Archiv für den Monat: März 2017

Wasserschaden marsch…!

Meinen treuen Lesern – also auch dir- ist sicherlich bekannt, dass ich stolzer Eigentümer eines (uralten) Mehrfamilienhauses bin. Neben den drei vermieteten Wohnungen wohne ich mit meiner Familie in der untersten Wohnung. Das ist toll, hat es mich doch zum Heimwerken gebracht und mich motiviert, meine heimwerklichen Fähigkeiten auszubauen…

Na ja um ehrlich zu sein, habe ich anfangs alles selbst gemacht, weil wir aus Geldmangel keine andere Möglichkeit hatten. Wer selbst ein Haus hat, weiß, dass es immer etwas zu tun gibt. Wenn Mieter mit im Haus wohnen gibt es mehr zu tun. Und wenn die Mieterstruktur aus lauter Studenten-WGs besteht, gibt es richtig viel zu tun…

Nun habe ich glücklicherweise Spaß am Heimwerken und ich empfinde es nicht als großartige Belastung. Es gibt aber tatsächlich Situationen, in denen ich auch nicht weiter weiß. Ich beschreibe hier mal den letzten Vorfall, weil er wirklich etwas außergewöhnlich war:

Abends um 23.00 Uhr klingelt es an der Tür und eine Mieterin aus dem zweiten Stock steht im Bademantel vor mir. Sie erzählte mir aufgeregt von einem großen Wasserfleck an der Decke, der offensichtlich immer größer zu werden schien. Eigentlich selbst im Begriff ins Bett zu gehen, schlurfte ich mit ihr in die Wohnung und staunte nicht schlecht, als Wasser aus der IKEA-Deckenlampe direkt in ihre Winterstiefel tropfte. Im Gegensatz zu meiner Mieterin waren mir ihre Schuhe relativ gleichgültig und dachte nur an die Ursache des Wasserschaden. Ich überlegte kurz und hastete in die obere Wohnung.

Was soll ich sagen… diese WG erfüllt alle Klischees einer Studenten-WG. Es ist dort immer laut, immer mindestens die doppelte Anzahl an Menschen wie gemeldete Mieter anwesend und es riecht stets leicht nach Tannennadeln… Ich klopfte also aufgeregt an der Tür, nach dem keiner auf das Klingeln reagierte. Nach einiger Zeit hörte ich Lebenszeichen und eine mir völlig fremde Person öffnete total verschlafen die Wohnungstür. Nachdem ich versuchte ihm die Problematik in kurzen Sätzen zu erklären, schob ich ihn einfach beiseite und machte das Licht im Flur an. Ich blickte auf einen komplett überschwemmten Flur, der seinen Wassernachschub offensichtlich aus dem Badezimmer bezog. Ich watete durch das Wasser, bemerkte das die Klospülung ununterbrochen lief und versuchte den Absperrhahn am Spülkasten zu schließen. Das gelang mir auch irgendwann. Der “Gast” ging zwischenzeitlich ohne weitere Anteilnahme wieder in ein Zimmer, wo das Wasser noch nicht angekommen war.

Nachdem ich mir sicher war, dass kein weiteres Wasser aus dem Klo floss, erhob ich leicht meine Stimme und lud zur spontanen Mieterversammlung ein… also ich war doch recht laut, denn ich war ob der geringen Anteilnahme eines akuten Wasserschaden etwas… sagen wir entrüstet. Meine Chaosmieter kamen aus ihren Zimmern und fragten aufgeregt, ob es den brennen würde. Nein, im Gegenteil… es war bereits GELÖSCHT!!!!!

Fakt war, irgendeine Pappnase hat die Spülung gedrückt und nicht darauf geachtet, dass sie nicht aufhörte zu spülen. Zusätzlich haben alle Mieter verdrängt, dass das Wasser seit Monaten schlecht ablief. Tja eins kam zum anderen und der Abfluss war verstopft, die Spülung lief und das Wasser floss über den Toilettenrand in den Flur.

Irgendwie hatte ich nicht den Eindruck, dass sich irgendjemand für die Situation auch nur ansatzweise interessierte. Die ersten machten den Ansatz wieder zurück in ihr Bett zu gehen. Ich kramte in Gedanken mein Vokabular aus meiner Bundeswehrgrundausbildung heraus und… äh… delegierte die Aufräumarbeiten. Das Problem war nur, dass alles nass und mit den üblichen Hausmitteln der Wasserschaden nicht zu bewältigen war. Mittlerweile war es 23.40 Uhr und ich suchte entnervt die Nummer meines Versicherungsmenschen in mein Handy. Mir war eigentlich klar, dass da keiner rangehen würde, wurde aber eines besseren belehrt… Mein Versicherungsonkel (alter Kumpel von mir) ging ran und meinte, ich solle mir einen Trocknungsservice rufen. Er regelt dann am nächsten Tag den Rest. Gut, ich ran an Google und nachdem ich zwei lokale Nummern abtelefonierte und keiner ran ging, kam ich auf Schadenengel.de

Der Name passte, die Telefonnummer war groß auf der Internetseite lesbar, also rief ich an. Boing, sofort ging eine freundliche Dame ran, nahm meinen Schaden auf und versicherte mir, dass gleich jemand anrufen und dann vorbeikommen würde. Klar… um 23.45 Uhr…

Um 23.49 Uhr rief mich Herr Völz an und fragte mich, ob das Wasser noch läuft… Ähhh… nein… Gut dann kommt gleich sein Monteur vorbei und stellt bei Bedarf gleich einen Kondenstrockner auf. Ich müsste nur vor Ort sein, um den Auftragsbogen auszufüllen. Geld bräuchte ich aber keines, das wird mit der Gebäudepflicht geregelt.

Um 0.25 Uhr stand ein Monteur in dem besagten Flur und begutachtete den Schaden. Meine Studenten waren übrigens alle wieder im Bett… Er riss den Teppich im Flur hoch und saugte das Wasser im Flur und im Bad ab. Danach kam der (sehr laute 🙂 ) Kondenstrockner zum Einsatz.

Am nächsten Tag kam ein Klempner mit einer Rohr-Kamera und stellte fest, dass der Abfluss verkalkt war… also Vermietersache. Die Dame von Schadenengel.de nahm meine Sorgen auf und regelte mit der Versicherung die Kostenübernahme der Trocknungs- und Aufräumarbeiten, sowie der Sanierung des Flurbodens inklusive neuen Teppich, der Trocknung der Zwischendecke und die Malerarbeiten in der unteren Wohnung. Ich kümmerte mich in dieser Zeit um die Beseitigung der Verstopfung, was keine angenehme Aufgabe war… Die Ablagerungen rührten von einer schlecht verlegten Abwasserleitung, die einen ambitionierten Knick aufwies.

die Ursache…

Ich musste ein Zwischenstück aussägen und ein neues Stück mit Muffe einsetzen.

Bäh…

 

endlich geschafft…

Das klingt zwar einfach, dauerte aber etwa 3 Stunden mit unzähligen Wutausbrüchen und gedanklich durchgespielter Räumung der gesamten Wohnung samt Studenten… Meine Frau berichtete mir später, dass sie beobachtete, wie alle Studenten das Haus fluchtartig verließen… 🙂

Zwei Tage später kam der Fußbodenleger, tauschte die OSB-Platten im Flur aus und legte neuen Teppich. Nachdem der Monteur den Kondenstrockner abgeholt hatte, kam zwei Tage später der Maler und strich die Decke in der Wohnung darunter. Zwischendurch kam die schriftliche Kostenübernahme meiner Versicherung. Nach also etwa zwei Wochen war alles wieder so, als wenn nichts geschehen wäre… bis auf die WG, die ich erstmal neu “kalibrierte”.

Ich kann dir also die Firma Schadenengel.de wirklich empfehlen und sie kommt daher auch in meine Rubrik “best of Heimwerkerpartner“, denn das hat sie sich wirklich verdient…

Ich wünsche dir zwar nicht, dass du die Schadenengel in Anspruch nehmen musst, aber wenn es zu einem Wasserschaden kommt, wende dich vertrauensvoll an sie.

Herzliche Grüße

Frank

 

 

 

Arbeitshandschuhe im Heimwerkeralltag

Ich muss gestehen, dass ich seit Jahren für alle möglichen Arbeiten Arbeitshandschuhe verwende. Auch wenn es den Anschein einer verweichlichten Arbeitsweise hat, komme ich mit diesem Vorurteil doch so gut zurecht, dass ich sie in der Werkstatt kaum ausziehe.

In einem meiner youtube-Kommentare wurde ich nun (zurecht) intensiv darauf hingewiesen, dass ich sogar an der Standbohrmaschine Handschuhe trage. Ich Teufelskerl….

Aber im Ernst… stimmt, ist nicht richtig und kann wirklich gefährlich werden. Ich machte mir aber das erste mal Gedanken über das Thema Arbeitshandschuhe. Meistens sehen meine Handschuhe nach kurzer Zeit so aus:

In so einem Fall geben die Arbeitshandschuhe zwar einen gewissen Schutz vor Verunreinigungen, aber nicht vor Verletzungen. Im Gegenteil, ist die Gefahr, mit den losen Enden irgendwo hängen zu bleiben, doch deutlich höher.

Wo setze ich aber nun welche Arbeitshandschuhe (eigentlich heißt es Schutzhandschuhe) ein und vor allem… warum Ich habe mir noch nie richtig Gedanken dazu gemacht und mich mal näher damit beschäftigt?

Arten von Arbeitshandschuhen

Schutzhandschuhe sollen deine Hände schützen bei Arbeiten mit

  • scharfen oder spitzen Gegenständen
  • rauhen Materialen
  • gefährlichen Stoffen (Gefahrstoffen)

Natürlich gibt es auch den Schutz vor Verunreinigungen, z.B. beim Lackieren oder beim Arbeiten mit Harzen oder mit ölhaltigen Gegenständen. Das Reinigen der Hände dauert manchmal genauso lange wie die Arbeit an sich…

Ich habe bei mir eigentlich nur drei Arten von Schutzhandschuhen im Einsatz:

  • schwere Lederhandschuhe (zum Schweißen oder für grobe Arbeiten)
  • leichte Baumwollhandschuhe (Holz- und Metallarbeiten, Gartenarbeiten, etc.)
  • Latexhandschuhe (Lackierarbeiten Prostatavorsorge, Arbeiten mit Epoxidharz)

Lederhandschuhe

Die typischen Lederhandschuhe bestehen im Griffbereich aus festem Leder (z.B. Spaltleder) und sind im Bereich des Handrückens mit einem Stoff ausgestattet. Die Lederhandschuhe halten bei mir ewig, weil ich sie nur selten benutze und dann auch nur kurz. Zum Beispiel beim Schweißen oder wenn ich grobe Metallarbeiten zu erledigen habe. Auch bei Holzarbeiten mit sägerauhem Holz, wo die Gefahr sich einen Splitter in die Hände zu jagen sehr hoch ist, trage ich solche Handschuhe.

Latex- oder Vinylhandschuhe

Auch bekannt als “Einweghandschuhe” kannte ich früher eher aus der Arztpraxis oder dem Krankenhaus. Die Latexhandschuhe hole ich mir beim Discounter im 100er-Pack für unter 10 € und werfe sie nach jedem Gebrauch weg, weil das auf Linksdrehen sich als nicht nützlich erwies… Ich gehe damit recht verschwenderisch um. Zum einen, weil sie doch schnell kaputtgehen, zum anderen, weil ich sie wegen der Schweißbildung nicht lange tragen mag.

Baumwollhandschuhe

Am häufigsten benutze ich die Baumwollhandschuhe, die in der Innenfläche eine Kunststoffbeschichtung haben. Sie bieten einen leichten Schutz vor Holzsplitter oder Metallspänen, schützen vor Verunreinigungen und sind angenehm zu tragen. Außer an der Standbohrmaschine (!) habe ich sie eigentlich ständig an. Dementsprechend sind sie auch schnell kaputt oder so verunreinigt, dass ich sie nur noch für bestimmte Arbeiten nehmen kann, z.B. für Metallarbeiten. Mein Verbrauch ist also relativ hoch und leider sind sie nicht so günstig, wie die Latexhandschuhe.

Ich habe billige Versionen im Internet gekauft und war tief enttäuscht, weil sie sehr schnell kaputt gingen und dafür dann doch zu teuer waren. Die meisten Angebote von den einschlägigen Discountern sind zwar recht günstig, aber sie sind immer nur in grau oder grün erhältlich. Ich habe mir nicht nur einmal ein Werkstück aus Holz ruiniert, weil ich nicht darauf geachtet habe, dass die Handschuhe total verschmutzt waren. Gerade vor Kurzem habe ich die Deckplatte eines Schränkchens neu machen müssen, weil ich die falschen Handschuhe gegriffen habe, mit denen ich vorher ölige Metallwinkel transportiert habe. Die Ölflecken habe ich nicht mehr weggeschliffen bekommen… Daraufhin habe ich alle alten Handschuhe ordnungsgemäß entsorgt… im Fegefeuer…

Meine letzte Bestellung erfolgt bei “www.gaerner.de“, weil ich diesen Shop aus meinem beruflichen Alltag her kenne. Eigentlich ist die Firma gaerner GmbH ein Lieferant für die Industrie, aber natürlich kannst du auch als Heimwerker dort bestellen. Für 24 Handschuhe bezahle ich etwa 2,70 € das Stück und das ist deutlich weniger, als ich bisher bezahlte – außer die Dinger von ebay, die aber leider ihr Geld nicht wert waren… Das Wichtigste war mir aber, dass die Handschuhe weiß sein sollten. So erkenne ich sofort, wenn sie verdreckt sind und vermeide damit solche Unfälle wie oben beschrieben.

Somit hat es die Firma gaerner GmbH geschafft in meine “best of Heimwerkerpartner” zu kommen. Glückwunsch! 🙂

Wo nutzt du Handschuhe im Heimwerkeralltag, worauf achtest du besonders und wo kaufst du sie? Hast du einen Tipp zum Thema “Handschuhe”? Schreibe einfach in die Kommentarzeile.

Bis bald und herzliche Grüße

Frank