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Umbau Dachgeschoss – die Fußböden

Willkommen zum dritten Teil der Serie “Umbau Dachgeschoss” mit der Frage, warum ich es nicht “Umbau meines Dachgeschosses” oder so genannt habe. Ich weiß es leider auch nicht…

Neben dem Umbau des Badezimmers war die nächste größere Arbeit die Fußböden mit Laminat zu belegen. Warum? In zwei Wohnräumen lag  uralter Laminat (Buche…), der von seinen zahlreichen Bewohnern nur sehr ungenügend gepflegt wurde. Im Flur und in drei Zimmern lag Teppich der jeweils unter Denkmalschutz stand und in der Küche fanden wir einen löchrigen PVC-Boden vor, den ich vor 10 Jahren provisorisch verlegt hatte.


Vielleicht sieht man es auf den Bildern nicht so gut, aber der Laminat war komplett hinüber und der Teppich… na ja… lassen wir das.

Nun ist es zwar so, dass ich bereits Erfahrungen mit dem Sanieren von Altbauwohnungen habe, ich mich aber keinesfalls als Profi bezeichnen würde. Mein Onkel hingegen macht mit seinem Baugeschäft seit 25 Jahren nichts anderes. Deshalb habe ich ihn ganz zu Anfang zu einer Baubesprechung auf familiärer Ebene gebeten. Nachdem er mir erklärte, was ich im Badezimmer alles machen müsste, war die nächste Bemerkung “Ach, ja, alle Füßböden müssen rausgerissen und neu aufgebaut werden. ” Beim Gehen merkte man die teilweise drastischen Höhenunterschiede im Fußboden.

Das war nicht gerade die Art Auskunft, die ich hören wollte, weshalb ich entsprechend zu Diskutieren anfing. Zum Schluss war meine Planung so, dass ich über die kurzflorigen Teppiche und den alten Laminat das neue Laminat lege. Ich war zufrieden und mein Onkel zeigte mir den Vogel. Allerdings wusste er um unsere familiäre Situation und versuchte den (zu erwartenden) Schaden zu begrenzen, in dem er mir einige Hinweise gab.

Ich fing noch am selben Tag (es war ein Sonntag) mit dem Streichen des ersten Zimmers an und legte den neuen Laminat.

Ich habe einen Marken-Laminat im Internet bestellt, der mittels Klick-System verlegt wird. Es handelte sich wirklich nicht um ein billiges Produkt, weil ich damit bereits viel negative Erfahrungen sammeln durfte.

Umso erstaunter (ja, nennen wir einfach mal so) war ich, als sich das Verlegen als nahezu unmöglich erwies. Ich legte die erste Bahn an die Wand, keilte alles ordentlich ein und wollte dann die nächste Bahn legen. Im Laden meiner Frau haben wir zu zweit etwa 90 m³ Laminat der selben Marke an einem Tag verlegt. Hier brauchte ich zwei Stunden für zwei Bahnen… Das Problem war, dass sich die Bahnen nicht richtig verbinden ließen. Sie rutschen immer wieder aus der Nut heraus. Später stieß ein Freund von mir dazu und gemeinsam schafften wir es ein 20 m³ Zimmer in acht Stunden mit Laminat zu versehen…

Mir graute schon vor den nächsten 100 m³…

In der Zwischenzeit baute ich das Badezimmer und das Gäste-WC um. In den Pausen, wo ich dort nicht weiterarbeiten konnte, machte ich einen Durchbruch, um die beiden kleinsten Zimmer optisch zu vergrößern. Zusätzlich wollte ich später eine Tür schließen.

Ich fing also wieder an, das Laminat zu verlegen und es ging wieder von vorne los… Ich schrieb bereits in Gedanken einen Brief an den Hersteller und suchte seine Adresse in der beigefügten Anleitung, als ich zufällig sah, dass ich das Laminat falsch herum verlegt hatte…doch wirklich, das geht…natürlich habe ich das Laminat nicht mit dem Holzdekor nach unten verlegt! Was du immer denkst…

Ich kenne es so, dass bei der ersten Bahn die Feder abgesägt wird und die stumpfe Seite zur Wand zeigt. Bei diesem Laminat war es aber genau andersherum… Was soll ich sagen? Es ging wie geschmiert. Leider gab es nun die nächste Herausforderung. Der Boden war so dermaßen uneben, das ich ab der Hälfte des Raumes entschied, das Laminat wieder aufzunehmen und dem Rat meines Onkels zu folgen: den Fußboden herausreissen und neu aufbauen…

der Boden war einfach zu uneben…

soweit habe ich verlegt, bis ich es eingesehen habe…

Warum war nun der Fußboden so verdammt uneben? Ganz einfach. In den frühen 80er Jahren wurden die Fußböden in Altbauten ganz modern mit einer Ausgleichsschüttung und schwimmenden Spanplatten verlegt. Leider wurde nicht immer auf die Abdichtung des Untergrundes geachtet, so dass sich die Schüttung im Laufe der Jahre verschob oder weglief. Dadurch entstanden Unebenheiten, die sich zu richtigen Kuhlen entwickelten.

Also sägte ich die Spanplatten auf und nahm sie hoch. Die Schüttung wollte ich ursprünglich entsorgen. Mein Onkel empfahl mir aber, den Fußboden mit Dachlatten aufzubauen und die Zwischenräume mit der Schüttung aufzufüllen. So tat ich dann auch… was für eine Schweinerei…

Da du gerade fragst… der nun freigelegte Fußboden war ziemlich hinüber. Ich habe zuerst überlegt, ob ich ihn abschleife und mir damit die Arbeit des Aufbauens spare. Leider erwiesen sich die Schäden als zu stark. Also Schüttung raus und alles sauber machen. Ein Arbeiten war hier nur mit Atemschutzmaske möglich, weil die Staubentwicklung ungeheuerlich war…

Es folgte nun der Aufbau mit Dachlatten, die etwa alle 30 cm am Fußboden verschraubt und dabei ausgerichtet wurden. Den Untergrund habe ich mit Kraftpapierbahnen abgedichtet.

 

Auf die Dachlatten habe ich  35 mm Trockenestrichplatten schwimmend verlegt, der untereinander an den Überblattungen mit einem PU-Kleber geklebt wurde.

 

Das ging recht gut und ich war mit dem Ergebnis zufrieden. Klar gibt es eine Schallübertragung durch die Dachlatten auf den Holzfußboden, aber der Trockenestrich sorgt für ein angenehmes Laufgefühl bei gleichzeitiger Trittschallreduzierung. Ich sollte Werbetexter werden…

Beim Hochnehmen meines ersten Laminatversuches habe ich alle Laminatpaneele mit Kreppband markiert und in richtiger Reihenfolge gelagert. Ich brauchte nun also nur das Laminat wieder in der richtigen Reihenfolge verlegen.

 

Rumsdibums…fertig!

Das Gleiche habe ich übrigens bei dem frisch verbundenen Nachbarzimmer gemacht.

 

Auch in der Küche und im Flur habe ich den Boden herausgerissen und neu aufgebaut. In den beiden verbliebenen Zimmern war der Fußboden in Ordnung und ich konnte problemlos das Laminat verlegen.

die Küche…

der letzte Meter vom 9 Meter langen Flur…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

der Flur mit Laminat

die Küche mit Laminat…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese kleinen Zusatzarbeiten haben mich etwa eine Woche Zeit und den Verlust meines restlichen Nervenkostüms gekostet.

So, das war das Laminat-Desaster… im nächsten Teil erzähle ich dir, wie ich die Fußleisten und die Laibung für den Durchbruch gemacht habe.

Herzliche Grüße

Frank

-der Laminatwerker

 

 

 

Umbau Dachgeschoss – das Gäste-WC

Willkommen zum zweiten Teil der Serie mit dem eingängigen Titel “Umbau Dachgeschoss”. Heute berichte ich über den Umbau des Gäste-WC. Viel Spaß!

Neben dem Badezimmer befand sich ein Gäste-WC. Nach Rücksprache mit dem neuen Mieter (einer ist geblieben, sogar während der Bauphase!) wurde das jedoch nie genutzt. Das fiel mir zwar schwer zu glauben, vor allem in einer WG mit männlichen Studenten, aber OK…

Um den Raum sinnvoll zu nutzen, habe ich ihn kurzerhand zum Hauswirtschaftsraum ernannt. Alle Sanitärinstallationen flogen raus und nur eine Anschlussmöglichkeit für eine Waschmaschine habe ich vorgehalten.

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Meine Serie geht weiter, eine neue fängt an…

Tja, was soll ich sagen… Kaum dass ich mit meinen Kindern versuche einen einigermaßen normalen Alltag zu gestalten, breche ich mir den rechten Fuß… das Sprunggelenk um genau zu sein.

Jetzt heißt es erstmal Kopf… äh… Fuß hoch und auf der Couch liegen… genau mein Ding. Wie du aber siehst, passt das Bild und die Arbeit der Chirurgen thematisch zu diesem Blog. Auf die Frage, ob ich die lange Schraube selbst nach sechs Wochen ziehen könne, meinte der Arzt lächelnd:” Dafür haben sie gar nicht das richtige Werkzeug.” Daraufhin habe ich ihn angelächelt…

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