Archiv des Autors: Frank Rath

Buchständer

1. Der Korpus

Ich hatte noch 10 mm und 4 mm Pappel-Sperrholz in meinem Bestand, den ich “unbedingt” verbrauchen musste. Also sägte ich mir einen Deckel aus 10 mm und einen Deckel aus 4 mm Sperrholz zurecht. Ich wollte keinen rechteckigen Ständer, sondern er sollte nach oben etwas auseinander gehen.

Die Maße: unten 240mm breit, oben 300mm breit, Gesamthöhe 340 mm

Warum jetzt aber eine Platte mit 10 mm und eine mit 4 mm Sperrholz?

Ganz einfach: ich hatte nur noch einen kleinen Rest 10 mm Sperrholz…, außerdem wäre das Ganze auch zu wuchtig geworden…glaube ich…

Es folgten die Schlitze für die Halteplatte. Mir fällt gerade kein bessere Name dafür ein.
Die Schlitze sind 10 mm hoch und 210 mm lang. Ich habe sie mit einem 10 mm Fräser auf meinem Frästisch ausgefräst.
Da ich nun aber auf der einen Seite auch etwas mehr Materialstärke hatte, konnte ich die Kanten des Schlitzes mit einem Halbrundfräser nach innen abrunden. Gut dass ich eine 10 mm Sperrholzplatte genommen habe…!
Bei der 4 mm Sperrholzplatte, habe ich die Schlitze nur etwas entgratet.
Auf den Bildern seht Ihr das Ergebnis.

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2. Den Korpus in Form bringen

Für die Kantenstücke habe ich mir mehrer 20 mm breite Streifen aus den Resten des 10 mm Sperrholzes gesägt und jeweils zwei Streifen verleimt.
Ich brauche zwei Kantenstücke 20 x 20 mm mit eine Gesamtlänge von ca 340 mm und eins mit einer Länge von ca 260 mm. Ich habe sie etwas länger abgelängt.
Mit Leim und meinem Elektronagler habe ich die Kantenstücke auf das 10 mm Brett befestigt.
Das obere Stück habe ich nur grob eingepaßt, weil ich beschlossen habe, die Kanten mit 4 mm Sperrholz einzurahmen.
Nicht nur weil es schöner aussieht, sondern auch weil ich zu schnell fertig wurde…

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Da ich ja später die Halteplatte in den Korpus verstauen will, habe ich Führungsstücke aus 4 mm Holzresten zurechtgesägt und sie an der einen abgeschliffen. Die Halteplatte hat so ca. 1 mm Spiel auf jeder Seite.
Wird die Platte weiter reingeschoben, übernehmen Führungsstücke aus 10 mm Sperrholz die Platte.
Die Bleistiftstriche zeigen wie die Platte nachher sitzt.
Die Übergänge musste in Hinblick auf den Schlitz etwas anpassen.
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3. Die Halteplatte

Die Halteplatte besteht aus 10 mm Sperrholz und da ich noch ein Reststück 25 mm Birkensperrholz gefunden habe, besteht das Endstück der Halteplatte aus eben diesem ansehnlichen Teil.
Ich habe das Endstück wie folgt zurechtgesägt: 34 mm breit, 250 mm lang.
In das Endstück habe ich mittig die Aufnahme für die Platte gefräst.
Wer jetzt richtig aufgepasst hat, der wird schnell merken, das da etwas nicht stimmen kann: Aufbau oben 10 mm (die Deckplatte), mittig 20 mm(die Kanten) und unten 4 mm (die Rückplatte) ergibt 34 mm Gesamtdicke.
Wenn ich jetzt eine 10 mm starke Platte hineinschiebe, habe ich auf der einen Seite 10 mm bis zur Außenkante und auf der anderen Seite 14 mm.
Das heißt, ich darf die Aufnahme für die Halteplatte nicht mittig in das Endstück fräsen, sondern muss sie um 3 mm zu einer Seite versetzen. Klingt logisch oder?

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Tja… jetzt weiss ich das auch… aber mein Birken-Sperrholz-Bestand erlaubte mir diesen kleinen Fehler…
Die Platte verleimte ich mit dem Endstück, nachdem ich alle rechtwinklig ausgerichtet habe.

4. Die Rückplatte

Ich finde “Rückplatte” ist ein komisches Wort, aber wieder einmal habe ich kein anderes dafür auf Lager.
Auf die Rückplatte habe ich als Führung zur Mitte hin zwei Klötze aus 10 mm dicken Sperrholz angefertigt, die ich zum Einschub hin schräg angeschliffen habe. Die Halteplatte hat damit etwas Spiel.
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Diese habe ich ganz unspektakulär ausgerichtet und verleimt.
Damit die Halteplatte sanft im Korpus läuft, habe ich die Innenseiten, sowie die Führungsstücke mit Antikwachs behandelt. Nach dem Trocknen – in meinem Fall 24 Stunden (so konnte ich nächsten Tag wieder in die Werkstatt…) – habe ich alles mit einem Baumwolltuch poliert.
Zum Schluß habe ich die Rückplatte auf die Deckplatte verleimt und mit Leimzwingen fixiert.

5. Die Kanten hübsch machen

Da ich mir beim Zusammensetzen der Kantenstücke nicht soviel Mühe gemacht habe, wollte ich das Ganze mit den Resten des 4 mm Sperrholzes einfassen.
Im ersten Schritt schliff ich die Kanten mit meinem Bandschleifer gerade ab, so dass alle Unebenheiten beseitigt wurden. Zu dieser Zeit konnte ich von meinem Tellerschleifer nur träumen..
Dazu sägte ich drei Streifen mit 35 mm Breite und ca. 360 mm Länge zurecht.
Zuerst passte ich das Oberteil ein. Ich liess auf jeder Seite ca. 5 mm  überstehen und passte dann die Seitenteile an. Auch diese liess ich unten ca. 2 mm überstehen. Damit der Übergang zwischen Ober- und Seitenteil fließend aussieht, habe ich in die Seitenteile jeweils eine entsprechendes Gehrung geschliffen.
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Die Überstände habe ich auch vorsichtig abgeschliffen.
Ich leimte alle Teile fest und fixierte alles mit Panzertape.. also Gewebeklebeband.

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6. Minimagnete und Oberflächenbehandlung

Das Endstück der Halteplatte soll im zusammengelegten Zustand auf dem Boden stehen. Nimmt man nun den Ständer aus dem Regal, fällt die Halteplatte unweigerlich beim Anheben raus.
Um das zu verhindern habe ich die Halteplatte mit zwei Minimagneten ausgestattet, die durch Schrauben im Korpus angezogen werden. Ich habe sie mit Epoxidkleber in das Endstück eingegeklebt. Trotz der geringen Größe (6 x 2mm), sind sie doch stark genug, die Platte zu halten.
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Da in der Küche die Gefahr von Fett-, Öl- und Wasserflecken besteht, habe ich nach dem Schleifen mit 240er Schleifpapier, alles mit Antikwachs behandelt (24 Stunden Trocknen, dann Polieren). Der ist laut Hersteller übrigens speichelfest, allerdings sind das genau die nicht zu erwartenden Flecken…
Egal, es sieht auf jeden Fall schön aus.
Sollte der Buchständer durch den täglichen Einsatz und den harten Küchenalltag irgendwann einmal unansehnlich werden, baue ich einfach einen Neuen…;-)

Übrigens fand meine Frau den Buchständer toll, vor allem die praktische Verstaufunktion…

Gartenbank

1. Die Seitenteile

Die einzelnen Bauteile werden gemäß der Sägeliste (findet Ihr hier) zurechtgesägt.
Zuerst werden die Seitenteile gefertigt. Ich fing mit den Querstreben an, da ich diese nicht gerade, sondern leicht geschwungen haben wollte. Die Sitzfläche sollte von vorne leicht nach hinten abfallen, um den Sitzkomfort zu erhöhen. Leider sind viele Bilder, die ich während des Baus gemacht habe entweder sehr verschwommen oder nicht mehr existent. Ich bitte um Nachsicht…
Um die “Schwingung” hinzukriegen, habe ich ein flexibles Stück Restholz genommen (ca. 4 mm stark, 3 cm breit und 40 cm lang) und es vorne an die Ecke, hinten zwei Zentimeter tiefer angesetzt und es dann etwas durchgebogen.
Da mir die Natur nur zwei Hände geschenkt hat (Gott sei Dank, wie sieht das sonst aus…) musste eines meiner Familienmitglieder den Strich mit dem Bleistift ziehen.

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An diesem orientierte ich mich mit der Stichsäge und nutzte dieses Teil als Schablone für die anderen beiden Querstreben.
Das ist natürlich recht grob. Ich spannte also die drei Querstreben mit einer Schraubzwinge in meine Hobelbank und glich alle drei Teile mit dem Bandschleifer an.

Querstreben werden eingespannt und mit dem Bandschleifer angeglichen

Querstreben werden eingespannt und mit dem Bandschleifer angeglichen

Jetzt konnte ich die Seitenteile montieren.
Dazu nutzte ich das erste mal meine selbstgebauten Spannwinkel, um die Rechtwinkligkeit sicherzustellen.
Da ich 10 mm Holzdübel verwenden wollte, zeichnete ich bei allen Querstreben die Bohrpunkte an und bohrte entsprechende Dübellöcher.

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Um die Bohrpunkte zu übertragen nahm ich Dübelspitzen. Vorher setzte ich die Spannwinkel an, um die richtigen Maße sicherzustellen.

Löcher auf der Gegenseite markieren

Löcher auf der Gegenseite markieren

Nun flugs die Dübellöcher auf dem Gegenstück gebohrt und mit Dübeln und PU-Leim zusammengefügt.

Querstreben zusammen führen

Querstreben zusammen führen

2. Das Untergestell

Nun folgen die Längsstreben (ich nenne sie einfach mal so, weil mir keine andere Bezeichnung dafür eingefallen ist…)
Mit diesen Längsstreben werden die beiden Seitenteile verbunden.

Auch die Längsstreben werden mit Holzdübeln und PU-Leim verbunden.
Auch hier kamen wieder meine Spannwinkel zum Einsatz. Damit auch hier die Rechtwinkligkeit gegeben ist, habe ich ein Seitenteil auf meinem Arbeitstisch an den Spannwinkeln mit Schraubzwingen befestigt. So konnte ich bequem arbeiten, ohne das mir die Teile immer umfielen.

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Die Vorgehensweise entspricht sonst der gleichen wie oben beschrieben… bis auf eine Ausnahme!
Ich habe clevererweise die beiden Längsstreben einfach an die Seitenteile verklebt und dabei die mittlere Querstrebe vergessen…
Da diese auch mit Dübeln befestigt werden sollte, konnte ich sie nicht nachträglich einsetzen – Schrauben wollte ich auch nicht… Nach drei Minuten schlechter Laune und des Zitierens alter Seemanns… äh -gedichte habe ich dann schräg von oben durch die Längsstreben geschraubt und die Schraubenköpfe versenkt. Durch die Sitzbretter ist diese Schraubenverbindung nicht sichtbar und das war ja das Ziel.
Die Seemanngeschichten kamen wieder zum Einsatz als ich merkte, dass ich meine Spanngurte an einen Freund verliehen hatte…. Also musste ich eine wilde Konstruktion mit meinen langen Schraubzwingen und einem Seil zaubern. Ging aber.

Seitenteile verbinden

Seitenteile verbinden

3. Die Sitzfläche

Kommen wir nun zu den Bildern, die auf wundersame Weise die Speichereinheit meiner Kamera verließen. Sie sind einfach weg, deshalb versuche ich nun sehr bildhaft zu schreiben…
Nachdem das Untergestell fertig war, kamen die Sitzbretter dran. Das vorderste und das hinterste musste jeweils etwas ausgeklinkt werden. Die Maße sind auf der Skizze zu erkennen.
Ich habe die Kanten mit der Oberfräse gerundet und mit Schleifpapier ordentlich bearbeitet.
Die Sitzbretter wurden mit 7 mm Abstand befestigt. Da die Schrauben von unten durch die Querstreben in die Sitzbretter geschraubt wurden und die Querstreben nicht überall 70 mm sind (siehe Schwingung oben…), musste ich auch unterschiedliche Schraubenlängen nehmen. Also vorne die 80er Schrauben (ich habe sie um 10 mm versenkt) und hinten 60er (auch hier habe ich sie um 10 mm versenkt).

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gut zu erkennen die versenkten Schrauben für die Sitzbretter

Da ich sie aber zusätzlich kleben wollte, habe ich die Bretter erst geklebt (immer Abstandshalter zwischen jedes Brett!), dann die ausgesägten Stücke der Querstreben auf die Sitzfläche gelegt (wegen der Schwingung…), alles mit Zwingen gesichert, die Bank umgedreht und dann bequem durch die Querstreben geschrauben.
Als Abstandshalter habe ich schmale Laminatsstreifen vorbereitet und 3 cm lange Stücke abgeschnitten. Das Laminat hatte genau 7 mm Stärke.

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4. Die Rückenlehne

Da auch hier kein Bildmaterial vorliegt, müsst Ihr mit meiner blumigen Ausdrucksweise vorlieb nehmen…

Die Rückenlehne besteht aus zwei langen Balken (oben und unten), zwei Seitenteilen und 9 Füllbrettern. Auch hier sind wieder alle Teile mit Holzdübel und PU-Leim befestigt worden.066

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Um die genauen Abstände zwischen den Füllbrettern zu ermitteln, werden die Füllbretter flach auf eine Arbeitsplatte gelegt, hochkant zusammengeschoben und das Maß von rechts nach links genommen. Theoretisch muss es 9 x 70mm sein, aber in der Praxis gibt es Toleranzen. Nun haben wir tatsächlich 630mm gemessen und ziehen dieses Maß von der gesamten Innenbreite der Rückenlehne ab (also 1160 mm – 630 mm = 530 mm) und teilen das durch die Anzahl der “Fugen” – also 10. Ergibt 53 mm. Ich habe mir aus einem Restholz eine entsprechende Schablone gesägt.

Die Längsstreben der Rückenlehne habe ich so gelegt, wie sie nacher auch zusammengefügt werden. Die Füllbretter legte ich erstmal locker dazwischen und richtet sie mit Hilfe der Schablone aus. Die Abstände zeichnete ich auf die Längsbretter.

Nun bohrte ich jeweils ein Dübelloch in die Mitte der angezeichneten Stellen in die Längsbretter und auch oben und unten in die Stirnseite der Füllbretter (genau die Mitte treffen…).

Ich steckte erstmal allles “trocken” zusammen und korregierte ggf. in dem ich die Dübellöcher etwas erweiterte. Nun wurde alles zusammengeleimt und mit Schraubzwingen gehalten.

Als der Leim abgebunden hat (also nach ca. 30 Minuten) kamen die beiden Seitenteile dran. Diese wurden so gesetzt, dass die nach vorne nahezu bündig abschließen und nach hinten rausstehen (siehe Bild).

Hier das gleiche Spiel: Holzdübel, PU-Leim, fertig…

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5. Die Hochzeit

Nun folgt “die Hochzeit” – also das Zusammenfügen des Untergestells mit der Rückenlehne! Ein erhabener Moment, denn nun wird das Werk fast vollendet.
Wirklich nur fast… denn nun stand ich vor dem erfolgreich ausgeblendetem Problem, wie ich die Rückenlehne befestige… Eigentlich ging nur schrauben. Aber das wollte ich ja nicht!

Der Zufall wolte es, dass ich mir einige Tage zuvor einen sogenannten Zapfenschneider zulegte. Damit kann man…na was wohl… JA… Zapfen schneiden.

Mein Plan war nun folgender: Ich bohre mit dem Forstnerbohrer ein 15 mm dickes Durchgangsloch in den unteren Teil des Seitenteils der Lehne, ein 20 mm tiefes Loch in das hochstehende hintere Bein, schneide einen langen 15 mm starken Zapfen und schlage ihn zusammen mit reichlich PU-Leim durch das Seitenteil in das Bein und habe somit eine haltbare Verbindung. Den Überstand habe ich mit dem Stechbeitel und Schleifpapier abgeglichen. Weiter oben am Seitenteil stelle ich eine Verbindung mittels Holzdübel zur Armlehne her und alles ist gut.

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Was soll ich sagen… es hat geklappt!

Die Armlehne habe ich im hinteren Teil ausgeklinkt. Dabei habe ich natürlich die Neigung der Rückenlehne (ca. 10 Grad) berücksichtigt.

 

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Vorne habe ich Armlehne mit einem Holzdübel und Leim stumpf auf das vordere Bein geklebt.

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6. Fertig…?

Nun ist alles montiert und auch wirklich sehr stabil.

Was folgt sind die Schleifarbeiten. Das hört sich immer schön schnell an, es ist aber eigentlich die aufwändigste Arbeit.

Die Übergänge der Füllbretter an der Rückenlehne habe ich mit Schleifpapier angepasst.

Alle anderen Holzfläche wurden mit dem Excenterschleider, Dreiecksschleifer oder per Hand geschliffen.
Die Kanten habe ich teilweise abgerundet, vor allem an der Armlehne und an der Rückenlehne.

Nun hat mein Nachbar nur noch die Aufgabe die Gartenbank zu ölen… und wehe er macht das nicht ordentlich…;-)

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Übrigens ist die Länge der Gartenbank skalierbar, was heißt das die Seitenteile identisch sind und nur die Sitzbretter, die Längsstreben, sowie die Anzahl der Querstreben angepaßt werden müssen.