Umbau Dachgeschoss – Badezimmer

Das ist der erste Teil der Serie “Umbau Dachgeschoss” und hier geht es um den Umbau des Badezimmers. Ich werde nicht so sehr auf alle Details, als vielmehr auf die “vorher/nachher-Situation” eingehen. Es ist also weniger eine Anleitung, als vielmehr eine Dokumentation des Umbaus.

Wir entschlossen uns, das ganze Bad zu entkernen, weil dort eine Studenten-WG für etwa 10 Jahre gehaust hatte. Sämtliche Ecken waren verschimmelt, es wurde dort in 10 Jahren weder einmal gestrichen, noch ordentlich geputzt. Das Bad war somit ein Totalschaden…. Statt Badewanne wollten wir eine Dusche einbauen und um das spätere Putzen zu erleichtern ein Wand-WC. Da wir bereits einen Schaden wegen eines fehlerhaft verlegten Abflußrohres hatten, wollte ich diese Schwachstelle auch gleich beseitigen.

So sah es ganz zu Anfang aus:

So sah es aus, nachdem der Entkernungstrupp fertig war:

Und so sieht es aus, nachdem ich fertig war:

Ich habe zum ersten mal Fliesenarbeiten und sämtliche Sanitärinstallationen ausgeführt. Dabei bin ich wirklich froh, dass ich Manuels Blog regelmäßig verfolgt habe. Sonst hätte ich mich wahrscheinlich nicht an dieses Projekt herangetraut. Vielen Dank nochmal lieber Manuel für deine hilfreichen Tipps! Wenn du diesen Blog noch nicht kennst, dann schau doch mal rein, es lohnt sich wirklich.

Leider zu spät bemerkte ich, dass ich die Materialien viel zu teuer eingekauft habe. Wie so oft, bin ich schnell in den nächsten Baumarkt gefahren und habe mir alles Nötige gekauft. In den letzten Arbeitsschritten entdeckte ich den Internetshop Sanheiz, bei dem ich sehr viel Geld gespart hätte. Alleine bei den Sanblocs für WC und Waschbecken hätte ich über 60 € gespart… egal… bei der nächsten Wohnungssanierung weiß ich es… Ich habe die Seite in meiner Rubrik “best of Heimwerkerpartner” verlinkt.

Sanitärinstallation

Die Rohre waren relativ schnell gelegt und der Einbau der Sanblocs war doch deutlich einfacher, als ich dachte. Für die Wasserleitungen habe ich ein Verbundrohr von der Rolle genommen – Baumarktware. Ich hatte aber einen sehr guten Verkäufer (selbst Klempner), der mir alles sehr anschaulich erklärte und mir auch gleich alle benötigten Materialien zusammensuchte (ein Wunder…!). Darunter auch eine spezielle Schere für das Rohr, sowie einen Egalisierer mit Entgrater, der dafür sorgt, dass die Rohrenden richtig rund und ordentlich entgratet sind.

Das erleichtert das Aufstecken der Muffen. Das Abschneiden der Rohre , sowie das Aufstecken der Muffen ist kinderleicht.

 

Lüfter

Um der Schimmelbildung vorzubeugen, habe ich einen Lüfter in der Dusche vorgesehen. Da ich in der angrenzenden Abstellkammer sowieso eine Fensterhälfte schließen wollte, führte ich den Lüfterkanal dort raus in den Lichtschacht. Geschaltet wird der Lüfter über einen Schalter im Badezimmer.

 

Trockenbau

Die Leichtbauwände im Duschbereich habe ich mit 22 mm OSB-Platten und grünen Rigips-Platten ausgebaut. Die Decke mit Dachlatten abgehängt, auch wenn Manuel immer Metallprofile verwendet….

 

Nachdem alle Rigips- und Spachtelarbeiten erledigt waren, dichtete ich den Duschbereich mit einer speziellen Dichtungsmasse ab. In die Ecken, sowie in die Öffnungen der Armaturen wird ein Dichtband des gleichen Herstellers eingearbeitet. Ich habe auf Empfehlung des Verkäufers zweimal gestrichen. Das geht mit einer Rolle sehr gut.

Duschtasse

Nachdem alles getrocknet war, baute ich den Styroporträger für die Duschtasse ein. Er wird eingepasst, ggf. mit dem Cuttermesser nachbearbeitet und dann mit einem speziellen 2-Komponentenschaum verklebt. Hält bombenfest!

Die Duschtasse wird später mit dem gleichen Schaum auf dem Träger verklebt. Die Installation des Syphons war wider Erwarten unkompliziert und ging schnell – wenigstens etwas… 🙂

Die Rohre und den seitlichen Bereich der Duschtasse habe ich mit einem Holzkasten abgedeckt. Später kommen dort Fliesen drauf.

Das Fliesen

Nun ging es endlich ans Fliesen. Übrigens mein erstes mal…

Das erste, was ich mir gekauft habe, war ein ordentlicher Fliesenschneider. Ich hatte mir einen Fliesenschneider ausgeliehen, aber da ich großformatige Fliesen und Feinsteinzeug verbauen wollte, klappte das mit dem Teil nicht. Entweder brachen die Fliesen nicht sauber an der Schnittkante oder sie brachen gar nicht…

alt…

neu…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Rückblickend würde ich sagen, dass alleine durch diesen Kauf mein Badezimmerprojekt erfolgreich wurde. Der Frustfaktor hielt sich dadurch in Grenzen… 🙂  Auch diesen Fliesenschneider habe ich im Baumarkt gekauft – für etwa 100 €.

Das Thema “wie schneide ich Löcher für die Rohre, etc. in die Fliesen” möchte ich hiermit überspringen. Einfach, weil es gefühlt drei Tage gedauert hat, bis ich meinen Blutdruck wieder im Griff hatte und ich gerade merke, wie er wieder steigt… Hier nur ein Foto meiner Werkstatt, nach dem zehnten Versuch einen Lochschneider für Fliesen richtig einzusetzen…

Das Fliesenlegen selbst war gar nicht so schwer und ich bin zufrieden mit den Fugen und dem Sitz der Fliesen.

 

 

Klar, ein Fliesenleger macht es sicherlich anders, vor allem die Aufteilung der Fliesen. Allerdings war ich echt in Zeitnot, meiner Frau ging es täglich schlechter und mir waren diese Details in dem Moment einfach nicht wichtig.

Wie dir vielleicht aufgefallen ist, habe ich nicht den ganzen alten Fußboden entfernen lassen -ein Fehler im Nachhinein. Aus diesem Grund war ich gezwungen den Boden vor der Duschtasse an den Rest angleichen. Das habe ich mit Trockenestrich gemacht. Er lässt sich leicht zuschneiden und verlegen, ist aber unglaublich schwer… Ich habe ihn in mehreren Lagen verlegt und verschraubt um die Höhe auszugleichen.

Um später Risse an den Anschlußfugen zu vermeiden habe ich den Boden gespachtelt und ein stabiles Gewebe eingearbeitet.

Übrigens habe ich auch das erste mal Gespachtelt…

Es folgten das Feinsteinzeug für den Fußboden. Nebenbei sei mir die Bemerkung gestattet, dass ich immer mehrere Sachen gleichzeitig machte. Also, während der Fußboden trocknete, habe ich in einem anderen Raum Laminat gelegt oder die Küche eingebaut, oder, oder, oder… Es gab keinerlei Pause.

Auch mit diesem Ergebnis bin ich zufrieden, auch wenn die Fugen nicht in einer Linie sind…blablabla… 🙂

Tapezieren und Malen

Nachdem ich alles verfugt und das Waschbecken und die Toilette installiert habe, kam meine Lieblingsbeschäftigung: Tapezieren und Streichen…

Für alle, die es noch nicht wussten: ich HASSE ES!!! Aber leider kam ich nicht darum herum…

Vor dem Streichen wollte ich aber die Heizung lackieren. Dazu benutzte ich meine Lackierpistole von Wagner. Den Heizkörper schliff ich mit Schleifpapier an und reinigte ihn gründlich mit dem Staubsauger und einem feuchten Lappen. Ich klebte den Bereich um die Heizung, sowie Regler und die Alassschraube großzügig ab und lackierte den Heizkörper mit Heizkörperlack.

Ich habe leider kein Bild, wie der Heizkörper vorher aussah, aber ich war total begeistert. Es ging sehr schnell und ich kam auch an die schwierigen Stellen heran. Später lackierte ich auf diese Weise alle Heizkörper in dieser Wohnung. Du musst nur darauf achten alles großflächig abzukleben, weil die Pistole doch recht viel Sprühnebel erzeugt.

Nachdem alles tapeziert und gestrichen war und ich auch noch die Einbaustrahler eingebaut hatte, sah es dann endlich so aus:

Das waren ziemlich viele neue Erfahrungen auf einmal und ich bin sehr froh, dass es schlussendlich doch gut ausgegangen ist. Bis heute gab es weder Risse noch Leckagen oder sonstige Baumängel.

Gelernt habe ich auf jeden Fall, dass man doch viel mehr leisten kann, als man im ersten Moment glaubt.

Im nächsten Teil geht es um den angrenzenden Raum, der vorher Gäste-WC war und nun zu einem kleinen Hauswirtschaftsraum umgebaut werden soll.

Herzliche Grüße

Frank

-der Kellerwerker (im Dachgeschoss)

 

 

 

 

 

 

 

 

2 Gedanken zu „Umbau Dachgeschoss – Badezimmer

  1. Marcel

    Hallo Frank,
    die Umgestaltung des Badezimmers kann sich wirklich sehen lassen.
    Vor einiger Zeit habe ich mir auch genau so einen schrottigen Fliesenschneider geliehen. Problem war das Holzbrett, auf das die Fliese gelegt wurde. Diese biegt sich durch bei Belastung, sodass die Fliese nicht richtig eingeschnitten/kratzt wird. Gerade bei Feinsteinzeug bricht die Fliese dann überall nur nicht an der gewünschten Stelle. Aber wem erzähle ich das 😉
    Weiterhin viel Erfolg im Obergeschoss.
    Gruß Marcel

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    1. Frank Rath Beitragsautor

      Hallo Marcel,
      schön mal wieder etwas von dir zu hören!

      Stimmt, die Holzplatte war zu instabil. Ich war aber diesmal nicht bereit mich länger als 10 Minuten zu ärgern…

      Herzliche Grüße
      Frank

      Antworten

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