Balkon – Pfostenanker setzen

Es klingt immer alles so einfach:

Heben Sie ein Loch aus, ca. 40x40x70cm, mischen Sie den Beton und füllen Sie ihn in das Loch, setzen Sie den H-Pfostenanker ein, richten ihn aus, stampfen den Beton mit einem Stück Holz und lassen Sie das Ganze ca. einen Tag trocknen.

Tja, klingt gar nicht so schlecht. Aber wo sollen die Pfostenanker den gesetzt werden? Was ist der Bezugspunkt? Nach welcher Seite richtet man die Bohlen aus? Wo enden die Bohlen, wieviel Überstand muss eingeplant werden usws….

Diese Gedanken kommen einen erst, wenn man mit Maurerschnur und Spaten vor dem “Schlauch” steht und denkt “in Sketchup war mir das irgendwie klarer…”

Auch dieses Gebäude wurde um 1900 gebaut, auch hier gibt es eigentlich nicht eine gerade Wand oder etwas winkeliges. Also mitteln…!

Hier eine Skizze, wie die Pfosten und Träger gesetzt werden sollen.Balkon Deck Skizze3

Am ersten und dann jeden zweiten Außenpfosten sollen die hochkant stehenden Pfosten für das Geländer montiert werden. Zwischen den Trägern wurde einen Abstand von 1 Meter festgelegt.

Ich entschied mich dafür, die Bohlen und die Träger an der Hauswand bei der Treppe auszurichten. Die ist zwar auch schief, aber es sieht besser aus, wenn die Bohlen im 90 Grad Winkel davon abgehen.

Ich legte die schmaleren Leisten der Unterkonstruktion auf den Balkon und richtete sie aus. Nun legte ich darüber eine Bohle quer zur Hauswand und ermittelte dadurch die Höhe des Decks. Von der Unterkante der Bohle zog ich 180mm ab (90mm Latte, der unterkonstruktion, 90mm Träger) und somit ermittelte ich die Höhe der Pfosten.

040Um die Flucht zu ermitteln, spannte ich für jede Pfostenreihe Maurerschnur, die ich gleich mit der Wasserwaage auf die richtige Höhe ausrichtete.

Ich buddelte an der Schnur entlang Löcher (ca. 20x20x40cm) für die Pfostenanker. und mischte den Beton. Glücklicherweise konnte ich mir einen Betonmischer leihen. Es ist eine ungeheure Erleichterung gegenüber dem Mischen mit einem Spaten oder einem Rührquirl, der auf einer Bohrmaschine steckt.

Ich setze die H-Pfostenanker ein und legte ein Brett unter den Steg des Ankers. Mit Hilfe des Bretts richtete ich den Pfostenanker sowohl in der Höhe, als auch lotrecht mit der Wasserwaage aus. Das machte ich, indem ich einfach das jeweilige Brett mit Erde unterfütterte. Dann füllte ich die Löcher mit dem Beton, der mit einem Stock stampfend verdichtet wurde.Insgesamt habe ich 14 Sack Beton verbraucht, weil einige Löcher irgendwie doch größer waren…

Feierabend! Ich ließ den Beton zwei Tage aushärten.

Nun werden die Pfosten montiert.

Die Pfosten dürfen nicht auf dem Steg der Pfostenanker aufliegen, sondern sollten mindestens 2cm Luft dazwischen haben. Das geht am besten, indem man ein Brett mit 20mm Stärke dazwischen legt und die Pfosten ausrichtet.

Die Pfosten habe ich mit Schraubzwingen fixiert und mit der Wasserwaage ausgerichtet. Mit einem 10mm Bohrer bohrte ich durch die beiden Löcher der Pfostenanker eine Durchgangsbohrung und steckte 120mm langen M10 Schlossschrauben durch, die mit Unterlegscheibe und Mutter festgezogen wurden. Das klappte nicht immer so leicht, weil ich das gegenüberliegende Loch nicht immer traf. Dann habe ich von der anderen Seite gebohrt und die Schraube mit dem Hammer durchgetrieben.

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die Pfosten werden montiert

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alle Pfosten müssen natürlich die gleiche Höhe haben…

 

 

 

 

 

 

 

 

Jetzt werden die Träger montiert.

Die Träger werden eigentlich nur aufgelegt und mit 200mm langen Tellerschrauben von oben in die Pfosten geschraubt. Zusätzlich werden jeweils 2 Stück 200mm lange Konstruktionsschrauben von rechts und links oben im 30 Grad-Winkel durch die Träger in die Pfosten geschraubt.

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die Träger werden aufgeschraubt

Das klingt ganz einfach und mit meinem Makita-Akkuschrauber habe ich noch nie Probleme bei großen oder langen Schrauben gehabt.

Ich will es hier abkürzen, weil ich sonst wieder so emotional werden… Ich musste mir einen schweren 230V Schrauber von meinem Schwiegervater leihen, weil nicht mal meine Bohrmaschine diese Schrauben geschafft hat… Allerdings hält diese Verbindung nun extrem gut…

Der erste Träger ist länger als die anderen, weil er bis zur Treppe geht (siehe Bild). Diesen und jeden zweiten Träger habe ich vorne für eine Ecküberblattung ausgeklingt, weil an ihnen die Geländerpfosten montiert werden.

Dieser Bauabschnitt ist nun fertig und es folgt an Nächstes das Belegen des Balkondecks

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