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Werkstattupdate – neue Werkzeuge

Hallo liebe Freunde des fröhlichen Heimwerkertreibens!

Auch wenn ich zurzeit weder oft noch regelmäßig neue Beiträge schreibe, bin ich doch ständig am Herumwerkeln. Aus diesem Grund möchte ich dich auf den neuesten Stand bringen, denn es hat sich einiges getan in meiner Werkstatt. Ich möchte vorher darauf hinweisen, dass ich alle Maschinen und Werkzeuge selbst bezahlt und sie auch bei unterschiedlichen Händlern gekauft habe, die hier nicht erwähnt werden. Es handelt sich also nicht um Werbung!

Neue Werkzeuge

Bei vielen Projekten der letzten Monate habe ich mich über ungenaue oder ineffiziente Werkzeuge oder Maschinen geärgert. Es ist ja nun nicht so, dass ich hier eine professionelle Tischlerei betreiben will, aber im Laufe der Zeit steigen die eigenen Ansprüche an die Arbeiten und dadurch ergeben sich zwei Möglichkeiten:

  1. genaueres Arbeiten durch langwieriges Einstellen und Justieren inklusive Einsatz von Hilfsvorrichtungen für die “Heimwerkermaschinen”
  2. Einsatz von besseren Maschinen und Werkzeugen – sprich: Investieren

Ich habe mich für die zweite Variante entschieden und überlegt, welche Werkzeuge ich oft im Einsatz habe und ob ich wirklich dafür einen Ersatz brauche.

Ich habe seit etwa einem Jahr eine Tischkreissäge von Festool im Einsatz (cs70) mit der ich wirklich außerordentlich zufrieden bin.

Bei Plattenmaterial bin ich allerdings auf meine Handkreissäge und eine Führungsschiene angewiesen. Genau damit war ich sehr unzufrieden. Die Handkreissäge machte keine genauen Schnitte, es entstanden viele Ausrisse und die Führungsschiene war ziemlich ungenau und instabil.

Klar kann ich nun eine neue Führungsschiene bauen und die Handkreissäge irgendwie stabilisieren. Dazu hatte ich aber keine Lust, es nervte mich einfach.

Also war die erste neue Anschaffung eine vernünftige Tauchsäge von Festool (TS 55) mit Führungsschiene. 😀

Ich kann schlecht beschreiben, wie sich der Unterschied anfühlt, wenn man das erste mal mit so einer Tauchsäge arbeitet… es ist ein völlig neues Sägegefühl und das Schnittbild ist ungewohnt… gut. 😀 Ich kann mich jetzt auf das Führen der Säge konzentrieren, ohne dass ich ständig darauf achten muss, ob sich die Führungsschiene verzogen bzw. gelöst hat.

Durch die Kombination meiner Tischkreissäge und der Tauchsäge gehen meine Möbelbauprojekte deutlich schneller und wesentlich genauer von der Hand. Jetzt verstehe ich auch, warum professionelle Tischler nur mit dieser Art von Werkzeuge arbeiten. Es ist nicht nur effizienter, sondern es macht auch deutlich mehr Spaß.

Die nächste Maschine, die mich schon seit Jahren nervte war mein Exzenterschleifer. Dabei spielt die Marke keine große Rolle, aber es handelte sich um ein Heimwerkerwerkzeug mit einem 125 mm Schleifteller. Für kleinere Projekte war das ausreichend, wenn der Schleifer auch sehr laut ist. Bei größeren Schleifarbeiten dauert es aber aufgrund des geringen Schleifkreises ewig, bis die Oberfläche so war wie ich es wollte. Außerdem verbrauchte ich dabei Unmengen an Schleifpapier. Also investierte ich in einen richtigen Exzenterschleifer… und besorgte mir die Makita BO 6050J.

Es handelt sich um einen Exzenter-Rotationsschleifer mit einem 150 mm Schleifteller, der zwei Schleifmodies hat; Grobschliff und Feinschliff. Beim Grobschleifen wird die Schleifscheibe zwangsgeführt und mit dem Schwingkreis von 5,5 mm trägt die Maschine richtig etwas ab. Man kann dann getrost vom “mobilen Heimwerker-Sportstudio” sprechen…

Beim Feinschliff lässt sie sich sehr leicht führen und man erzielt ein hervorragendes Ergebnis. Sie ist deutlich leiser als mein alter Schleifer, weist eine wesentlich ruhigeren Lauf auf und die Staubabsaugung ist wirklich sehr effektiv. Die Drehzahl lässt sich mit einem Drehrad einstellen und somit sind auch “vorsichtige” Schleifarbeiten möglich.

Neuerdings verwende ich das Schleifvlies von Abranet, was die Staubabsaugung nochmal verbessert. Dazu ist eine Schleifunterlage erforderlich, die zwischen Vlies und Schleifteller mittels Klettverschluss befestigt wird.

Apropos Staubabsaugung… Meinen alter selbstgebauter Zyklonabscheider habe ich entsorgt. Genauer gesagt hatte ich zwei. Einen ganz alten, der auf ein Kunststofffass montiert war und mit einem alten Staubsauger lief und einen neueren, der auf einen großen Holzkorpus montiert war und eine eigene Turbine hatte. Der ganz alte wurde unbrauchbar, weil sich das Fass immer zusammenzog und es dadurch schnell verstopfte.

Bei dem anderen rauchte die Turbine ab und der Korpus war von Anfang an nicht richtig dicht, so dass die Saugleistung recht gering war.

Beide Teile habe ich nun entsorgt und nutzte vorerst nur meinen Werkstattsauger und meine mobile Absauganlage. Letztere setzte ich für die Tischkreissäge und den Dickenhobel ein.

Mit meinem Werkstattsauger war ich eigentlich zufrieden, bis auf die nahezu unerträgliche Lautstärke. Ich hatte ihn unter meiner Werkbank gestellt, eine Dreifach-Steckdose an die Werkzeugsteckdose des Staubsauger angeschlossen und sie vorne unter meine Werkbank montiert.

So musste ich mich nicht immer quälen, Schleifmaschinen oder andere Maschinen dort einzustöpseln. Weiterhin merkte ich immer mehr, dass viel Staub vom Schleifen in die Werkstatt gepustet wurde und Schleifen ging nachher nur noch mit Staubmaske. Dass die Werkstatt entsprechend staubig war liegt wohl auf der Hand. Aber das gehört nun mal dazu…dachte ich.

Zufällig sah ich ein Video von Heiko Rech, in dem er über seine Werkstattsauger berichtete. Ich beschäftigte mich mehr mit dem Thema und kaufte mir vor kurzem den Starmix iPulse M 1635.

Das “M” steht dabei für eine sehr hohe Filterleistung, wie sie in Industriebetrieben vorgeschrieben ist. Weiterhin hat dieser Sauger eine automatische Filterreinigung und überwacht kontinuierlich den Luftstrom. Lässt die Saugleistung nach, reinigt er die beiden Filter durch eine Abklopftechnik. Dieser Staubsauger ist deutlich leiser als mein altes Gerät. Auch die Saugleistung und die Filterung ist nicht wirklich vergleichbar. Ließ der alte Sauger mit der Zeit stark in seiner Saugleistung nach, gibt es das bei diesem Gerät nicht. Weiterhin brauche ich beim Schleifen mit dem Exzenterschleifer keine Staubmaske mehr und die Werkstatt ist nicht ansatzweise mehr so staubig wie vorher. Ein riesiger Gewinn für die Arbeitsqualität!

Auch diesen Werkstattsauger habe ich unter die Werkbank gestellt. Er ist somit nicht im Weg und immer einsatzbereit.

Den alten Werkstattsauger habe ich in den Nebenraum gestellt und einen Zyklonabscheider mit Stahlfass gekauft (ja ich weiss… Asche auf mein Haupt…). DieseAbsaugeinrichtung nutze ich nun für meine Kappsäge, die über eine HT-Verrohrung an diesen Staubsauger angeschlossen und über eine Funkfernbedienung geschaltet wird.

Zeitgleich mit dem Staubsauger wurde übrigens die besagte neue Kapp- und Gehrungssäge geliefert. Eine Festool Kapex KS 120  EB. Warum das fragst du dich vielleicht?

Nun mit meiner Tischkreissäge und dem Schiebeschlitten oder der Zugfunktion kann ich durchaus Querschnitte machen und das auch recht genau. Allerdings ist das bei langen Werkstücken in meiner kleinen Werkstatt sehr aufwendig, weil ich dann die Tischkreissäge erst drehen muss. Dann ist das Ganze auch nicht mehr ganz so genau, weil sich das Werkstück schlecht führen lässt. Winkelschnitte lassen sich gut machen, wenn das Material nicht zu dick ist. Dann neige ich nämlich das Sägeblatt und schneide eine Gehrung. Ich habe auch die Möglichkeit mit meinem Queranschlag Winkel einzustellen. Wenn der Winkel aber nicht ganz klar ist, ist das sehr mühsam, weil ich viel herumprobieren muss. Kurzum: eine Gehrungssäge findet bei mir reichlich Anwendung. Meine alte Gehrungssäge ist etwa 12 Jahre alt und war eine Baumarkt-Eigenmarke. Es ließ sich damit nicht wirklich gut arbeiten. Also kaufte ich den Mercedes unter den Kappsägen: die große Kapex von Festool (KS 120EB)

Ich kann nur sagen: ABSOLUTER WAHNSINN!!!

Durch die Laserlinien erzielt man gleich exakte Ergebnis. Die Führung ist sehr stabil, die Schnitte dadurch sehr präzise. Die Standardwinkel sind mit einer Schnellverstellung sofort verfügbar und man muss nicht herumprobieren, bis der 45 Grad-Winkel wirklich 45 Grad aufweist. Ich arbeitete bei den letzten Projekten sehr viel mit der Säge und es ist eine unglaubliche Arbeitserleichterung und eine wahnsinnige Verbesserung der Endergebnisse. Von der Zeitersparnis und der Reduzierung des Frustfaktors mal ganz zu schweigen…

Ja, sie ist mit 1200 € echt teuer. Ich möchte sie aber nicht mehr missen.

Vor einiger Zeit baute ich einen Gartentisch für meine Schwiegereltern, bei dem ich die Tischplatte aus Bohlen herstellte. Die Bohlen wurden mit Flachdübeln versehen und verleimt. Das Ergebnis war sehr bescheiden, weil die Flachdübelfräse ziemlich viel Spiel hatte. Beim Beseitigen der Ungenauigkeiten entschied ich mich für den Kauf eine neuen Flachdübelfräse.

So kaufte ich die Makita PJ7000J

Auch hier muss ich sagen ist der Unterschied mehr als deutlich. Die Fräsungen sind präzise und das Arbeiten geht deutlich schneller von der Hand. Beeindruckend ist die Absaugung. Selbst ohne Staubsauger und nur mit dem mitgelieferten Spänesack ist die Späneentwicklung sehr gering. Beim Ansetzen wackelt nichts und die Anschläge sind sehr stabil.

Seit Jahren spielte ich immer mal wieder mit dem Gedanken mir eine Dekupiersäge zuzulegen. Vor allem für kleinere und präzises Arbeiten fehlte mir so eine Säge. Ich schaute mich nach einer gebrauchten Säge um, aber ich fand nichts passendes. Also kaufte ich mir die Dekupiersäge 502 – Vario von Holzstar. Ich bin zufrieden mit der Säge und nachdem ich mir unterschiedliche Sägeblätter gekauft und etwas herumprobiert habe sehen die Ergebnisse ganz gut aus. Allerdings ist das Sägen etwas ungewohnt, weil ich vorher nur mit der Bandsäge gearbeitet habe. Plötzlich muss man auf den Druck auf das Werkstück nach unten achten… Ich schätze mal, dass ich etwa fünf Sägeblätter verbraucht habe, weil ich genau darauf nicht geachtet habe…

Bei den letzten Möbelbauprojekten (dazu später mehr) fiel mir immer wieder auf, dass meine beiden Akkuschrauber entweder zu groß oder zu schwer für solche Arbeiten sind. Klar, das ist ist Jammern auf hohem Niveau. So war es bestimmt auch Zufall, dass ich am selben Tag ein Angebot für einen kleinen 12V-Akkuschrauber entdeckte…

Ich bestellte mir also den Bosch GSR-12 15-FC mit Schnellspannbohrfutter.

Für mich waren nicht die optionalen Aufsätze (Winkelaufsatz, etc.) entscheidend, denn die hatte ich schon bei meinem 18 Volt-Akkuschrauber von Bosch. Für mich war die geringe Größe entscheidend, weil das Bohrfutter abnehmbar ist.

Außerdem hatte ich den 12Volt-Bruder vor einiger Zeit für einen Testbericht getestet und war positiv überrascht von der Leistungsfähigkeit des kleinen Kerls.

Da ich aktuell an vielen kleineren Bastelprojekten arbeite, habe ich mir den Dremel 8220 zugelegt. Es handelt sich um die Akkuversion, dessen 12Volt-Akku erstaunlicherweise nahezu baugleich mit dem 12 Volt-Akku von Bosch ist…

Ich musste natürlich gleich die Gravurmöglichkeiten austesten… geht ganz gut! 🙂

So, das war schon eine ganze Menge an neuen Maschinen und bis auf einen Spindelschleifer und eine vernünftige Bandsäge habe ich in Sachen Werkzeuge auch keine weiteren größeren Wünsche… na ja… vielleicht nochmal eine schöne Hobelmaschine

Solltest du Fragen zu den jeweiligen Maschinen haben, schreibe mir gerne eine E-Mail oder einen Kommentar, dann gebe ich dir gerne Auskunft.

Im nächsten Teil beschreibe ich, wie ich meine Werkstatt umgebaut habe, um den geringen Platz möglichst effektiv auszunutzen. Allerdings verändert sich meine Werkstatt seit Jahren ständig und ich kann nicht sagen, ob die letzten Maßnahmen wirklich die letzten sind. Doch ich kann das sagen: sie sind es nicht!

Herzliche Grüße

Frank

-der Kellerwerker

Obstkiste selber bauen

Vor einigen Tagen baute ich für eine gute Freundin zwei stabile Obstkisten, die sie als Ständer für einen Wohnzimmertisch nutzen wollte. Das Projekt habe ich gemeinsam mit ihrem 10-jährigen Sohn in etwa 3 Stunden aus Restholz gebaut.

Wie ich nun so in meiner Werkstatt stehe, fällt mein Blick auf Abschnitte, die ich gar nicht mehr auf dem Zettel hatte. Es waren etwa 10 mm starke und 60 mm breite Bretter, die bei einem anderen Projekt übrig geblieben sind. Außerdem fand ich noch eine etwa 2 Meter lange Leiste, die einen 45 Grad Winkel aufwies – also ein Eckprofil.

Das war die perfekte Materialkombination, um mal zu testen, wie lange ich für eine typische Obstkiste brauche. Es musste schnell gehen, denn ich hatte in etwa eineinhalb Stunden einen Termin… wie so oft erwischte ich das perfekte Timing mit meinen supertollen Einfällen…

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