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Tapezieranleitung: Vliestapeten in 6 Schritten richtig anbringen

Hier mal eine Anleitung von Frau von Bergen:

Was sind Vliestapeten?

Vliestapeten liegen auch bei passionierten Heimwerkern voll im Trend, denn sie haben im Vergleich zu herkömmlichen Tapeten viele unschlagbare Vorteile.

Vliestapeten müssen beispielsweise nicht eingekleistert werden, von daher ist die Verarbeitung vollkommen problemlos ohne Tapeziertisch möglich, denn lediglich die Wand wird mit einem speziellen Vliestapetenkleister eingestrichen. Da das Einkleistern der Tapetenbahnen wegfällt, dehnen sich Vliestapeten nicht aus und können deshalb anschließend auch nicht zusammenschrumpfen.

Vliestapeten werden also trocken und bahnenweise auf eine Wand aufgebracht, die vorher mit einem speziellen Wandkleber für Vliestapeten eingestrichen wird. Da die Klebewirkung dieses Kleisters geringer ist als der Zugbelastungskoeffizient der Vliestapete, lässt sich das Gewebe bei Bedarf bahnenweise und trocken abziehen.

Weitere Vorzüge der Vliestapete sind:

  • ihre enorme Strapazierfähigkeit
  • die schwere Entflammbarkeit
  • die Eigenschaft, selbst Risse im Wandputz zu überdecken
  • lässt sich bei Bedarf sehr leicht wieder abziehen

Wie werden Vliestapeten richtig tapeziert?

Die folgende Tapezieranleitung beschreibt in 6 Schritten anschaulich, welche Vorbereitungen getroffen werden müssen, welche Vorarbeiten erforderlich sind und wie das Tapezieren im Detail erfolgt.

  1. Schritt: Was und wie viel darf es denn sein? – Die Checkliste für Baumarkt und Fachgeschäft

Vliestapeten sind aufgrund des strapazierfähigen Zellstoffträgermaterials teurer als einfache Raufaserqualität. Es lohnt sich deshalb, zunächst den genauen Tapetenbedarf zu ermitteln. Dieser ergibt sich aus den zu tapezierenden Wandflächen (Breite x Höhe), abzüglich der Flächen für Fenster und Türen. Bei jeder handwerklichen Arbeit, so auch hier beim Tapezieren von Vliestapeten, hängt der Erfolg ebenso maßgeblich davon ab, ob Qualität oder Billigware gekauft wird und ob alle notwendigen Hilfsmittel für das fachgerechte Ausführen der Tapezierschritte parat liegen. Deshalb folgt hier eine Liste mit den notwendigen Tapeziermaterialien:

  • Vliestapetenrollen
  • Spezialwandkleber für Vliestapeten
  • Kleistereimer
  • Holzstab oder elektrisches Rührgerät (eventuell leihweise)
  • Malerbürste oder Lammfellrolle für das Aufbringen des Wandklebers
  • Bürste mit weichen Borsten um die Bahnen der Vliestapete zu glätten
  • Nahtroller
  • grobe Schere oder spezielles Tapetenmesser
  • Lot für das lotrechte Aufbringen der ersten Tapetenbahn und Bleistift (die Lotlinie ist mit einem Bleistift auf dem Wandputz anzuzeichnen)
  • Kreppband zum Abdecken von Türen, Fenstern und Steckdosen
  • Abdeckfolie für Boden, Möbel und Lampen
  • Material zum Entfernen der alten Tapete (Spülmittel, Schwamm und Spachtel)
  • Material für die Glättung der Wand und zum Verfüllen von Wandrissen (Spachtel und Spachtelmasse)
  1. Schritt: Vorarbeiten erleichtern das spätere Tapezieren

Bei abgeschalteten Sicherungen werden nun zunächst die Abdeckungen von Wandlichtschaltern und Steckdosen entfernt. Die dadurch entstehenden Wandlöcher werden später zunächst mit übertapeziert. Alte Tapetenschichten sollten mit Wasser und Spülmittel aufgeweicht und dann abgezogen werden, gegebenenfalls unterstützend mit einem breiten Spachtel. Um Teppiche oder Böden dabei nicht zu befeuchten oder zu verschmutzen, ist eine Abdeckfolie auszulegen, die mit Kreppband im Bereich der Fußleisten zu fixieren ist.

Nach dem Entfernen der alten Tapeten ist besonderer Wert darauf zu legen, Unebenheiten sowie Löcher und Risse im Wandputz mithilfe von Spachtelmasse und Spachtel zu verfüllen, damit die dünnschichtigen Vliestapeten später glatt und gleichmäßig aufgebracht werden können.

  1. Schritt: Richtiges Zuschneiden der Vliestapete

Das Zuschneiden ist gar nicht so schwer, eine grobe Schere kann helfen. (© Kelvinjay – Istockphoto.com)

Beim Zuschneiden der trockenen Bahnen mit einem Tapetenmesser oder einer groben Schere muss man zwei Dinge besonders beachten.

Erstens schneidet man die Bahnen auf Überlänge, also so, dass die Bahn etwa 10 cm länger, als die zu tapezierende Wandlänge ist (Überstand wird später passend gekürzt).

Zweitens schneidet man sie so, dass bei Mustertapeten die Muster bei nebeneinanderliegenden Bahnen zueinanderpassen. Bewährt hat sich dabei eine Vorgehensweise, bei der man die vorangegangene Bahn neben die nächste Bahn legt und auf diese Weise den Zuschnitt kontrolliert. Weiterführende Informationen speziell zum Zuschneiden von Tapeten bieten im Übrigen auch die Tapezieranleitungen auf dieser Webseite zum Thema.

  1. Schritt: Nicht kleckern, sondern kleistern!

Wenn man keinen Flüssigkleister verwenden möchte, sondern den Kleister aus Pulver und Wasser zusammenrühren will, sollte man peinlich genau darauf achten, dass keine Kleisterklumpen in der angerührten Masse verbleiben, denn diese würden später die Vliestapete ausbeulen.

Verklumpungen verhindert man am besten so, dass man das Pulver kontinuierlich in warmes Wasser streut und das Pulver dabei gleichzeitig mit einem Holzstab oder mit einem elektrischen Rührgerät umrührt.

Auch bei dieser Arbeit sollte darauf geachtet werden, dass der Kleber nicht auf einen eventuell vorhandenen Teppichboden etc. kleckert, um dort bloß keine irreversiblen Flecken zu verursachen.

Tipp: Wenn man den angerührten Kleister am nächsten Tag weiterverwenden möchte, kann man den Kleister haltbar machen, indem man die Kleisteroberfläche mit einer dünnen Wasserschicht überdeckt und den Eimer mit einem Deckel oder einer reißfesten, elastischen Folie abschließt.

  1. Schritt: Perfektes Tapezieren von Vlies – selbst für Gelegenheitsheimwerker

 

Tapeten werden immer von innen nach außen glatt gestrichen, um Luft entweichen zu lassen und um Blasen zu vermeiden. Dies kann mit einer Tapetenbürste oder mit einem weichen Tuch geschehen. (© Yunava1 – Fotolia.com)

Der angerührte Kleister wird nun für eine Breite von gut 2 oder 3 Bahnen auf die Wand aufgetragen und die Tapetenbahnen werden anschließend aufgelegt. Man beginnt mit der ersten Bahn an einer angezeichneten Lotlinie und streicht dann die Bahn mit einer weichen Bürste zunächst von oben nach unten und dann zu den Seiten glatt. Danach wird die nächste Trockenbahn passgenau und gegebenenfalls auch mustergenau an die erste Bahn angelegt, wobei anschließend die Stoßkante mit einem Nahtroller angedrückt wird.

Auf diese Weise lösen sich die Bahnkanten nicht wieder ab. Innenecken von Zimmerwänden sind nicht immer lotrecht, was dazu führt, dass die dort aufgebrachte Bahn leicht schräg liegt. Durch anschließendes Ausloten und Anzeichnen kann die Schräge abgeschnitten und damit wieder eine lotrechte Tapezierkante geschnitten werden.

Steckdosen und Lichtschalter werden zunächst übertapeziert und danach wird der Bereich der Schalter sorgfältig freigeschnitten. Vorher muss unbedingt geprüft werden, dass die entsprechenden Sicherungen abgeschaltet sind, um möglichen Unfällen vorzubeugen. Fensterkanten werden erst überständig tapeziert und danach passgenau zugeschnitten. Holzrahmen müssen hingegen geschützt werden, damit es nicht zu Verfärbungen kommt.

  1. Schritt: Trocknen der Vliestapete – nur zum Zuschauen!

Nach Beendigung der Tapezierarbeiten müssen die Bahnen noch etwa einen Tag lang durchtrocknen, allerdings ohne Zuhilfenahme eines Heizlüfters, denn sonst könnten sich die Bahnen durch zu schnelles Trocknen wieder ablösen.

Wichtig ist es deshalb, ab und zu seine Tapezierarbeiten in Augenschein zu nehmen und sich eventuell ablösende Partien erneut mit dem Nahtroller anzudrücken.

Welche Vliestapeten bieten Baumärkte und Tapetenshops aus dem Internet an?

Baumärkte und Tapetenshops aus dem Internet bieten ein riesiges Angebot hochwertiger und einzigartiger Vliestapeten aus der ganzen Welt an, so zum Beispiel auch aus den USA und Australien. Unterschiedlichste Stile und modernes Tapetendesign ermöglichen die Verwirklichung selbst extravaganter und sehr individueller Wohnideen, sodass mit Sicherheit jeder seine individuelle Wunschtapete finden kann, sowohl im Baumarkt als auch über einen der zahlreichen Tapetenshops im Internet.

Fazit:

Vliestapeten schlagen ein ganz neues Tapezierkapitel auf. Sie sind auch für den Hobbyhandwerker und natürlich auch für die ambitionierte Handwerkerin sicher und sauber aufzutragen. Durch die Wahl zwischen glatten und rau geprägten sowie vielfältig gemusterten Vliestapeten besteht die Möglichkeit, sein Heim ganz nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten.

French Cleat – Aufhängung für Wanddeko

Vielleicht kennst die diese Dekoelemente von IKEA, die an die Wand gehängt werden. Ich glaube sie werden nicht mehr bei IKEA verkauft aber sie sind immer noch im Umlauf. Vor allem bei einer Freundin von mir, die acht Stück davon in ihrer neuen Wohnung aufhängen will.

Das Problem dabei: es gibt irgendwie keine richtig durchdachte Lösung zum Aufhängen dieser Teile. Vor allem, wenn man mehrere Elemente gleichmäßig anordnen will. Weiterhin gibt es dort im Hause keinen versierten Heimwerker, der sie aufhängen könnte.

Die Lösung: French Cleat und den voll motivierten Kellerwerker! Ich versehe die Elemente jeweils mit French Cleat Aufhängungen, fertige eine Bohrschablone an und sorge so für einen ausgeglichenen Hausfrieden. (Happy Wife Happy Life…)

Zuerst hobelte ich eine Leiste aus meinem Fundus auf etwa 18 mm Stärke. Warum 18 mm erkläre ich gleich.

Dann zerteilte ich die Leiste mit einem 45 Grad-Schnitt auf der Tischkreissäge längs in zwei gleiche Teile.

Für die acht Wandelemente sägte ich 16 Stücke á 100 mm zurecht.

Als Unterlage für die Aufhängungen sägte ich eine 9 mm starke Multiplexplatte in 60 mm breite Streifen und zerteilte sie in 16 Stücke á 150 mm. Wofür eine Unterlage? Da komme ich gleich zu.

Nun hatte ich folgende Grundmaterialien zur Verfügung:

Die Unterlagen und die Aufhängung ergibt eine Gesamthöhe von 26 mm. Der Zwischenraum zwischen Wandelement und Wand beträgt 27 mm. Durch die French Cleat-Aufhängung zieht sich das Element durch sein Eigengewicht Stramm an die Wand. Aber das zeige ich dir später nochmal.

Nun habe ich die Aufhängungen mit Sekundenkleber und Aktivator auf die Unterlagen geklebt. Wichtig ist, dass das alle Teile mit den gleichen Seitenabständen verklebt werden, damit die Schablone für alle Wandelemente einsetzbar ist. Das bedeutete für mich, dass ich eine Vorrichtung bauen musste. Und das tat ich auch:

Damit konnte ich sicherstellen, dass die Aufhängung oben bündig anliegt und seitlich sowohl rechts als auch links immer 30 mm Abstand eingehalten wird.

Also Serienfertigung mit Sekundenkleber…

Im Anschluss habe ich von hinten jeweils zwei Klammern mit dem Drucklufttacker eingeschlagen. Nur zur Sicherheit…

Warum aber die Unterlagen? Nun die Wandelemente bestehen aus Kunststoff (PP). Dieser Kunststoff lässt sich mit normalem Kleber nicht gut kleben. Damit die Aufhängungen halten, habe ich die Kunststoffoberfläche mit Schleifpapier angeraut und mit Aceton entfettet.

Dann trug ich Sekundenkleber auf und sprühte die Unterlage mit der Aufhängung von unten mit Aktivator ein. In dieser Kombination hält das Ganze. Ich habe die beiden Teile mit einer Federklemme kurz fixiert, aber der Kleber heißt ja nicht umsonst “Sekundenkleber”…

Kommen wir nun zum Wandstück und zur Bohrschablone.

Die Wandstücke habe ich aus der anderen Leiste gesägt. Sie sind etwas kürzer (80 mm), damit man das Wandelement noch etwas nach rechts und links verschieben kann. Ich sägte also wieder 16 Stück zurecht und bohrte in die Mitte ein 4,5 mm Loch hinein. Auch dazu nutzte ich meine Universalschablone, um allen Teilen identische Bohrungen zu verpassen.

Im Anschluss senkte ich die Bohrung.

Die Bohrschablone sägte ich aus einem Stück der Multiplexplatte. Sie ist genau so breit wie die Wandelemente (552 mm) und 80 mm hoch.

Nun setzte ich die Wandstücke ein und richtete sie so aus, dass sie an beiden Seiten den gleichen Abstand vorwiesen.

Diesen seitlichen Abstand übertrug ich auf die Bohrschablone.

Nun übertrug ich den Abstand von der Oberkante des Elementes bis zur Bohrung des Wandstückes und bohrte zwei 6 mm Löcher in die Schablone.

Jetzt braucht meine Freundin nur noch die Bohrschablone an die Wand halten, sie so ansetzen, wie das Wandelement hängen soll, mit der Wasserwaage ausrichten und die Löcher anzeichnen. Ganz simpel. Und damit nichts schief gehen kann, lege ich dem Paket noch Schrauben und Dübel bei… der Fullservice sozusagen… 🙂

Ich bin gespannt, ob das alles so funktioniert, wie ich mir das ausgedacht habe… ich werde berichten.

Herzliche Grüße

Frank

-der Kellerwerker

 

 

 

 

Bett selber bauen

Ich hatte ja bereits für meine Schwiegereltern ein Bett mit einer großen Schublade gebaut. Die Besonderheit lag darin, dass der Korpus des Bettes aus einfachen Multifunktionsplatten – also 28 mm “dünnen” Arbeitsplatten besteht.

Nun hat eine Freundin aktuell großen Bedarf an einem günstigen Bett mit 140 cm Breite. Ihr Schlafzimmer ist satte 7 m² groß und für eine Schublade gibt es keinen Platz.  Ich entschied mich für einfache Lamellentüren aus dem Baumarkt. Durch das erhöhte Bett entstand ein ziemlich großer Stauraum darunter, den sie dringend braucht. So sah die Planung aus:

Aktuell leide ich an totaler Zeitknappheit. Deshalb fehlen auch von einigen Arbeitsschritten entsprechende Bilder. Ich versuche dir trotzdem die einzelnen Abläufe plastisch zu beschreiben… 🙂

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Beistelltisch selber bauen

Mein Schwiegervater hat von uns zwei Sessel geschenkt bekommen, die wir nicht mehr nutzen. Dazu hat er sich einen kleinen Beistelltisch gewünscht. Mein erster Gedanke: “so einen Beistelltisch kann ich doch selber bauen…!” Allerdings habe ich im Moment recht wenig Zeit, deshalb musste die ganze Konstruktion sehr simpel und schnell zu bauen sein.

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Unterbauregal selber bauen

Unsere Mikrowelle steht seit Jahren an der gleichen Stelle und gleichzeitig im Weg. Als wir sie gekauft haben, habe ich sie in der Nähe einer Steckdose auf die Arbeitsplatte gestellt und dort steht sie seitdem… also seit knapp 8 Jahren…

Als ich die Lücke zwischen unseren Hängeschränken und der Wand mit einem modifizierten IKEA-Schrank schloss, kam mir die Idee, die Mikrowelle darunter anzubringen. Somit ist die Arbeitsfläche frei und der tote Raum unterhalb des Hängeschrankes wird sinnvoll genutzt.

Ich wollte nicht viel Aufwand betreiben und beschloss, zwei Rahmen aus Vierkantprofil zu schweißen und einen Regalboden aus weiß lackierter Spanplatte einzusetzen.

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Wasserschaden marsch…!

Meinen treuen Lesern – also auch dir- ist sicherlich bekannt, dass ich stolzer Eigentümer eines (uralten) Mehrfamilienhauses bin. Neben den drei vermieteten Wohnungen wohne ich mit meiner Familie in der untersten Wohnung. Das ist toll, hat es mich doch zum Heimwerken gebracht und mich motiviert, meine heimwerklichen Fähigkeiten auszubauen…

Na ja um ehrlich zu sein, habe ich anfangs alles selbst gemacht, weil wir aus Geldmangel keine andere Möglichkeit hatten. Wer selbst ein Haus hat, weiß, dass es immer etwas zu tun gibt. Wenn Mieter mit im Haus wohnen gibt es mehr zu tun. Und wenn die Mieterstruktur aus lauter Studenten-WGs besteht, gibt es richtig viel zu tun…

Nun habe ich glücklicherweise Spaß am Heimwerken und ich empfinde es nicht als großartige Belastung. Es gibt aber tatsächlich Situationen, in denen ich auch nicht weiter weiß. Ich beschreibe hier mal den letzten Vorfall, weil er wirklich etwas außergewöhnlich war:

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Unterschrank selber bauen

Unter meiner Kappsäge habe ich bisher immer toten Raum vorgehalten. In so einer kleinen Werkstatt wie meiner, ist das mittlerweile Luxus und nebenbei völlig unnötig. Da aber bisher der Sägestaub der Kappsäge immer frei nach unten fallen konnte, wollte ich dort nichts hinstellen oder lagern.

Nun habe ich einen Zwischenboden eingezogen, so dass genau dieser Sägestaub eben nicht mehr nach unten fallen kann. Das hatte zur Folge, dass ich einen Unterschrank für diesen Bereich bauen möchte.

Kappsäge ohne Schrank

Die Schwierigkeit lag darin, dass der Boden kurz vor der Wand um etwa 2,5 cm abfiel. Um aber den Platz möglichst auszunutzen, wollte ich keine Füße unter den Schrank bauen. Ich entschied mich letztendlich für sogenannte Verstellfüße – also ich nenne sie so…

Es handelt sich um 5 mm starkes Flacheisen, dass mit 3 Schrauben unter den Schrank geschraubt wurde. Eine M8 Maschinenschraube wird von unten durch das eingeschnittene Gewinde in den Schrank geschraubt. Da ich einen Schlitz in die Schraube geschnitten habe, kann ich die Schraube von innen durch Drehen verstellen.

Verstellplättchen

Ich habe die Kamera mitlaufen lassen. Allerdings habe ich die meisten Fehler nicht so ausführlich dokumentiert, wie in dem folgenden Bericht. Wenn du also aus meinen Fehlern lernen willst, empfehle ich dir auch den Bericht zu lesen.

Hier kannst du dir das Video zum Projekt ansehen:

Der Aufbau

Ich wollte etwas ganz einfaches, was ich an einem Nachmittag zusammenbauen kann. Es sollte aber stabil sein und vor allem einen ausziehbaren Boden haben. Darauf sollte meine neue Metallkreissäge stehen. Da sie ziemlich schwer ist, wollte ich sie nicht immer aus dem Schrank herausquälen, sondern sie einfach herausziehen und anheben können.

Weiterhin habe ich oben einen Einlegeboden vorgesehen, auf die ich andere Maschinen stellen möchte. Zwei Türen sorgen dafür, dass der Inhalt staubfrei bleibt.

Der Schrank hat die Abmaße B 800 x T 520 x H 840

Material

Der Schrank, sowie die Einlegeplatte und der ausziehbare Boden bestehen aus 20 mm Spanplatte. Die Platten habe ich mir grob im Baumarkt vorsägen lassen. Die Auszüge habe ich auch aus dem Baumarkt. Sie halten angeblich 25 Kg pro Paar und habe etwa 8,00 € gekostet. Die Scharniere hatte ich noch herumliegen. Im Nachhinein würde ich mich für Topfscharniere entscheiden. Egal, geht auch so.

Der Bau

Mit Flachdübel habe ich Ober- und Unterteil mit den Seitenteilen verleimt.

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Die Rückplatte habe ich einfach stumpf mit Leim angesetzt und mit Pins fixiert.

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Auf dem Unterschrank wird nichts gestellt, so dass diese Konstruktion ausreicht.

Im nächsten Schritt habe ich die Scharniere eingelassen. Das ging mit dem Multitool ganz gut.

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Die Löcher für die Scharniere habe ich vorgebohrt, weil Spanplatten zum reißen neigen.

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Hier begann meine Fehlerserie…

Fehler 1

Die Türen habe ich an die Scharniere mit Flachkopfschrauben angeschraubt. Dadurch ging sie aber leider nicht richtig zu. Klar die Schraubenköpfe waren ja im Weg. Ich habe sie dann gegen Schnellbauschrauben mit Senkkopf ausgetauscht und die Löcher der Scharniere zusätzlich gesenkt. Davon gibt es leider keine Bilder…

Fehler 2

Ich habe erst den ausziehbaren Boden eingebaut und dann die Türen. Das ist erstmal kein Fehler. Die Auszüge sind genau 500 mm lang und sitzen innen. Die Platte ist natürlich auch 500 mm lang. Die Türen sollten aber auch innen sitzen. Wo ist der Fehler? Klar, der Innenraum ist genau 500 mm tief und die Türen habe ich auf die gesamte Innenhöhe zurechtgesägt (800 mm), aber unten ist ja der Ausziehboden im Weg, weil dieser bündig zur Vorderkante sitzt.

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Die Lösung ist recht pragmatisch: ich habe die Türen einfach gekürzt… Ich wollte zuerst eine Blende vorne anbringen, aber das habe ich gelassen.

Das war es aber auch schon an nennenswerten Fehlern. Reicht aber auch bei so einem kleinen Projekt.

Gefreut hat mich aber, dass die Idee mit den Verstellfüßen super funktioniert hat. Ich konnte den Unterschrank trotz komplett schiefen Boden hervorragend ausrichten. Auch der ausziehbare Boden ist stabil und passt perfekt.

Beim Einräumen fiel mir auf, dass bei der Metallkreissäge noch Platz ist. Ich habe meine Blechschneider hochkant an die Seitenwand montiert.

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Dazu habe ich unten, etwa einen Zentimeter über dem Ausziehboden eine Leiste angepinnt. Darauf steht die Plattform mit dem Blechschneider. Damit sie nicht umkippen kann, habe ich oben ein Holzplattchen angeschraubt, dass eben genau dafür sorgt.

So kann ich die Maschine problemlos herausziehen, ohne dass ich erst den Blechschneider herausnehmen muss.

Im Video nicht zu sehen, wie ich die Accessoires montierte: die beiden Griffe, die Magnetschließer und die mittlere Leiste, die den Spalt zwischen den beiden Türen verdeckt.

Datei_002 (2) Datei_003 (1) Datei_001 (2)

Alles in Allem habe ich doch länger gebraucht, als geplant. Dafür habe ich wieder mal die Bestätigung gekriegt, dass man doch lieber etwas genauer planen sollte, bevor man anfängt.

Ich bin aber sehr froh, zusätzlichen Stauraum dazu gewonnen zu haben. Mittlerweile mülle ich mich nämlich zu…

Ich hoffe, du konntest aus meinen Fehlern etwas lernen und machst es bei deinem Projekt etwas besser 🙂

Bis zum nächsten mal!

Frank

– der Kellerwerker

Adventskalender selber bauen

Neben Nikolaus und Heiligabend freuen sich unsere Kinder am meisten auf den Adventskalender in der Weihnachtszeit.

Ansporn genug für uns, den beiden etwas individuelles zu bieten. Dieses Jahr wollte meine Frau und ich keine gekauften Adventskalender schenken sondern wir wollten mal wieder die Adventskalender selber bauen -ich betone bauen, weil nur mit Basteln kommen wir da nicht weiter, denn meine Frau hatte wieder mal klare Vorstellungen…

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Kerzenständer XXL bauen

Ich glaube wenn es hier um die Rubrik “Innendeko”, “Wohnungsverschönerung” oder “geschmackvolle Accessoires” geht, brauche ich nicht mehr erwähnen, dass es sich um eine Idee oder einen Arbeitsauftrag meiner Frau handelt…

Ich behaupte ab jetzt einfach, dass mich nachts die Muse geküßt und mir einen virtuellen Dream-Sketchup-Plan in die linke Hirnhälfte gehaucht hat. Morgens beim Duschen habe ich dann den Plan auf die beschlagene Duschtür übertragen und abends angefangen zu bauen.

Es war aber in diesem Fall natürlich nicht so… wir haben auch keine Duschtür, sondern nur einen Duschvorhang…daran lag es aber nicht

Kerzenständer… Zu meiner Zeit war ein Kerzenständer ein Ding aus Metall mit einem Dorn, auf den eine Kerze gesteckt werden konnte. Bei meiner Frau sieht ein Kerzenständer in etwa so aus:

Kerzenständer_100100 cm hoch und 36×36 cm breit…

Nun gut… hören wir mit dem Lamentieren auf und begeben uns in die Kellerwerkstatt…

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Laterne selber bauen – oder Laterne XXXL

Ein Projekt meiner Frau… wieder mal. Aber ich muss zugeben, sie hat die kreativeren Ideen.

In diesem Fall wünschte sie sich für die Außenbereich ihres Friseurladens neben der Bank ein repräsentatives Windlicht. Repräsentativ heißt in diesem Fall nicht nur schön, sondern vor allem groß.

Ich fertigte kurz ein Modell in Sketchup an, um die Dimensionen und die Seitenverhältnisse zu klären, denn detaillierte Angaben zu Höhe, Breite, Tiefe, Material usw. erhalte ich normalerweise nicht. Jetzt auch nicht….

Lampe

So soll sie also aussehen. Höhe ca. 110 cm, Breite ca. 46 cm. Wenn das nicht repräsentativ ist, weiß ich auch nicht…

Es kam die Frage auf, ob wir Glas oder Plexiglas nehmen. Glas kostet in diesen Dimensionen etwa 12€ pro Scheibe (3 mm stark, auf Maß geschnitten und Kanten geschliffen), Plexiglas kostet in etwa das Gleiche, weil wir bei diesen Maßen jeweils eine ganze Platte (500x1000mm) zurecht schneiden müssten.

Da die Lampe aber auf dem Fußweg steht, hatte meine Frau in Hinblick auf die Gefahr von Bruchschäden berechtigte Bedenken.

Also haben wir uns für Plexiglas entschieden.

Das Holz stammt aus Dachlatten, die ich auf Maß gesägt und gehobelt habe.

Zum Vergleich: gehobelte Fichte (35x35mm) kostet als 2,5 m Latte 4 €. Vier Dachlatten (38×58 mm) á 2 m kosten zusammen 7,50€. Da ich die Möglichkeit hatte, mir die Latten selbst so zu konfigurieren, wie ich es wollte, entschied ich mich für die Dachlatten.

Für die Verbindung der Latten habe ich das erste Mal mein Undercover-Jig von Wolfcraft genutzt. Wolfcraft war so freundlich, es mir vor Längerem zur Verfügung zu stellen.

Für das Lackieren nutzte ich meine nagelneue Sprühpistole von Wagner (selbst gekauft…;-)).

Also, ab in den Keller…

Übrigens ist dieses Projekt die Ursache für meinen “Zeit-Artikel“, weil ich mich bei keinem Projekt so stark verschätzt habe, wie bei diesem…