönem Holz angemessen ist.
Also bin ich in meinen Keller gegangen, habe mir ein paar Reststücke aus Esche herausgesucht und habe einen Pasta-Ständer selber gebaut und zwar so, wie ich ihn haben wollte. Bauzeit etwa 1,5 Stunden, Materialkosten für mich 0,00 €

Der Entwurf

Ein kommerzieller Pasta-Ständer ist etwa 50 cm hoch und hat ausladene Arme von etwa 30 cm Länge. Ein Fuß sorgt für einen sicheren Stand.
Ich wollte alles so konzipieren, dass die Arme und den Ständer steckbar sind.
Somit benötigte ich einen etwa 50 cm langen Rundstab und vier bis sechs dünnere Rundstäbe, die ineinandergesteckt auf dem rechteckigen und massiven Fuß sitzen.

So die Idee…

Rundstäbe

Natürlich hatte ich keine Rundstäbe – vor allem nicht aus Esche. Aber ich habe mir vor vielen Jahren einen hochkomplexen Dübelherstellungsautomaten gebaut, den ich nun erneut erfolgreich einsetzen konnte.

nicht schön aber funktionell

Es handelt sich im Wesentlichen um ein Stück 5 mm starken Flachstahl, in den 4 Löcher in der gewünschten Dübelstärke gebohrt werden. Der Trick besteht darin, dass die Ränder mit einer Art Schneide versehen werden. Das geht zum Beispiel mit weiteren Löcher, die sich mit den Hauptlöchern überschneiden. Bei den kleineren Löchern habe ich einfach mit dem Dremel kleine Schlitze eingefräst. Damit ich den Dübelherstellungsautomat vernünftig einspannen kann, habe ich ihn in ein Stück Holz eingelassen.

Für die Arme habe ich nun Leisten an der Bandsäge gesägt. Da der Rundstab etwa 10 mm stark sein soll, habe ich die Leiste auf 11 x 11 mm gesägt. Aus dem Restholz habe ich 5 Leisten gesägt. Die Spitzen habe ich etwas angespitzt und sie in meinen Akkuschrauber gespannt.

Nun wird die Leiste an die Bohrung angesetzt, mit geringer Drehzahl im Uhrzeigersinn eingeführt und dann mit hoher Drehzahl durchgedrückt. Es hilft, wenn du die Leiste mit der Hand leicht führst.

geht besser als man denkt…

Da Esche recht hart ist, ging das sehr gut und die Oberfläche war relativ glatt. Trotzdem habe ich die Stäbe bis Korn 320 geschliffen, weil sie ja mit Öl behandelt werden sollten.

Der Ständer sollte aus einem 20 mm Rundstab bestehen. Das geht mit meinem Dübelherstellungsautomat nicht leider. Aber auch für solche Fälle habe ich vorgesorgt: Für meine Bandsäge habe ich mal ein sehr kompliziertes Rundstabherstellungsanbaugerät gebaut. Das kam nun zum Einsatz.

Für einige nur ein Holzklotz, für mich das Rundstabherstellungsanbaugerät für die Bandsäge

Das Prinzip ist eigentlich auch recht simpel und meine Instagram-Abonnenten kennen es bereits. Ein stabiler Holzklotz wird mit einem Schlitz für das Bandsägeblatt versehen, das tangential zu einem Loch in gewünschter Rundstabstärke verläuft – in diesem Fall 20 mm. Der Klotz wird sehr fest an der Bandsäge montiert, das Bandsägeblatt muss frei laufen können. Eine Leiste mit etwa 21 x 21 mm Stärke wird nun in den Akkuschrauber eingespannt, vorne angespitzt und bei laufender Bandsäge mit hoher Geschwindigkeit durchgedrückt – allerdings mit weniger Kraftaufwand wie beim Düberherstellungsautomat.
Auch dieser Stab wird im Anschluss geschliffen.

Steckverbindungen

Nun folgt das Bohren der Löcher in den Ständer für die Arme. Die Arme sollen so ausgerichtet sein, dass die Nudeln frei hängen können. Ich habe sie im Abstand von etwa 25 mm mit einem 9,5 mm Bohrer an der Standbohrmaschine gebohrt. Die Stäbe für die Arme sind durch das Schleifen etwas dünner geworden.
Ein Anschlag ist beim Bohren sehr hilfreich, damit der Rundstab sicher sitzt. Die Löcher habe ich nicht durchgebohrt, dabei half der Tiefenstopp

Die Arme lassen sich nun hervorragend einstecken und sitzen ausreichend stramm.

sitzt gut

Die Enden der Rundstäbe habe ich am Bandschleifer abgefast.

Der Fuß

Es fehlte noch der Fuß, den ich aus einem Stück Esche bauen wollte. Es stammt von meinem Couchtisch-Projekt, ist etwa 200 mm x 100 mm groß und 35 mm stark.
Ich habe es lediglich geschliffen und die Kanten mit einer Fase an meiner kleinen Tischkreissäge versehen. Auch hier sind meine Instagram-Abonnenten bereits im Bilde, wie so etwas funktioniert.

In der Mitte des Fußes bohrte ich unter Zuhilfenahme des Tiefenstopps ein 20 mm Loch.

Nun folgte die Ölung. Wie bei allen meinen öligen Projekten nahm ich auch hier Lackleinöl.

Fertig zum Einsatz

Das Ergebnis

Nun aber schnell in die Küche und Nudeln machen…

Ich gebe zu, dass ich nur deshalb 1,5 Stunden brauchte, weil ich großen Hunger hatte…
Ich hoffe, es hat Dich inspiriert auch mal über selbstgemachte Nudeln nachzudenken. Vielleicht kennst Du ja auch jemanden, der gerne Nudeln macht und noch keinen stilvollen Pasta-Ständer besitzt – Weihnachten steht ja quasi vor der Tür…

Herzliche Grüße
Frank
– der Kellerwerker

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