Obstkiste selber bauen

Vor einigen Tagen baute ich für eine gute Freundin zwei stabile Obstkisten, die sie als Ständer für einen Wohnzimmertisch nutzen wollte. Das Projekt habe ich gemeinsam mit ihrem 10-jährigen Sohn in etwa 3 Stunden aus Restholz gebaut.

Wie ich nun so in meiner Werkstatt stehe, fällt mein Blick auf Abschnitte, die ich gar nicht mehr auf dem Zettel hatte. Es waren etwa 10 mm starke und 60 mm breite Bretter, die bei einem anderen Projekt übrig geblieben sind. Außerdem fand ich noch eine etwa 2 Meter lange Leiste, die einen 45 Grad Winkel aufwies – also ein Eckprofil.

Das war die perfekte Materialkombination, um mal zu testen, wie lange ich für eine typische Obstkiste brauche. Es musste schnell gehen, denn ich hatte in etwa eineinhalb Stunden einen Termin… wie so oft erwischte ich das perfekte Timing mit meinen supertollen Einfällen…

Ohne mich umzuziehen fing ich also an, die Bretter auf Länge zu sägen. Ich griff dabei auf eine meiner berühmten Planungsskizzen zurück, die für jeden anderen Menschen überhaupt keinerlei Aussagekraft besitzen… für mich übrigens auch manchmal nicht…

Die Obstkiste sollte etwa 500 mm lang, etwa 400 mm breit und etwa 250 mm hoch sein. Daraus schloss ich, dass ich “viele” Bretter in der Länge 500 mm brauche und “nicht so viele” 400 mm lange Bretter… Tja… Planung ist halt alles! 🙂

Ich schätzte also grob:

8 Stück Bretter á 380 mm

14 Stück Bretter á 500 mm

4 Stück Eckprofile á 250 mm

Mit einem provisorischen Längen-Anschlag für die Kappsäge, längte ich alle Bretter und das Profil ab.

Der Längen-Anschlag

In diesem Zusammenhang bin ich sehr froh, dass ich die Tischverlängerung gebaut habe. Ich hatte genug Platz zum Sägen und Montieren, ohne alles umzuräumen.

Nun waren alle Bretter zugesägt und warteten auf das Montieren.

Ich fing dabei mit den Stirnseiten an und befestigte zuerst das untere und dann das obere Brett auf einem der beiden Eckprofile. Mit etwas Leim und jeweils zwei Klammern aus dem Drucklufttacker, sollte genug Stabilität erreicht werden. Wichtig ist, dass du die ersten beiden Bretter winklig ansetzt.

Die Stirnseite der Bretter schließt dabei bündig mit dem Eckprofil ab. Die beiden mittleren Bretter habe ich nach Augenmaß angeordnet und montiert. Das ging ganz gut und das zweite Stirnteil war auch schnell fertig.

Nun folgten die längeren Seitenteile. Erst habe ich auf beiden Seiten jeweils die untersten Bretter, dann die beiden obersten Bretter angebaut.

Im Anschluss setzte ich die mittleren Bretter an und nahm die Stirnbretter als Anhaltspunkt.

sieht schon aus wie eine richtige Obstkiste…

Es folgte der Boden. Auch hier montierte ich die beiden äußeren Bretter, um dann die mittleren Bretter nach Auge auszurichten und mit Leim und Klammern zu befestigen. Achte darauf, den Tacker gerade zu halten, damit die Klammern nicht aus den unteren Bretter seitlich austreten… nein… mir das das nicht passiert…

Und hier ist nun das Endergebnis:

Eine wunderschöne Obstkiste! Ich überlege noch, ob ich Griffe in die Seiten einsäge. Auf jeden Fall habe ich mal rekonstruiert, was mich diese Kiste nun gekostet hat:

Wenn ich die Bretter aus Dachlatten sägen würde, bräuchte ich etwa drei Dachlatten á 0,92 €. Dann kommt etwas Leim und etwa 4000 Klammern für den Drucklufttacker dazu… 🙂 Also runden wir auf und sagen, diese Obstkiste kostet etwa 3,00 €, bzw. 30 €, wenn die Nachbarn fragen… 😀

Auf Pinterest habe ich gesehen, dass einige Leute solche Obstkisten an die Wand hängen, bunt lackieren und sogar noch ein Regalboden einsetzen. Sehr cool! Wir transportieren nur eine unserer Katzen durch die Gegend…

Übrigens habe ich meinen Termin locker pünktlich erreicht und benötigte demzufolge nur etwa eine Stunde Bauzeit und 15 Minuten Klamotten mit dem Staubsauger absaugen…

Herzliche Grüße

Frank

-der Kellerwerker

 

 

 

 

 

 

 

 

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