Schlagwort-Archive: Sägehilfe

Umbau Dachgeschoss – Fußleisten und Laibung

Ein fröhliches ALOHA und willkommen zum vierten Teil der sagenumwogenen Erzähl-Reihe “Umbau Dachgeschoss” mit der Episode “Fußleisten und Laibung selber herstellen”.

Wie du vielleicht bemerken wirst, halte ich den chronologischen Ablauf nicht korrekt ein. Bevor ich nämlich die Fußleisten montierte, habe ich noch die Maler- und Lackierarbeiten erledigt. Dabei habe ich acht Türen samt Zargen, vier Fenster mit Rahmen lackiert und alle Wände komplett weiß gestrichen. Zum Glück hatte ich Hilfe. Das Laminat war nun auch in der ganzen Wohnung verlegt.

Beim Schlendern durch die Baumärkte und Fußboden-Fachgeschäfte fiel mir auf, wie teuer doch Fußbodenleisten sind. Nicht nur die Leisten auch das ganze Zubehör, wie Befestigungsmaterial, sowie Eckverbinder, etc. Nun ist unser Haus ein Altbau und ich wollte keine Plastik-Fußbodenleisten setzen, weil ich sie einfach nicht mag. Ich wollte hohe Holzleisten in weiß.

Leider kostete ein 2 Meter lange Fußleiste in Holz knapp 10 € und bei dieser Wohnung benötigte ich rein rechnerisch etwa 120 laufende Meter. Ich beschloss kurzerhand mir selber Fußleisten zurechtzusägen, zu schleifen und zu lackieren. Rückblickend würde ich sagen, es war die richtige Entscheidung. Und so etwas sage ich nicht oft… 🙂

Ich habe mir also aus dem Baumarkt 10 Pakete 19 mm Rauhspund besorgt und die Feder abgeschnitten. So kam ich auf eine Höhe von etwa 90 mm und einer Länge von 2 m. Die Nut habe ich dabei stehengelassen. Sie zeigt später nach unten und ist somit nicht sichtbar.

Nach dem Sägen habe ich alle Bretter abgeschliffen, wobei mir im ersten Moment egal war, ob dort Astlöcher waren oder nicht. Warum mir das egal war, erzähle ich später.

Dann habe ich mir oben in der Wohnung einen “Lackierraum” eingerichtet.

Ich verlegte den neuen Laminatfußboden mit Malerpappe, darüber Malervlies, klebte alles penibel ab und stellte einen Tapeziertisch und zwei Böcke auf. Über zwei Dachlatten legte ich die Fußleisten nacheinander auf und lackierte sie.

Für diese Arbeiten habe ich mir extra eine Lackierpistole gekauft, die ich an den Kompressor (der eigens hochgetragen werden musste) anschließen konnte.

Ich fasse mich kurz: anhand der Bilder erkennst du wahrscheinlich schon das Hauptproblem. Die Staubentwicklung war gigantisch, der Kompressor unglaublich laut und es dauerte wider Erwarten ziemlich lange. Nach den ersten 20 Fußleisten hatte ich keine Lust mehr und lackierte die restlichen 40 Stück mit der Rolle. Das ging schneller, war leiser und es gab keinen Staub. Den Kompressor benötigte ich später ohnehin, nur der Kauf der Lackierpistole war leider überflüssig – wenn es denn so etwas überhaupt gibt wie überflüssigen Werkzeugkauf…

Ich lackierte die Fußleisten jeweils zweimal mit einem Zwischenschliff. Auch jetzt störten mich die häufig vorkommenden Astlöcher nicht im geringsten.

Ich ließ die Fußleisten zwei Tage trocknen und fing dann an, den ersten Raum damit auszustatten. Da es sich bei dieser Wohnung um einen ausgebauten Dachboden handelt, waren die meisten Wände nicht gemauert, sondern bestanden aus Leichtbauwänden. Das bedeutete, ich musste nur an den Außenwänden mit der Schlagbohrmaschine bohren und die Leisten verschrauben. Den Großteil der Fußleisten konnte ich aber mit Montagekleber, meinem Drucklufttacker und langen Pins (55 mm) befestigen. Glücklicherweise habe ich für mein Kompressor einen 5 m langen Druckluftschlauch, so dass ich den Kompressor nicht die ganze Zeit hinter mir her ziehen musste.

 

Zum Ablängen und Anpassen der Fußleisten nutzte ich meine Sägehilfe für die Handkreissäge. Es handelt sich dabei im Grunde genommen um eine Art Winkel, der mir das rechtwinklige Sägen ermöglicht. Das Besondere daran ist, das das rechte Ende des Anschlages genau die Schnittkante markiert. Ein zusätzliches Messen entfällt dadurch.

Sägehilfe mit dem rechten Ende an die Markierung anlegen, die lackierte Seite zeigt nach unten

Sägen…

Exakt abgesägt…

 

Wenn du dir so einen Winkel nachbauen willst, brauchst du dafür nur zwei Leisten, die du sorgfältig rechtwinklig zusammenschraubst. Die Leiste, die als Anschlag für die Kreissäge dient, ist bei mir etwa 40 cm lang. die Leiste, die als Anschlag am Werkstück sitzt, ist etwa 30 cm lang.

Wenn du die beiden Leisten verschraubst musst du darauf achten, dass die “Werkstück-Leiste” rechts etwas länger ist, als die Distanz vom linken Rand der Kreissägen-Arbeitsplatte bis zum Sägeblatt. Beim ersten Sägen, sägst du diesen Überstand ab und kannst damit exakt sehen, wo die Schnittkante ist.

das Ende der rechten Leiste markiert exakt die Schnittkante

Durch den Einsatz dieser Sägehilfe ging das Zurechtschneiden der Fußleisten sehr schnell von der Hand. Weil ich vor allem im Flurbereich sehr viele kurze Stücke zurechtsägen musste, konnte ich Fußleisten, die ein oder mehrere Astlöcher hatten sehr gut zum zerstückeln nutzen.

Um die Fußleisten an der Wand zu befestigen habe ich hinten Montagekleber aufgetragen und sie dann mit einigen Pins an der Wand fixiert das ging erstaunlich gut, erstaunlich schnell und hielt vor allem besser als ich dachte.

Auch das Anpassen an Kabel oder schiefe Wände war kein Problem. An einer Stelle machte die Wand einen richtigen Bogen. Um die Fußleiste anzupassen, habe ich auf der Rückseite mit der Handkreissäge mehrere nebeneinander liegende, verdeckte Schnitte gemacht.

So war die Fußleiste in diesem Bereich biegbar und ich konnte sie an die Wand anpassen. Später habe ich die sichtbaren Schnittstellen mit Acryl verschlossen und überlackiert.

Nachdem ein Raum mit Fußleisten versehen war habe ich von oben die Fugen zwischen Fußleisten und Wand mit Acryl abgedichtet. Auch die Übergänge zwischen zwei Fußleisten, sowie die Löcher der Schrauben und Pins wurden mit Acryl verschlossen und später überlackiert.

Für das Montieren der etwa 120 lfm Fußleisten habe ich knapp zwei Tage gebraucht. Im Übrigen musste ich später nochmal 10 Fußleisten herstellen, weil ich die Speisekammer vergessen und zusätzlich den Verschnitt falsch eingeschätzt hatte…

Kosten:

  • Rauhspund 80 €
  • Lack 35 €
  • Montagekleber 45 €
  • Kleinmaterial 10 €

Gesamtkosten 170 € 

Ich habe für alles einen Zeitaufwand von zusammengerechnet 5 Tagen gehabt, aber das Ergebnis ist super geworden!

Die Laibung

Wie bereits in dem letzten Artikel erwähnt, habe ich bei zwei Räumen einen Durchbruch von etwa 1,60 m Breite gemacht. Dieser Durchbruch durch die Leichtbauwand sah naturgemäß nicht ganz so schön aus und musste mit einer Laibung versehen werden. Hab ich noch nie gemacht…

Die Wand ist etwa 12 cm stark. Für die Verkleidung baute ich eine Art halb offenen Kasten der die Öffnung verschloss und etwa 3 cm über die Wände steht.

Im ersten Schritt setzte ich die Innenbretter an, verklebte sie mit Montagekleber und fixierte sie mit Pins an dem Ständerwerk.

 

Dann setzte ich die seitlichen Leisten an. Die verleimte ich mit Holzleim und fixierte sie auch mit Pins an den Innenbrettern und am Ständerwerk.

Da in diesem Teil des Zimmers die Decke nach hinten abfiel standen die Stöße an den oberen Ecken nicht rechtwinklig zueinander. Die entstandenen Lücken habe ich einfach mit Holzspachtel weggespachtelt.

Da die Innenbretter nicht lang genug waren, habe ich sie unten verlängert. Dabei habe ich einen Versatz von Innenbrett und Seitenleisten vorgesehen.

Als die Laibung soweit montiert war, habe ich alles gespachtelt und später mit 120er Schleifpapier geschliffen.

Im Anschluss habe ich alles mit vor Vorstreichfarbe lackiert und den Rahmen danach mit Acryllack zweimal lackiert.

 

Meine erste eigene Laibung… auch damit bin ich zufrieden…

Im Allgemeinen ist die Wohnung echt schön geworden und bereits während der Umbauphase haben sich neue Mieter gefunden.

Die ganzen anderen Arbeiten, die während der etwa zweimonatigen Bauzeit anfielen sind nicht ganz so spannend und deshalb meiner Meinung nach nicht unbedingt erwähnenswert. Aus diesem Grunde endet hier meine legendäre “Umbau-Dachgeschoss-Serie”.

Ich habe aber wieder einmal viel gelernt und festgestellt, dass man unter Druck zu ganz außergewöhnlichen Leistungen fähig ist… wünschen kann ich es aber niemanden…

Herzliche Grüße

Frank

-der Kellerwerker